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IMHO: Warum mich die ALS Ice Bucket Challenge nervt.
Heut ist es bei mir soweit, dass ich mich auch mal zurr Eiseimer-Herausforderung zu Wort melde.
Seit einiger Zeit geistert das Thema ja nun schon durch die Medien und mittlerweile habe ich auch in meinem EMail-Postfach im BĂŒro eine ziemlich imposante Flut von Videos hierzu, auf jeder Nachrichten-Website oder Social Media Diensten ist das Thema omniprĂ€sent. â Das nervtâŠ. Das nervt sogar mĂ€chtig gewaltigâŠ
Ja, ich bin froh, dass es Menschen gibt, die eine Krankheit wie ALS in das BewuĂtsein der Leute rufen und durch die virale Wirkung des Internets und der sozialen Medien Gelder fĂŒr die Forschung zusammentragen.
Doch mal ganz ehrlich: Mittlerweile ist diese ganze Challenge doch komplett aus dem Ruder gelaufen. Und ich fĂŒhle mich hingerissen, dass nur noch sehr wenige der Leute, die sich einen Eimer voll Wasser ĂŒber den Kopf kippen, noch wissen, worum es hierbei eigentlich mal ging oder wie die Regeln eigentlich sind.
Ich gebe zu, am Anfang habe ich mich schon gefragt, was fĂŒr ein Depp denn dieser Al sein muss, der sich da einen Eimer mit kaltem Wasser ĂŒber den Kopf kippt. Aber nachdem ja schon Leute in allen möglichen Positionen und ebenso möglichen Orten alles mögliche gemacht haben, wundert mich da gar nichts mehr.
Schaut man ĂŒbrigens mal auf Wikipedia, sieht man was wohl ursprĂŒnglich unter kaltem Wasser verstanden wurde: Da schwimmen lustige Eisbrocken mit rumâŠ.
Gut, irgendwann habe ich es dann auch mal gerafft, worum es ging und das Al kein durchgeknallter Freak ist, sondern ALS eine Nervenkrankheit ist, an der etwa 3 bis 8 von 100.000 Personen erkranken. Man liest von einer Todeszahl von 2.000 bis 5.000 Menschen pro Jahr. â Gut die Zahlen klingen jetzt nicht viel, jedoch stehen hinter jedem Opfer der Krankheit immer Schicksale.
Setzt man das aber einfach mal in die Relation, wieviele Menschen pro Jahr an Wassermangel und damit verbundenen Krankheiten sterben, dann sollten wir uns die Zahl von etwa 2.300.000 vor Augen halten.
Oder als Bild ausgedrĂŒckt: Alle Einwohner von MĂŒnchen und Köln zusammen verdursten jedes Jahr â und da macht niemand eine groĂe Welle.
Warum? Vermutlich, weil das alles ganz weit weg passiert. Und in den Medien ist es auch nicht so prĂ€sent, höchstens bei den öffentlich-rechtlichen, denn die privaten mĂŒssen ja melden, dass Promi XYZ auf der Köâ einen quer gestreiften SchlĂŒppi gekauft hatâŠ
Ebenso ist es mit den Regeln. Ich will mich da gar nicht groĂ drĂŒber auslassen, das hat ein alter Schulfreund von mir schon auf Facebook diese Woche getan. Aber mal ganz ehrlich:Â Wer sich hier schon hervorheben will, soll doch bitte wirklich einen Eimer voll mit Eis oder eishaltigem Wasser ĂŒber sich entleeren.
Dazu kommen dann noch unzĂ€hlige Promis (die ganze Riege von A bis Z+++), die der Meinung sind, dass man ja damit wieder 30 Sekunden Ruhm erhaschen kann und sich vielleicht mal wieder nackend im DschungelCamp zeigen darf. Richtig peinlich wird es dann, wenn Herr Ăzedmir sich mit Cannabis-Pflanzen duscht. Das ĂŒbrigens regt mich auf, weil hier öffentlich illegales Handeln zur Schau gestellt wird (Besitz der Cannabis-Pflanze) und mit groĂer Wahrscheinlichkeit nichts passieren wird. Jaja, Rechtsbeugung fĂŒr den guten Zweck.
Ich will ĂŒbrigens auch nicht beim Nachrichten schauen eine nakte bzw. abgeklebte Micaela SchĂ€fer oder eine Verona Pooth in pseudo-erotischen Posen sehen. â Ich brauch auch keine Helene Fischer im viel zu groĂen BH sehen.Von mir aus, soll jeder Geld spenden und auch andere aufrufen, Geld zu spenden fĂŒr die Forschung, aber statt das Wasser sinnlos zu vergeuden, könnte jeder noch 10 Liter Wasser fĂŒr die durstenden Menschen spenden. Oder die Regierungen dieser Welt reduzieren ihre Sinnlos-Ausgaben, z.B. fĂŒr MilitĂ€r, mal um 10% und schon wĂ€re mehr Geld fĂŒr die Forschung da. Eventuell wĂ€re ja Russland ein guter Anlaufpunkt?
Ansonsten fĂ€llt mir jetzt noch ein Beitrag von n24.de vom 27.8. ein â melden sich doch nun die âĂrzte gegen Tierversucheâ, weil ja mit den Spenden unnötig Tiere gequĂ€lt werden. â Guter Punkt, aber vielleicht gibt es da ja auch bald eine Challenge? Zum Beispiel, entweder stellst Du dich selbst zur VerfĂŒgung oder nominierst 3 Menschen, die Du nicht leiden kannst fĂŒr den Ersatz als VersuchskaninchenâŠ.Von meiner Seite, macht alle, was Ihr wollt. Aber bitte: Sendet mir keine Videos von euren Wassereimern zu, veröffentlicht nicht alles auf Facebook und Co. und spart Euch die MĂŒhe, mich zu nominieren.