Anfangen: das ist das Ziel

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@mollherz
Anfangen: das ist das Ziel
The marsh girl
nach dieser Hitzewelle den Regen genießen
wie ein Torfmoos am Verdursten
Unter der Gänsehaut mit Wassertropfen
in aufgestellten Härchen fühle ich mich.
wie Sonnentau
Werde ich in einem Jahr zurückblickend noch nachvollziehen können, dass ich wegen ihm heute so leide? dass ich mich so nach ihm sehne? dass es sich anfühlt, als könne ich ohne ihn nicht leben, nicht einmal überleben? oder werden sich meine Augen so verdrehen, dass ich nichts mehr werde verstehen können?
Ich beerdige unsere Freundschaft jeden Tag aufs Neue. Nach der Trauerfeier versuche ich mir dann einzureden, dass ich momentan alles nur schwarz sehen kann, dass da aber doch Hoffnung ist. Sogar außerhalb einer Depression objektiv realistische Hoffnung. Glaub mir, ich versuche zu glauben. Dass Leben und so weiter geht. dass wir uns wieder- finden und sehen.
Gerade, wenn ich mich fast so weit habe, aufzustehen und uns noch eine Chance zu geben, klingeln Palliativmedizin und Sterbehilfe und lassen Verzweiflung, Enttäuschung, Schmerz, Einseitigkeit, Obsession, Abhängigkeit, Eifersucht eintreten, damit ich erneut endgültig unseren Verlust beweine, Abschied nehme, um dann kurz zu hoffen, dass wir uns finden, bevor es zu spät ist
was ist es denn, das uns verbindet? kann es das hier überleben? Aber selbst wenn. Selbst wenn es stark genug wäre, uns über den Abgrund tragend zueinander balancieren zu lassen, uns fehlte das Gleichgewicht,
„Ich idealisiere ihn nicht mehr“ erzählte ich meinem Therapeuten, „nicht mehr so sehr, jedenfalls.“ über dich. lass ich nichts kommen. beim Eingang einer jeden Nachricht wünsche ich mir dich als Absender. ich bin noch immer fixiert auf dich - das zu leugnen, wäre absurd. Aber die Fesseln samt Sicherheitsgurt lockern sich langsam. wenn du nicht auf mich reagierst. kann ich damit leben? dass du meinen Kontakt nicht suchst? Kann mich in keine Abgründe werfen, in denen ich bereits stecke. du bist nicht mein Untergang, aber auch nicht meine Rettung. Du kannst mir die Verantwortung für mich, mein Leben, meine Zukunft nicht abnehmen - und ich muss aufhören, dir meine Protagonistenrolle überzustülpen, und endlich wieder selbst handelnd zum Geschehen beitragen.
ich sehe das Potential, aber auch die Planlosigkeit. die Originalität, komplett unbeherrscht jeglicher Organisation - ich bin mir dem bewusst und mir bewusst. mir fehlt es an nichts. was ich brauche, ist da und ich. leidenschaftlich laienhaft Spinnerin roter Fäden
trotzdem wage ich zur Zeit keinen Blick in die Kisten mit Bastelmaterial, Spiegelscherben und LEGO-Steinen.
——
Notiz an mich, da wichtige Erkenntnis beim Schreiben dieses Posts: ich habe Angst wegen der Illusion, ich könnte nichts Neues schaffen, nur das alte Gewohnte. und auch das nicht mehr in früheren Umfang. Aber nein, nein, nein, momentan muss ich gar nichts vollkommen Neues erschaffen. Momentan brauche ich nur mich und Wörter. Lea, was ist los, du kannst schreiben. Auch um dich selbst zu bewerben. Gut zu verkaufen. Es darf dir sogar Spaß machen, lass das zu.
statt an meine Zukunft denke ich an Dich
Meine Nähe:
Du gehst ihr nicht aus dem Weg
Aber du suchst sie auch nicht
Stunden vor dem Wecker hellwach im Dunkeln, jeder Regentropfen spielt beim brutalen Aufschlag einen zarten Ton. Ich stelle mir einen riesigen Tausendfüßer vor, der munter im Garten, auf Asphalt und Häuserdach krabbelt - so dürften seine Füße tasten, könnte man es hören, oder nicht? Ich genieße die Wahrnehmung anderer. und Wiedergeburt und -gebären des Erlebens. im Beschreiben. es rührt und regt sich und mich an, zuzuhören
Ich erfülle mir das Bedürfnis nach einer Tasse Kaffee am Morgen noch vor der Notwendigkeit, den Tag zu beginnen, und schlüpfe zurück unter die Bettdecke. diese Zeilen sind nicht schnell eingetippt, das Fehlen und die Fehler der Übung sind mehr. als eindeutig.
wir lebten und liebten
uns stets
ohne Zukunft
Fürchterlich neben der Spur
das Spüren fürchtend
was, wenn du es wahrnimmst?
und aus Gründen nichts entgegnest?
ich bastle an Vorwänden,
mich dir zu nähern - Mauern
errichtet, um einzustürzen
die Sehnsucht nach Berührung lässt sich nicht aussprechen in den Situationen, Umständen und Kulissen, in denen wir uns befinden. Außerhalb dieser und hinter ihnen, draußen könnten wir uns lieben. Es reißt mich hin- und her zwischen dem Wunsch, die Küsse, die ich dir in meine Blicke lege, jagten dir wohlige Schauer durch den Körper, und dem schlechten Gewissen, den Mann einer anderen Frau zu begehren. Habe ich die Macht, dich zu verführen? sicherlich nicht
wie ziehe ich deine Aufmerksamkeit auf mich und über mich wie eine warme Decke an einem regnerischen Tag? Ich will ihr Gewicht auf mir spüren. Und deinen Körper. Wie finde ich den Weg in deine Träume?
die Erkenntnis, dass man nichts, einmal gelernt, einfach für immer kann, dass nichts ist wie Fahrradfahren - nicht einmal Fahrradfahren. Trifft mich in den Solarplexus. wie schwer es mir fällt, Sätze zu formulieren und aneinanderzureihen, erschreckt mich, ebenso meine Zeichnungen, meine Pinselführung. Wahrheiten ändern sich: ich kann nicht zeichnen, ich kann nicht schreiben. Vielleicht werde ich es mir wieder erarbeiten,
rentabel unterschlagene Niedergeschlagenheit,