Eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag, allerdings außergewöhnlich gut gefüllt mit Kommunikation.
Ich führe mehrere direkte Gespräche mit Kollegen und nehme an einem fünfzehnminütigen Stand-Up-Meeting teil.
Telefonie – zwei geschäftliche Gesprächspartner erreiche ich nicht. Beim einen ertönt stets eine Ansage "Ihr Anruf konnte nicht zugestellt werden," die mich im Unklaren lässt, ob der Anschluss vorübergehend oder permanent nicht erreichbar ist. Beim anderen springt eine Mailbox an, auf der ich aber keine Nachricht hinterlasse. Abends ein Mobiltelefongespräch auf dem Heimweg mit einer guten Freundin und später beim Kochen und Essen noch ein freihändiges mit der in London lebenden Schwester.
Ich schicke meiner Frau im Laufe des Tages die übliche Handvoll WhatsApp-Nachrichten und empfange eine für mich bedeutungslose Gruppenchat-Message.
Wie an den meisten Tagen chatte ich im Facebook Messenger ein wenig mit den Techniktagebuch-Redaktionskollegen.
Ich lese und schreibe diverse E-Mails, beruflich wie privat. Eine geht an mehrere Leute und betrifft das Datum für einen gemeinsamen Termin. Tatsächlich antworten mehrere der Angeschriebenen umgehend.
Ich bearbeite je eine Seite im firmeninternen Wiki und im Confluence-System (welches auch eine Art Wiki darstellt).
Nachmittags nehme ich per GoToMeeting und Bluetooth-Headset an einem Online-Meeting über drei Kontinente teil. Eigentlich ist es eher eine Telefonkonferenz, da keine Kameras und kein Screen-Sharing zum Einsatz kommen. Einer der Teilnehmer sitzt in einem Auto, das währenddessen von Deutschland in die Niederlande fährt.
Es folgt ein weiteres Skype-Gruppengespräch mit drei Leuten aus New York. Auf mein Betreiben hin sollte es eigentlich eine richtige Videokonferenz werden. Ich mache mir Sorgen, weil ich keine Zeit habe, die Hard- und Software auf unserer Seite vorab einmal durchzutesten. Tatsächlich funktioniert bei uns aber alles reibungslos und es sind die amerikanischen Teilnehmer, die Probleme mit Video und Audio haben. Wir probieren kurz und erfolglos, auf Google Hangouts umzusteigen. Letztlich verwenden wir doch Skype, wobei die anderen uns sehen können, wir sie aber nur hören und auch das nicht gut. Ich notiere mir Details, die ich mir notfalls im Nachgang per Mail bestätigen lassen muss.
Zu allem Überfluss höre ich im Laufe des Tages Teile von drei Podcasts und etwas Radio.
Anlass, diesen Beitrag zu schreiben, gibt abendliches Rumgeflachse im Redaktionschat, bei dem ich zugebe, nur 126 Facebook-Freunde zu haben. Nach neuesten Erkenntnissen stehe ich damit – all der eifrigen Kommunikation zum Trotz – im Verdacht, bereits tot zu sein. Am darauffolgenden Morgen schaue ich noch einmal in der Desktop-Version von Facebook nach, wo mir immerhin 196 Freunde angezeigt werden, und bin geringfügig erleichtert.