März 2021
Viel Pfanne, wenig Pixel
Ich koche etwas. Es ist lecker und, wie ich finde, auch halbwegs hübsch. Deshalb mache ich mit meinem Handy ein Foto von der Pfanne, die kurz vor dem Servieren auf dem Herd steht. Später, als ich am Rechner sitze, komme ich auf die Idee, das Foto in den auf Essbares spezialisierten Subchat der Redaktion zu posten. Das Foto zeigt allerdings neben der Pfanne auch noch den halben und schmutzigen Herd, der kulinarisch und ästhetisch weniger interessant ist. Bevor ich das Foto poste, möchte ich es also zuschneiden. Wie gehe ich vor?
Vom Handy wird das Foto ohnehin zu Google Fotos synchronisiert. Ich rufe also am Rechner im Browser meine Bildergalerie bei Google Fotos auf (unter photos.google.com) und öffne das Foto. Wahrscheinlich könnte man das Bild direkt hier zuschneiden, aber das fällt mir erst beim Aufschreiben ein. Stattdessen drücke ich auf der Tastatur die Tastenkombination Windows + Shift + S. Dadurch öffnet sich Ausschneiden und skizzieren, ein bei Windows mitgeliefertes Programm, mit dem man Bildschirmfotos machen kann. (Umgangssprachlich wird das Programm nach seinem Vorgänger oft auch als Snipping Tool bezeichnet.) Das Programm ist eigentlich nur eine schmale Leiste am oberen Bildschirmrand. Der Rest des Bildschirms wird leicht abgedunkelt. Man kann in der Leiste den Teil des Bildschirms wählen, den man gerne ›abfotografieren‹, also als Bilddatei abspeichern möchte: entweder den ganzen Bildschirm oder ein einzelnes Programmfenster oder einen rechteckigen bzw. beliebig geformten Bereich des Bildschirms, den man mit der Maus auswählt. Der für den Screenshot gewählte Bereich wird dann hell. Wenn man klickt, wird der Screenshot angefertigt und in einem separaten Fenster angezeigt, wo man ihn zum Beispiel speichern oder weiterbearbeiten kann. Ich wähle mit der Maus einen rechteckigen Bereich des gerade im Browser geöffneten Fotos aus, der nur die Pfanne zeigt. Als ich die Maustaste loslasse, erscheint genau dieser Bildausschnitt in Ausschneiden und skizzieren. Ich kann ihn von hier aus kopieren, in den Chat einfügen und den anderen mein Abendessen zeigen.
Freilich geht mit dieser Prozedur ein Verlust an Bildauflösung einher. Das Originalbild hat eine Auflösung von ein paar tausend Pixeln mal ein paar tausend Pixeln – so viel, wie meine Handykamera eben kann. Der Screenshot, den ich anfertige, hat so viele Pixel, wie mein Bildschirm braucht, um das Bild in der von mir gewählten Größe anzuzeigen. Im konkreten Fall sind das gerade mal um die tausend mal tausend. Hätte ich einen kleineren Bildschirm oder einen mit weniger Bildpunkten, wären es noch weniger. Für viele andere Zwecke – zum Beispiel das Ausdrucken des Ausschnitts eines Fotos – wäre das Anfertigen eines Screenshots wohl keine besonders geeignete Methode des Zuschneidens. Aber um den anderen mein Abendessen zu zeigen, reicht es gerade so.
(Christopher Bergmann)











