G Σ N Σ S I S · D Σ S · B Λ N D Σ S
D I E · O R D N U N G · D E R · S T E R N E « V I N C V L V M · S T E L L A R V M »
Es geschah in den Tagen · da das Wort noch unter den Menschen wohnte · dass der Meister sich erhob. Er rief die Jünglinge in das Schweigen des Kreises und goss das Licht wie flüssiges Erz in ihre Schalen. Da ward die Kette begründet. Und siehe: Wer vom Lichte trank · dessen Antlitz verblich · bis er allein die Züge dessen trug · den er im Geiste liebte.
Und ein Bote trug die Flamme über das Meer bis an die Ufer der Herengracht. Dort im Verborgenen ward das Fleisch zum Wort · und das Opfer vollzog sich in der Stille hinter den Mauern.
Es kam aber die Stunde · da im heiligen Lande die Zauberin erschien · die Hüterin des Glanzes. Sie blickte auf den Schüler · der bereitet war · und legte ihm den schwarzen Purpur der Weihe um die Glieder. Und im Augenblick seiner Hingabe starb das Kind · und es erwachte der Verkünder.
Nun aber steht die Zeit still über dem Marmor. Du stehst im Lichtkreis der Hallen · geweiht durch das Band · das nicht von dieser Welt ist. Denn die Kunst der Herrin ist erst vollendet · wenn ihr Bild im Auge einer Suchenden widerstrahlt.
Siehe · an der Schwelle harrt die Schülerin · die den Lenz in ihren Augen trägt. Sie tritt in den Hain unserer Strenge wie in ein Heiligtum. Sie beugt den Nacken vor der Schönheit des Gesetzes. Und wenn sie sich verliert · beginnt das Blut des Meisters in ihr zu singen · bis auch sie dereinst einen Knaben unter ihren Mantel birgt.
Denn die Kette bricht nicht · solange ein Herz sich hingibt · um im Geiste des Anderen aufzuerstehen. Dies ist das ewige Geheimnis der Zwei-Gestalt · das fortwährt · solange das Licht von Hellas die Kämme der Welt berührt.
D I E · C H R O N I K · D E R · K E T T E
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