Altglas
Es gibt doch kaum einen erbärmlicheren Weg, seine Existenz der gesamten Welt kund tun zu müssen, wie wenn man sich auf dem Weg befindet, um Altglas und Aluminiumdosen zu entsorgen. Mit jedem Schritt klimpert und scheppert der gesamte Unrat fröhlich vor sich hin und zieht dabei alle Blicke auf sich beziehungsweise auf mich.
Es kommt mir dabei so vor, als würde ich splitterfaser nackt durch die Strassen gepeitscht werden, während die Glocke der Schande konstant bimmelt und damit förmlich schreit: "Seht her, seht euch diesen Sünder an, wie er lebt, wie er konsumiert, wie er eure Luft atmet und die Erde mit seinem Antlitz beschmutzt!"
Doch noch bevor ich die Entsorgungscontainer erreicht habe, verändert sich meine innere Haltung — sie wird trotzig. Und nun, mit wilder Entschlossenheit, Trotz im Herzen und einem frechen, alle verachtenden Lachen, sterbe ich hier einen Märtyrertod, um Sekunden später, beim dumpfen Poltern der letzten Flasche im Schlund des Containers, als reiner Geist wiedergeboren zu werden.














