Es ist ein länger, weißer Stängel und bei vielen Völkern auch heute noch ein Symbol für Fruchtbarkeit. Zu allem (und auch im) Überfluss fließt im Frühling auch noch eine klare, leicht milchige Flüssigkeit aus Birken. Dazu muss man die Rinde der Bäume leicht anbohren und lässt einfach laufen. Bis zu drei Liter Birkensaft können so am Tag aus einem Baum herauslaufen. Den kann man dann abfüllen und verkaufen. Das hat man angeblich auch in Mitteleuropa früher einmal gemacht. Doch mittlerweile produzieren eigentlich nur noch Russland und die baltischen Länder Birkensaft in nennenswerten Mengen.
Diese Flüssigkeit erinnert nicht an Baum – eher an Gras. Leider war bei mir nur ein Saft mit Geschmack zu kaufen. So ist er leicht gesüßt und schmeckt ein kleines bisschen minzig. Von der Optik, dem Geschmack und der Viskosität erinnert mich die Flüssigkeit ehrlich gesagt an Litschi-Saft (zugegeben sowas hat wahrscheinlich auch noch nicht jeder getrunken, aber so schmeckt es halt). Ich hätte mir den Saft ehrlich gesagt noch ein bisschen dicker, trüber und bitterer vorgestellt: So wie eine abgeschwächte Form von Harz oder – ja, wie Birkenholz.
Wahrscheinlich glaubt es mir keiner, aber ich habe tatsächlich schon an vielen verschiedenen Holzanschnitten geleckt. Das hört sich krank an, aber genauso wie man den Geruch von frisch geschnittenem Holz mögen kann, kann man auch den Geschmack erleben. Leider schmeckt Birkensaft aber nicht wie Birkenholz. Sowas sollte man mal verkaufen! Übrigens ist Birkensaft aktuell auch wieder schrecklich bei allen Hipstern und Ernährungsgurus angesagt. Birkensaft soll nicht nur ein „tolles Fitnessgetränk“ sein, sondern auch herrlich zum Cocktail-Mixen geeignet sei: Ein Wodka-Birke – Prost!