2025
Wo wir unsere Girokonten haben und warum (Teil 2)
Hier geht es zu Teil 1, Teil 3, Teil 4 und Teil 5
Ein Girokonto habe ich erst ab Beginn meines Studiums, bei der Sparkasse. (Vorher: ein Sparbuch der Sparkasse und ein Postsparbuch.)
Für kurze Zeit Anfang der 1990er Jahre habe ich auch eines bei der Volksbank, und zwar, so mein schlauer Plan, um mit einem Konto, auf dem gar kein Geld ist, für irgendeinen Zweck nachweisen zu können, dass ich sehr arm bin. (Schwache Erinnerung 2025: Es ging dabei um die GEZ-Gebührenbefreiung oder vielleicht auch darum, dass man gratis die Pille bekommen konnte.) Das mache ich dann aber doch nicht, ich benutze das Volksbankkonto nie und löse es einige Zeit später wieder auf.
1996 wechsle ich von der Berliner Sparkasse zur Deutschen Bank (in Form ihrer Tochter “Bank 24 AG”), weil es dort bereits Onlinebanking gibt und bei der Sparkasse nicht. Später wird aus der Bank 24 wieder die Deutsche Bank, und jetzt sieht man nur noch an meinen Bank-Karten von damals, dass sie es mal vorübergehend nicht war.
20 Jahre ändert sich nichts, bis ich 2016 zu N26 wechsle, das zu diesem Zeitpunkt noch Number26 heißt. Denn jetzt ist es die Deutsche Bank, die mir zu langsam ist bei der Weiterentwicklung ihres Onlinebankings. Leider habe ich im Techniktagebuch nicht genau genug dokumentiert, welche Funktionen mir wichtig waren, abgesehen von “Kreditkarte selbst in der App sperren”. Ich glaube (Rekonstruktionsversuch 2025), bei der Deutschen Bank gab es noch gar keine App, nur das Onlinebanking im Browser.
Im Lauf der nächsten vier Jahre werde ich immer unzufriedener mit der N26-App, und als ich davon lese, dass das Unternehmen die Gründung eines Betriebsrats verhindern will (das steht inzwischen nicht mehr so deutlich im Wikipediaeintrag, aber hier kann man es noch sehen), wechsle ich 2020 zu Tomorrow.
Anfang 2025 kündigt Tomorrow mir das Konto, weil ich es für geschäftliche Geldeingänge statt nur für private genutzt habe. Seitdem bin ich bei Revolut. Dort ist das kein Problem, weil man zum privaten Konto ein geschäftliches dazubekommt. Revolut scheint im Vergleich zu Tomorrow etwas unsympathischer zu sein, weshalb ich von Anfang an überlege, zu welcher anderen Bank ich wechseln könnte.
Vor ein paar Wochen bin ich Mitglied der BioBoden Genossenschaft geworden und habe bei der Gelegenheit darüber nachgedacht, dass die GLS Gemeinschaftsbank wahrscheinlich eine sympathische und unterstützenswerte Bank ist. (Update: Naja.) Aber ich zögere, weil ich die Internationalität meines Revolut-Kontos schon sehr gut finde. Ich verbringe fünf bis sechs Monate im Jahr in Schottland und kann damit an seltsame britische Konten Geld überweisen, ohne deren IBAN zu kennen. Vom GLS-Onlinebanking erwarte ich mir weniger, ich stelle es mir ein wenig altertümlich vor (ohne etwas darüber zu wissen).
Dank der Umzüge der letzten Jahre habe ich inzwischen ein Dokument, in dem alles drinsteht, was ich bei einem Bankenwechsel ändern muss. Es ist lang und teilweise sind die Änderungsvorgänge umständlich, aber das Umziehen schreckt mich nicht mehr ab und ich würde es wieder tun, wenn ich wüsste, wohin.
(Kathrin Passig)
















