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Der Misanthrop
„Der Misanthrop ist also deshalb Misanthrop, weil er unter Menschen nicht findet, wonach er sucht.
Das ist sein Unglück.
Deshalb zieht er sich zurück, befasst und umgibt sich lieber mit Büchern, Tieren oder Pflanzen als mit Menschen, lieber mit Landschaft als mit Gesellschaft.
Der Umgang mit Menschen, der fast immer nur ein oberflächlicher, gezierter sein kann, wo das Grobe und Banale den Takt angibt, reizt ihn nicht, stößt ihn vielleicht sogar ab.
Denn er eignet sich so wenig zum Austausch von Belanglosigkeiten wie zur Heuchelei.
Sein Unglück besteht darin, daß er für ein Small-Talk-Leben einfach nicht taugt.
Dadurch aber zieht er den Argwohn der anderen auf sich.
Denn natürlich glaubt man ihm nicht und verspottet ihn sogar wegen seines Einspruchs. Wie kann da jemand behaupten, nicht so zu sein wie wir anderen sind?
Ist er denn kein Mensch?
Hält er sich für etwas Besseres? – Also ist der Beschuldigte es leid, sich ständig dafür rechtfertigen zu müssen, vom Üblichen abzuweichen, indem er tatsächlich anders denkt und etwas anderes fühlt und will als der große Rest, der täglich durch sein Verhalten beweist, wie verschieden beide voneinander sind.“
(Frank Lisson: Weltverlorenheit)
realitätsfernfluchtsucht
jetzt nahm ich doch ein buch in die hand. nach einem dieser fernsehfilme, die anspruchsfreiheit leben. das ist auch so eine erscheinung, verursacht vom verlangen eines publikums von unkonzentrierten halbtoten. halbTAUBEN - sagte ich doch: ich langweilte diesen tag ins grab der belanglosen. sie bekreuzigen sich im kalender, reihen sich nacheinander ineinander ein. schwarz gekleidet. senken ihre blicke. sobald sie stehen. im schatten. ihre augenhöhlen sind leer. von maden zerfressen. per klassifizierender definition: völliges fehlen von kopfkapsel und echten gliedmaßen. also endlich - hatte ich im sinn ein wenig sinn. wenigstens noch. für heute. sonst wäre es erneut verschenkendes verschwenden meiner zeit. nicht eingepackt, nicht ausgepackt, nicht angepackt: es fehlte der stift zwischen den kissen und dingen in meinem bett. ich wollte ins notizbuch kritzeln, weil ich mich im worten immer selbst sehr wohl, sehr nachdenkend, sehr interessant und ganz intellektuell fühle. ein trügerischer hauch realitätsfernfluchtsucht. doch da war kein verdammter kugelschreiber. nur eine menge technischer geräte, eine kalte wärmflasche und essensrestebrösel. und ein graphitstift, aber ich hege abneigung gegen das schreiben mit graphit. nun bin ich in einem gut: im nichtentscheiden. ich bin sozubeschreiben gewohnheitsmäßiges nichts: schulternzucken, liegenbleiben. auch an dem versuch zu lesen starrte ich mich scheiternd hinweg an die decke. licht aus. auf die eine seite. auf die andere. seufzen. licht wieder an. also ein text ins handy tippen, damit ich meine illusion lieben kann. küsst schließlich meine inspiration. längst fremd. ein streichholz für den anschein eine kerze, um kurz zu glauben, dass ich mich noch nicht ganz verloren habe. es kehrt ruhe ein, aber sie kehrt leider nicht den boden, isst dem koch das haar vom kopf. der wind, der wind flüstert am fenster: was noch ist, kann auch noch sterben
Manchmal fürchte ich unterzugehen in dem Meer von Belanglosigkeiten, in das einen das Leben so wirft.
Es ist im Wesentlichen nicht von Belang
Die uninteressantesten Menschen ergehen sich nur allzu gern in Belanglosigkeiten und daran sind sie auch erkennbar, jedenfalls für die, die sich im Wesentlichen mit dem Eigentlichen und Wesentlichen befassen. Wer nun das Wesentliche nicht erkennt, darauf besteht, dass das so sein muss und sonst auch keiner kann und schon gar nicht ich, der interessiert mich nicht. Dr. Dr. Immanuel Fruhmann alias…
Petitesse - Randnotiz - 2024-08-05
Dieses fast vergessene Wort “Petitesse” schlich sich neulich in mein Ohr, als ich den Worten eines renomierten deutschen Rechtsanwaltes lauschte, als er ein Interview gab. Ist das nicht ein tolles Wort? Dem Französischen entnommen, war dieses Wort sicher irgendwann einmal total schick. Leider konnte ich nicht herausfinden, zu welcher Zeit das tatsächlich benutzt wurde. Heute ist der Gebrauch…
Die Philosophie der Massen
Die Philosophie der Massen ist das ständige Hochspielen und Feiern von Belanglosigkeiten, und in Demokratien wie der österreichischen, wo jeder Mensch aus seiner Sicht ein Philosoph ist, auch noch das Gleichsetzten ihrer Philosophie mit dem Studium der Philosophie. Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
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