Mit einer Radiologenpraxis vereinbare ich einen Termin für ein Computertomogramm (CT), leider alle zwei Jahre oder so eine Routine-Aufgabe. Dabei werde ich ermahnt, frühere Aufnahmen, egal ob CT oder Röntgen, bitte mitzubringen – aber als ausgedrucktes Bild oder auf CD. Meine Frage, ob die Daten auch auf einem USB-Stick sein dürfte, wird vehement abgelehnt. Nur CDs seien möglich.
Die Beschränkung des Datenträgers diskutieren wir kurz im Techniktagebuch-Redaktionschat. Einhellige Meinung: Das machen die Ärzte, um die Gefahr durch Computerviren auf einem USB-Stick möglichst auszuschließen.
Aus nicht so schönen Gründen ist deutlich vor dem vereinbarten Termin ein aktuelles CT erforderlich. Ich bekomme kurzfristig einen Termin, werde durchgescannt und bekomme beim anschließenden Gespräch mit dem Radiologen einen riesigen Umschlag überreicht, etwas größer als DIN A 3. Auf meine verblüffte Frage reicht er mir auch noch die CD mit den Daten, aber: viele Kollegen wollen das Ergebnis gerne als ausgedrucktes Bild haben.
Vermutlich ist es gar nicht die Angst vor Virenbefall, weswegen ich die Daten nicht einfach auf einem USB-Stick bringen darf. Viel wahrscheinlicher ist, dass normale Arztpraxen gar nicht auf diese Art von Datenträgern eingestellt sind.
Am Ausgang frage ich die Arzthelferinnen, ob sie ein Gummiband haben, mit denen ich die gerollten Ausdrucke fixieren und wenigstens in die Tasche packen kann. Nein, bedauern sie. Ich erwähne noch, dass mir die CD ja schon gereicht hätte und viel lieber sei, schon aus Transport- und Archivgründen. Aber, kommt die Antwort, die können Privatleute doch gar nicht öffnen.
Das kommt nun darauf an, was man als Privatleute definiert. Für den Mac gibt es das kostenlose Programm OsiriX, dass sich jeder herunterladen kann. Ich schaue mir damit gerne meine Röntgenbilder und CTs an. Auch wenn ich sie genau so wenig interpretieren kann wie einen traditionellen Ausdruck.