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J'ai peur de l'avion
J’ai peur de l’avion
L’avion est un moyen de transport parfois incontournable, qu’il s’agisse de parcourir de longues distances ou de partir en voyage d’affaires. Voler dans les airs engendre une certaine appréhension chez la plupart des gens, pourtant, certains développent une véritable épouvante qui les handicape considérablement dans leur vie au quotidien. Si la peur de l’avion devient une phobie, il faut savoir…
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Wussten sie, dass pro Jahr circa fünfhundert Menschen in Flugzeugabstürzen sterben? Das ist gemessen an der insgesamten Zahl der jährlichen Flugpassagiere eine sehr geringe Zahl. Trotzdem leiden ungefähr fünfzehn Prozent der Deutschen an Flugangst. Ich zähle mich dazu.
„Flug 719 nach New York Ist jetzt zum boarden bereit.“ schallte es durch die Abflugshalle.
Ich bin fast in meinem ganzen Leben der Situation in ein Flugzeug zu steigen aus dem Weg gegangen. Sehr erfolgreich. Bis heute. Familiennotstand. Ich musste nach New York. Und der einzige weg dorthin führt mich ein paar tausend Meter über den Atlantik. Das Problem war, ich wusste dass ich in diesem Flugzeug sterben würde. Nennen sie es Paranoia, Instinkt oder einfach Angst vor dem ungewohnten aber es war mehr als ein Bauchgefühl. Ich war mir relativ sicher dass ich nicht lebend in New York ankommen würde.
Die Stimme wiederholte sich und informierte die Passagiere erneut dass das Fleugzeug bereit stand. Als würde mein Schöpfer mich zu ihm rufen, gehorchte ich. Ich kramte mein Ticket aus meiner Manteltasche und ging durch den schmalen Passagiertunnel der mich in den Bauch des Flugzeugs führte. Ein ironisch, umgekehrter Geburtskanal.
Nervös stopfe ich mein Handgepäck und meinen Mantel in eines der Fächer über den sitzen und lies mich auf meinen Sitz fallen. Wussten sie dass es in den meisten Airlines keine Sitznummer dreizehn gibt? Während die Stewardess den Passagieren erklärte wie sie sich in einer Notfallsituation zu verhalten hätten, tippten die meisten auf ihren Touchscreens herum, blätterten in Zeitschriften oder schauten gelangweilt aus dem Fenster. Wir sind immer auf den schlimmsten Fall vorbereitet, damit wir besonders überrascht tun können wenn der schlimmste Fall eintritt.
Nach einer Weile rollte das Ungetüm los. Erst so schnell dass man neben her gehen könnte. Dann so schnell dass man rennen müsste um Schritt zu halten. Dann so schnell dass selbst der schnellste Marathonläufer nicht mehr hinterher gekommen wäre. Imaginäre Radrennfahrer. Sportwagen. Sie alle überholte diese mächtige Maschine bis sich die Landschaft draußen zu Schlieren verzog. Dann setzten die Räder ab. Wussten sie dass die meisten Flugunfälle beim Start und bei der Landung passieren?
Ich befand mich jetzt in einer unnatürlichen Position. Für Menschen ist es schlichtweg nicht normal so weit über dem Boden zu schweben. Als wir die Zielflughöhe erreicht hatten war es ruhig. Draußen ein Meer aus Watte. Die Wolken von oben zu sehen war, als würde man sich in seinem Wohnzimmer auf den Kopf stellen. Aus einer Sache die man tagtäglich sieht wird ein unbekanntes, abstraktes Szenario.
Einige Passagiere schliefen. Andere blätterten in Zeitschriften mit bunten Bildern von Supermodels auf der einen und Bildern von Flutopfern in Asien auf der anderen Seite. Auf den Bildschirmen an der Decke lief irgendeine Komödie. Wussten sie dass in Fleugzeugen grundsätzlich keine Filme gezeigt werden, die einen Flugzeugabsturz beinhalten?
Das schlimmste am Fliegen sind die Luftlöcher. Wenn das Flugzeug das Zentrum einer aufsteigenden Lufströmung durchflogen hat verliert es minimal an Höhe. Da der menschliche Körper sehr empfindlich auf Gewichtsveränderung reagiert nehmen die Passagiere dies sehr genau war. Vergleichbar mit dem Gefühl eines stehenbleibenden Fahrstuhls. Für Leute mit Flugangst ist dieses Gefühl Furchtbar. Für mich ist es die Hölle.
Ich schaue mir den Film der auf den Monitoren flimmert an, stopfe mich mit Crackern voll und versuche mich von dem, nun fast schon hundertprozentig sicheren, Gefühl abzulenken, dass ich nicht in New York ankommen werde. Mit wenig Erfolg. Ich schaue mich um.
Geschäftsleute, Familien, Ehepaare. Sie kennen sicher das Klischee dass einem in den letzen Momenten seines Lebens alles nochmal in den Kopf schiesst. Wie ein Film mit einer Milliarde Bilder pro Sekunde. Ich glaube das nicht. Ich glaube es kommen einem nur alle Fehler in den Kopf. Die Dinge die man wirklich bereut.
