März 2019
In den Niederlanden ist die Parkzukunft bereits Gegenwart
Als ich diesen Beitrag über Nummernschilder lesende Parkplatzschranken in Dänemark von Molinarius lese, fällt mir ein, dass mir eine ähnliche Vorgehensweise in den Niederlanden bereits öfter untergekommen ist.
Beispielsweise steht in Roermond neben dem Outlet-Center ein bemerkenswert großes Parkhaus, bei dem man bei der Einfahrt noch ganz normal ein Parkticket zieht. Das bezahlt man auch wie bekannt am Automaten, so weit nicht ungewöhnlich. Wenn man aber an der Ausfahrtsschranke anhält, um das Ticket in den Schlitz zu stecken, kommt einem die Schranke zuvor und öffnet sich wie von Geisterhand. Unter der Schranke am Boden kann man dann die Kameras entdecken, die die Kennzeichen der Fahrzeuge bereits bei der Einfahrt scannen, und diese Information wird dann mit dem gezogenen Parkticket verknüpft.
Das gleiche System begegnet mir in Den Haag in einem Parkhaus neben dem Hauptbahnhof erneut. Hier kommt aber eine wirklich neue Funktion hinzu, statt einfach nur den Komfort bei der Ausfahrt zu erhöhen: Man kann online einen Parkplatz reservieren. Dazu gibt man bei der Buchung sein Kennzeichen an und wird darüber bei der Ankunft erkannt und (vermutlich) ganz ohne Parkticket hereingelassen.
Ebenfalls in Den Haag treffe ich auf Parkscheinautomaten ohne Parkschein. Auch hier gibt man sein Kennzeichen ein und schaltet seine Parkzeit frei. Bezahlt wird mit Kreditkarte. Die kontrollierenden Personen haben dann vermutlich eine Liste der aktuell parkberechtigten Nummernschilder auf ihrem Kontrollgerät und können so ihrer Arbeit nachgehen. Ein oder zwei Jahre zuvor konnte ich am gleichen Parkscheinautomat mein deutsches Kennzeichen übrigens noch nicht eingeben, erinnere mich aber nicht daran, was ich stattdessen getan habe. Vermutlich hatte ich da ohnehin keine Kreditkarte und zu wenig Münzgeld dabei und habe daher schlechten Gewissens meine frittierten Snacks konsumiert, ohne Parkgebühren zu entrichten. An einer anderen Stelle in der Stadt habe ich einfach meine Frau in den Laden geschickt und bin so lange um den Block gefahren. Im Ausland fühle ich mich in solchen Situationen leider immer höchst unsouverän und möchte erst recht nichts falsch machen.
(Gregor Meyer)











