Ein Körper wird trainiert, schlimmstenfalls sich selbst überlassen. Er denkt nicht und kennt keine Begründungen für sein Verhalten. Die einzige Steuerung, die ein Körper hat, geht vom Kopf aus, vom Gehirn aus.
Dennoch können die Zellen einen Mangel an Versorgung zum Ausdruck bringen. Verhaltensweisen und Muster können daher verschiedene Ursachen haben.
Ein Körper weis daher auch schon gar nicht, was eine Diät ist. (et al. Bredenkamp, 2011, S. 30)
Ein Körper will überleben, das ist sein Ziel. Wenn demnach Nahrung fehlt, dann schaltet der Körper ab einem gewissen Verhalten in den Überlebensmodus. Sobald der Körper aber wieder genug Nahrung erhält, beginnt dieser wieder mit dem gleichen Verhalten wie zuvor.
Der Körper stellt sich bei einem Diätprogramm mit seinem Stoffwechsel darauf ein. Er lernt, mit einer Anzahl von Kalorien pro Tag zurechtzukommen, denn das ist das Programm, das die Diät vorsieht. Der Verlust dieser Energie zeigt sich in der Muskulatur, die sich, zum Wohle des Überlebens, auf weniger Versorgung eingestellt hat.
Dieses Verstoffwechselungsverhalten des Körpers hält so lange an, bis das Ziel, Gewichtsreduktion oder definiertes Gewicht erreicht ist.
Nachdem das mentale Ziel erreicht wurde, ist das Individuum psychologisch vom Druck, ein Level halten zu müssen, befreit und kann freien Willens entscheiden, wie es die vor ihm liegende Zeit mit der Ernährung gestalten möchte.
Durch den legeren Umgang beginnt dann eine Ereigniskette, die sich über den Ursprungszustand hinaus entwickelt und man mehr ist als zuvor.
Der Körper war bisher auf den Zustand von Überlebensfähigkeit eingestellt und erkennt durch die legere Nahrungsaufnahme, also das teilweise überschreiten der Nahrung gegenüber der Diät, das Nahrung wieder zugänglich ist.
Jetzt beginnt der erneute Verstoffwechselungsprozess. Der Körper ist aus der Funktion der Homöostase, also dem biologischen Ausgleichsbestreben bemüht, den Verlust wieder auszugleichen, der durch die „Hungersnot“ erlitten wurde. Es kommt zu Heißhungerattacken.
Während der Energieeinsparung wurde Muskelmasse abgebaut und lagert sich im Fett ab. Wenn in dieser Phase Nahrung aufgenommen wird, lagert sich dieses bevorzugt direkt im Fett ein, nicht mehr im Muskel, da dieser im Sparmodus ist. Dieser Ursprung entspringt der Saisonalisierung, als Menschen lernen musste für den Winter vorzusorgen. Im Winter war die Nahrung eher knapp und die Bewegung wurde gedrosselt, so dass auch wenig Muskelkraft nötig war. Über die Jahrhunderte, Jahrtausende hat der menschliche Körper gelernt seine Energie effizient und Effektiv einzusetzen.
Die Verstoffwechselung wieder dorthin zu trainieren, dass Fett verbrennt wird und Muskulatur aufgebaut ist nach dem Diät-Heisshungerattaken mühselig, da auch die mentale Motivation eine Rolle spielt.
Der Jo-Jo-Effekt ist ein Phänomen der Neuzeit. Menschen haben die Nahrungsaufnahme in rund 50.000 Jahren Nahrungsmittelknappheit gelernt. Der Nahrungsüberschuss ist erst sei rund 50 Jahren etabliert. Dennoch gibt es noch viele Staaten, die Nahrung nicht kontinuierlich und unterbrechungsfrei zur Verfügung stellen können.
Erfolgreich Trainieren, Andreas Bredenkamp, Michael Hamm, Milon Fitness Contur Verlag 2011
Andreas Bredenkamp (1959)
Andreas Bredenkamp ist Sportwissenschaftler an der Universität Münster mit Schwerpunkt Trainingslehre und Sportmedizin. Als Sporreferent und Buchautor ist er auch als freier Autor für divere Fachzeitschriften tätig.
Bredenkamp entwickelte mit Fitnessclubbetreibern einen Fitnessführerschein, der für eine bessere Betreuung der Mitglieder beitragen soll. Er selbst erlangt verschieden Preise und war in den 1980er Jahren mehrfacher Deutscher Meister im Bodybuilding.
Michael Hamm (1951)
Professor für Ernährungswissenschaften an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Als Referent und Buchautor, sowie Redner, häufig gesehener Gast in Arbeitskreisen und Gesellschaften. Sein Ernährungsratgeber war Bestseller und sein Spezialgebiet ist die Erforschung des Zusammenhangs zwischen Bewegung und Ernährung.