Sobald die Turbinen ihren Geist aufgeben und wir in den Atlantik schmettern wird der Geschäftsmann mit dem fünzig Euro Haarschnitt in Reihe zwölf, Platz acht es bereuen seine Sekretärin gefickt zu haben. Der junge Mann im Kapuzenpullover in Reihe neun, Platz sechs wird es bereuen nicht bei seiner Mutter am Sterbebett gesessen zu haben da er sich am Abend zuvor auf einer Studentenparty so voll laufen lassen hat, dass er den ganzen darauf folgenden Tag verschlafen hat. Das Mädchen in Reihe vierzehn, Platz drei wird es bereuen ihrer besten Freundin den Freund ausgespannt zu haben. Und der kleine Junge neben ihr, Reihe vierzehn, Platz vier wird es bereuen letztes Jahr an Weihnachten seine Geschenke vor der Bescherung geöffnet zu haben. Ich werde bereuen niemanden in diesem Flugzeug gewarnt zu haben.
Aus dem Fenster konnte man hunderte kleine weiße Flecken auf dem Ozean erkennen. Sollten jetzt alle Maschinen versagen, sollte ich den Schock überleben, sollte ich nach dem Aufprall immer noch atmen, sollte ich es schaffen die alberne Schwimmweste unter meinem Sitz hervor zu ziehen, sollte ich nicht an einem Kälteschock sterben, sollte ich das Wrack verlassen können und es zu einem der weißen Flecken schaffen könnte ich ruhig auf einer dieser Eisschollen einschlafen. Ein vergleichsweise schöner Tot.
Mit schwitzigen und zitternden Fingern kramte ich weiter Cracker aus der kleinen Tüte auf dem Tisch vor mir und schob sie mir in den Mund. Die Komödie die immer noch auf allen Bildschirmen flackerte war fast zuende als das Bild erstarrte und man den Kapitän durch die Lautsprecher und Kopfhörer hörte.
„Sehr geehrte Passagiere…“ Seufzer „…in den nächsten Minuten kann es zu leichten Turbolenzen kommen.“ Seufzer „Wir bitten Sie die Tische vor ihnen hochzuklappen und die Sicherheitsgurte anzulegen bis das Signal erlöscht.“ Seufzer, gefolgt von einer kurzen Pause. „Ladies and Gentlemen…“ Seufzer.
Aus allen Richtungen hörte man das klicken von Sicherheitsgurten. Ich wurde nervös. Ich zitterte am ganzen Körper. Ein kleines Symbol, das einen Sicherheitsgurt darstellte leuchtete Orangefarben über mir auf. Ich zitterte am ganze Körper.
Ich stolperte an den Leuten vorbei, auf den Gang, in Richtung Toillette. Hinter mir hörte ich jemanden rufen, ich sollte mich doch bitte wieder hinsetzen. Zu spät. Ich stand in der kleinen Kabine und verschloss die Tür hinter mir. Wieder eins dieser furchtbaren Luftlöcher. Ich hatte Schwierigkeiten mich auf den Beinen zu halten und hockte mich neben die Toillettenschüssel. Wussten sie dass 1974 eine McDonnell Douglas DC-10 ihre hintere Frachttür verlor und durch den Druckabfall ein Teil des Bodens der Maschine eingefallen ist?
Ich klammerte mich an den Toilletensitz als würde es etwas bringen. Ich wusste genau was jetzt kam. Ich wusste es seit ich in diese Höllenmaschine eingestiegen war. Der Raum begann zu beben und zu schwanken. Mir wurde schlecht. Leute sagen in den letzten Momenten deines Lebens, siehst du noch einmal alles an dir vorbei ziehen. Milliarde Bilder pro Sekunde. Ich wusste dass das nicht so war. Denn alles was ich sah war der Boden einer Kloschüssel, gefüllt mit zerkauten Crackern. Ich bekam keine Luft. Übergab mich immer wieder. Hustete meine Lunge aus. Hörte immer wieder ein dumpfes klopfen an der Tür während die Kabine weiter hin und her schaukelte und mir langsam schwarz vor Augen wurde.
Nach einigen Minuten legten sich die Turbolenzen wieder. Das Flugzeug segelte wieder über das Watte Meer, darunter die weißen Flecken auf dem Ozean. Ich, in der Toillettenkabine, auf dem Boden voll mit meinem eigenem Erbrochenen.
Die letzten Flugstunden verliefen ohne Turbolenzen oder weitere nennenswerte Vorkommnisse, bis auf diese eine unerklärliche Durchsage. Falls ein Arzt an Bord sei, solle er sich an der Toillettenkabine melden. Auch die Landung verlief reibungslos. Die Räder setzten dumpf auf dem Asphalt der Landebahn auf und mit viel Lärm rollte ein Rettungswagen zu dem gerade gelandeten Flugzeug.
Ich kam nicht in New York an. Irgendwo über dem Atlantik endete meine Reise. In meiner Nervösität hatte ich übersehen, dass die Cracker Erdnüsse enthielten.
Wussten sie, dass pro Jahr circa fünfhundert Menschen in Flugzeugabstürzen sterben? Wussten sie dass pro Jahr, allein in den USA, circa fünfhundert bis tausend Menschen an einem Allergischen Schock sterben?
Das Dschungelcamp und die Angst
Man konnte es überall lesen: Mola Adebisi hat Höhenangst, Larissa und Gabby haben Angst vor Schlangen und sonstigen Krabbeltieren. Julian hat Angst davor sich mit Herpes anzustecken. Melanie hat sich von dem bekannten Hypnotiseur Pharo, alias Martin Bolze, auf ihren... http://dlvr.it/4vqhhS