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Dokumentation über Holger Czukay, 1991:
'And sometimes, when I made a mistake and watch the mistake's result, I find out, the mistake was much more what I wanted to do, than my original intention.' [Holger Czukay, the bass player of CAN and composer]
Savid Sylvian & Holher Czukay: “Flux”
From: Flux & Mutability”
This Was The Second Recording By The Pair!
Brilliant Work of Ambient Music!
Flux + Mutability is the second collaboration between David Sylvian and Holger Czukay. It was released in September 1989. The music consists of two instrumental tracks improvised by the participants.
Holger Czukay – electric guitar (1), bass guitar (1), dictaphone (1), radio (1), engineer
David Sylvian – guitar (1, 2), keyboard instruments (1, 2), art director
Michael Karoli – electric guitar (1)
Michi - voice (1)
Markus Stockhausen – flugelhorn (1)
Jaki Liebezeit – percussion (1), African flute (2)
Phroyd
This must be a day for Holger Czukay’s hey baba reebop!
Well, I really still don't know the concrete reason for Holger Czukay's death, but everytime I listen to his music I feel happy for that he gave us the gift of his music and I feel sad for he left us something like alone, even if I never saw or met him, but since I was 16 he was one of those I really loved to listen to and maybe it's like Charles Bukowski once said, that famous people's or heroes' death reminds us of our own death and that is the reason, we get sad, but I feel some other sadness to, some of thus 'a-very-special-and-individual-maker-of-sounds-left-us-sadness', hm, maybe that is, what I wanted to express here, maybe I failed, but I underlined the post with some notation, so, that's what I did, isn't it?
Wie ein Regisseur
Die Musik, die Holger Czukay, einst Bassist, Soundentdecker und Soundschöpfer bei und für Can, jenseits der Band produziert hat, fand ich immer wesentlicher wichtiger und aufregender als die der Gruppe selbst. Das hat biographische Gründe, denn Czukays Musik entdeckte ich, als ich 17 Jahre alt war, in einer für die Musiksozialisation entscheidenden Phase. Can nahm ich erst später richtig wahr, registrierte deren Relevanz aber eher gelassen als begeistert.
1981 erschienen auf einer 12inch-EP von Czukay, Jaki Liebezeit und Jah Wobble vier Stücke, die meine Neugierde auf neuartige Musik wesentlich geschärft haben. Es sind energiegeladene und teilweise wuchtige, zugleich aber auch sehr entspannende Kompostionen. Vor allem strahlen diese Songs - 1982 durch zwei weitere Titel zu dem Album „Full Circle“ erweitert - eine anfangs rätselhafte, weil schwer zu beschreibende Raumpräsenz aus. „The music flies all over the room“, hat der Musiker Julian Cope später einmal geschrieben. Das Stück „How much are they“ - ein Rip-off des Titels wurde 1992 ein Ravepop-Hit („Don’t you want me“, Felix) - ist für mich ein ähnlich emblematisches Stück für die frühen 1980er Jahre wie „Blue Monday“.
Die nun vorliegende Box „Cinema (Retrospective)“, auf der die komplette EP vertreten ist, umfasst Beiträge von Soloplatten und Kollaborationsprojekten Czukays aus der Zeit zwischen 1960 und 2014, darunter auch eine Gemeinschaftsarbeit mit Karl-Heinz Stockhausen, der in den 1960er Jahren sein Lehrer gewesen war. Die Box dokumentiert vor allem, wie virtuos Czukay eine Arbeitsweise beherrschte, die sich am besten mit dem Begriff analogem Sampling bezeichnen lässt. Czukay entdeckte Sounds im Kurzwellenradio, etwa den iranischen Gesang, den er in dem Stück „Persian Love“ verwendete. Das ist enthalten auf dem, vorsichtig formuliert: einflussreichem Album „Movies“, 1979 Czukays erste Platte unter eigenem Namen.
Bemerkenswert ist vor allem, dass die meisten der in der Box enthaltenen Stücke aus heutiger Sicht überhaupt nicht nach der jeweiligen Zeit klingen, zu der sie entstanden sind. Der Titel „Cinema“, den der im September 2017 im Alter von 79 Jahren verstorbene Czukay noch selbst ausgewählt hat, kann in die Irre führen, denn um Filmmusik im herkömmlichen Sinne handelt es sich hier nicht - sieht man davon ab, dass der Box auch „Krieg der Töne“ beiliegt, ein experimenteller, leicht komödiantischer TV-Film von 1987, in dem Czukay die männliche Hauptrolle spielt (das heißt, vereinfacht gesagt, zu einem Teil sich selbst), und zu dem er auch die Musik beigesteuert hat.
Der Titel „Cinema“ ist ebenso stimmig wie es einst „Movies“ war (das für die Wiederveröffentlichung 2016 zu „Movie!“ umgetauft wurde): Czukay verwendete dabei Sounds aus verschiedenen Filmen, zu denen er beim Fernsehen Bass gespielt hatte, und erläuterte anhand des 15-minütigen Songs „Hollywood Symphony“, er arbeite ähnlich wie ein Regisseur, der aus verschiedenen Takes die besten Passagen verwende. Auf diese Weise habe er in einem insgesamt zweijährigen Prozess aus den ingesamt 18 aufgenommenen Versionen dieses Stücks die Endfassung erstellt. Diese Anekdote zeigt beispielhaft, wie beschwerlich die Bedingungen für Czukays Kunst in prä-digitalen Zeiten waren.
Der Text ist in einer kürzeren Fassung in konkret 4/18 erschienen.