Staatsräson (geschrieben im Pathos eines Lokalpolitikers)
Ich bin dein Liktor, und ich geh
Beständig mit dem blanken
Richtbeile hinter dir – ich bin
Die Tat von deinem Gedanken. - Heine, Deutschland. Caput VI
Es liegt Gewalt in der tröstenden Kühle der Mutterhand auf der Stirn eines fiebrigen Kindes. Es ist Betrug, weil es die gleiche Hand ist, die schlägt und zieht – Beulen auf Stirn und Schläfe. Es ist Gewalt, wenn dieses Verhältnis einem entrissen wird ohne ein eigenes dazutun.
Die Gewalt eines Staates liegt u.a. darin, uns diesen gleichen Betrug als ausweglos vorzulügen und einzige Möglichkeit sich zusammenzutun. Er sagt gleichzeitig, die, die dort gerade eine kühlende Hand auflegen sind die, die schlagen und ziehen und deshalb müssen wir sie vernichten. Er sagt es geht nicht anders, deine Mutter muss sterben aufgrund des Ziels, das wir uns setzen und ohnehin bist du voller Beulen. In Talkshows, Universitäten und Parlamentssitzungen verkaufen sie uns zivile Opfer als Notwendigkeit und unabdingbar für dieses Ziel. Im Krieg den wir uns nicht aussuchen können läuft das nun mal so. Mag sein, dass sie Recht haben.
Auf diesem Kissen schlafe ich - sie haben Recht und es gibt nunmal Notwendigkeiten im Leben. Es gibt aber auch diesen anderen Krieg (nicht, dass die beiden nicht zusammenhingen), den sie sich aussuchen zu führen und den wir, weil wir ihn nicht als ursprünglich verklären, überall spüren. Wer sich hier mit wem zusammentut, ist oft nicht ganz klar. Auch nicht, wer wen tröstet und schlägt, für wen das Entreißen dieses Verhältnisses Gewalt wäre. Eins ist sicher: Wenn ich Elon Musk getötet haben werde mit ihren gleichen Worten, wird es keine Gewalt sein.