Ich habe eine neue, diesmal bestimmt alles lösende Lösung
Was bisher geschah: Ich habe seit vielen Jahren ein Problem mit Macbook-Ladekabeln. (5 bis 7 sind mir zwischen 2006 und 2014 kaputtgegangen, dann 2014 noch mal eines, 2015 denke ich darüber nach, immer gleich zwei auf einmal zu kaufen, 2016 bekomme ich eines von Markus Winninghoff repariert, weil er sich auf einen re:publica-Reparaturworkshop vorbereitet, der dann doch nicht stattfindet.) Sie sind zu fragil, und ärgerlicherweise ist es nur eins ihrer Bestandteile, das immer kaputtgeht, nämlich das dünne Kabel. Das Netzteil und sein Netzkabel am einen Ende und der Magsafe-Magnetanschluss am anderen Ende würden ewig halten.
Weil dieser Magnetanschluss proprietär ist, musste ich bei jedem Defekt für 80 Euro das ganze Netzteil neu kaufen. Ich verstehe alle, die an dieser Stelle sagen “Was diese doofen Apple-Fangirls sich alles gefallen lassen!” Aber ich finde die magnetische Kopplung von Kabel und Laptop schon gut, weil ich mich wirklich ziemlich oft im Kabel verhake oder darüber falle. Bei einem nicht-magnetischen Stecker würde dabei jedesmal der ganze Laptop mitgerissen. Auch alles andere an diesem inzwischen fast zehn Jahre alten Gerät gefällt mir, die Tastatur, die Größe, das Gewicht. Nur die Ladetechnik eben nicht.
Deshalb habe ich mich im Juli 2021 sehr darüber gefreut, dass man das dünne Verschleißkabel jetzt endlich separat und billig zu kaufen bekommt, von Drittanbietern. Ob das legal ist, weiß vermutlich niemand so genau. Da Apple aber seit 2017 keine neuen Geräte mit Magsafe-1- oder Magsafe-2-Anschluss mehr verkauft, ist es der fürs Verklagen zuständigen Abteilung vielleicht inzwischen egal geworden.
Ich benutze das neue Billigkabel ab November 2021. Es hält, bis ich im Januar 2022 darüberstolpere, ausgerechnet in einer Gegend, in die Ersatz nur langsam geliefert werden kann. Diesmal bestelle ich aber gleich zwei, dann habe ich immer eins in Reserve!
Schon Ende Februar weigert sich das erste dieser neuen Kabel, meinen Laptop noch zu laden. Sehr zufrieden über meine Voraussicht nehme ich das zweite aus seiner Verpackung. Ich bestelle nicht gleich ein neues, denn ich bin zu diesem Zeitpunkt in Großbritannien, und dort bekommt man den Ersatz nur zu erstaunlichen Preisen (Brexit, Zoll, Porto).
Am 10. April schreibe ich in den Techniktagebuch-Chat: “Ich habe geträumt, mein Macbook-Ladekabel geht kaputt, es war schrecklich!”
Am 15. April geht das Kabel wirklich kaputt. Der einzige Ersatz, den man (bei Amazon; anderswo geht es gar nicht) angeblich bis zum nächsten Tag geliefert bekommen kann, ist ein Adapter von Magsafe-1 auf Magsafe-2. Das reicht, denn Aleks hat noch zwei funktionierende alte Magsafe-1-Netzteile rumliegen, sogar mit Prüf-Aufklebern seiner Uni. Bis Amazon den Adapter liefert, muss ich mein letztes Kabel vor jedem Ladevorgang eine Viertelstunde lang vorsichtig in alle Richtungen biegen, bis doch noch ein bisschen Strom hindurchzufließen bereit ist. Und diese Ladevorgänge sind alle zwei Stunden nötig, denn mein erst letztes Jahr ausgetauschter Akku schwächelt schon wieder.
Am nächsten Tag kommt der Adapter tatsächlich an und ich muss nicht mehr das Kabel biegen:
Adapter, Magsafe-1-Kabel, Netzteil
Zwei weitere mittelgute USB-C-Magsafe-Kabel sind schon in Deutschland bestellt und werden in der ferneren Zukunft auf Umwegen hier eintreffen (zusammen mit meiner Bahncard, weil ich nicht weiß, ob man sich schon darauf verlassen kann, dass deren digitale Version in der App auch wirklich in allen Zügen akzeptiert wird). “Insgesamt habe ich für diese Adapterkabellösung jetzt auch schon ganz schön viel Geld ausgegeben”, schreibe ich im Chat. “Aber! Ich habe eine neue, diesmal bestimmt alles lösende Lösung!“
Denn auf der Suche nach britischen Bestellmöglichkeiten für das defekte Kabel bin ich bei eBay gelandet und habe dort zwar nicht das gesuchte Kabel gefunden, aber eine andere Lösung: Den Magsafe-Anschluss gibt es jetzt auch ganz ohne Kabel zu kaufen, als Metallteil mit Magsafe am einen Ende und USB-C am anderen. Leider nur in China. Das stelle ich mir einigermaßen robust vor, denn es ist ja immer nur das Kabel, das kaputtgeht. Und dieses Kabel hat in der LogiLink-Version dasselbe Problem wie das Apple-Originalteil: Es ist zu dünn und zu schlecht geschützt.
Wenn der Magsafe-Anschluss separat ist, werde ich nur noch USB-C-auf-USB-C-Kabel nachkaufen müssen, die man inzwischen überall bekommt, und ich kann robuste Versionen kaufen statt der windigen dünnen Kabelchen von Apple und von LogiLink. Am 15. April bestelle ich für insgesamt 7 Euro zwei Magsafe-USB-C-Adapter aus “wandaguangchangBzhuang26ceng2603 xinluoqucaoxijiedaoshuanglonglu1hao 364000 longyanshi CN”, Lieferung “ca. 27. April – 13. Mai”.
Am 5. Mai kommen sie an und ich merke, dass ich gar kein USB-C-auf-USB-C-Kabel besitze.
Dem Bild kann man entnehmen, dass ich jetzt nicht, wie ich eigentlich dachte, zwei Magsafe-2-Adapter und damit einen als Reserve besitze. Stattdessen habe ich einen Magsafe-1-Adapter und einen Magsafe-2-Adapter bekommen. Aber zufällig besitze ich ja jetzt auch den nötigen Magsafe-1-auf-Magsafe-2-Adapter und kann also wie geplant eins von den kleinen Dingern bald verlieren (solange ich nicht den Adapter verliere).
Ich kaufe bei eBay zwei USB-C-auf-USB-C-Kabel. Schon am nächsten Tag kommen sie an, und es funktioniert.
Jetzt kann ich endlich ein ganz einfaches Ladekabelleben führen, so wie Leute mit Laptops anderer Marken schon immer.