Du wirst niemals die Hölle in meinem Kopf verstehen.

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Du wirst niemals die Hölle in meinem Kopf verstehen.
Am 01. Januar 2011 verlor ich meine beste Freundin. Erst ein Jahr später konnte ich mich zusammenreißen und ihr Grab besuchen. Es gab nicht einen Tag in den letzten sieben Jahren, wo meine Gedanken nicht kurz bei ihr waren. An dem sie mir nicht gefehlt hat. Egal wie oft ich drüber nachgedacht habe, ich habe nie verstanden, wieso sie nie erwachsen werden durfte. Nie eigene Kinder kriegen durfte. Nie die Welt sehen durfte. Sie fehlt mir.
- Ausschnitt aus einem Brief an meine Therapeutin (29.August 2018)
Es sind mittlerweile 13 Jahre vergangen. Es ist mehr als ein Jahrzehnt vergangen und ich bete noch heute jeden Tag für sie. C, Du warst meine Schwester. Mein Fels in der Brandung. In ewiger Liebe, in ewiger Freundschaft.
Ich denke an dich,
auch wenn jeder dich vergessen hat.
Ich bin bei dir,
auch wenn es nur in meinen Gedanken ist.
Ich liebe dich,
auch wenn ich es immer leise getan habe.
In ewiger liebe,
in ewiger Freundschaft,
solange bis der Tod uns irgendwann wieder vereint
Jeder ist im Krieg mit verschiedene Dingen. Ich bin im Krieg mit meinem eigenen Herzen.
Gefühlt sitze ich mein gesamtes Leben schon in einem tiefen, dunklen Loch. Jedes Mal, wenn ich mich mit aller Kraft und Mühe nach oben gekämpft hatte und mich grade mit einer Hand herausziehen wollte, kam jemand vorbei und trat mir auf die Finger, sodass ich gezwungen war, loszulassen, und erneut auf den kalten Bodes des dunklen Loches aufschlug.
Egal, was ich machte und versuchte, ich war j d blieb in diesem verdammten Loch gefangen.
Langsam scheint es Berg auf zu gehen, auch wenn ich an einigen Tage schwere Rückfälle der Trauer habe und ich mich in diesen Situationen am liebsten vergraben möchte. Es tut immer noch weg über all das hier nachzudenken. Aber das wird es wahrscheinlich immer.
Nachdem sich vor einigen Tagen eine Mitpatientin, eine Freundin, kann man schon sagen, sich das Leben genommen hat, hat sich etwas in mir verändert. Ich habe in diesen letzten Tagen sehr viel darüber nachgedacht, wie sich meine Mutter, Oma und meine Geschwister fühlen würden, wenn ich plötzlich verschwunden würde. Welcher Trauer sie ausgesetzt wären.
Natürlich verschwinden die Gedanken an den Tod nicht sofort. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich an manchen Tagen nicht den Drang habe mich selber zu töten. Oder mir Schaden zuzufügen.
Aber ich versuche es. Ich versuche diesen Drang mit aller Kraft zu widerstehen. Ich versuche die Macht über diese Gedanken zubekommen. Ich werde versuchen den Teufel in meinem Kopf zu besiegen.
Ich werde wieder arbeiten gehen. Ich werde in eine andere Stadt ziehen und keinen Blick zurück werfen. Ich werde neue Menschen kennenlernen und ihnen vertrauen, so als würde ich nie verletzt worden sein. Ich werde keinen Gedanken daran verschwenden, wer oder was mich in der Vergangenheit nach unten gezogen hat. Ich werde mit den Steinen, die man mir in meinen Weg gelegt hat, ein schönes Haus bauen.
Ich werde anfangen mich selber zu lieben und zu schätzen, egal wie schwer es am Anfang werden wird. Aller Anfang ist schwer, stimmt‘s?
Ich werde kämpfen. Nur für mich.
Weil ich endlich aufhören möchte nur zu existieren. Ich will endlich anfangen zu leben. So wie ich es immer wollte.
Früher war dies meine Heimat, mein Zuhause. Ich habe mich geborgen gefühlt, habe Zugehörigkeit und Frieden empfunden. Ich fühle mich einsam und verlassen. Das hier ist nicht mehr meine Heimat, mein Zuhause. Das war es mal und es wird immer ein wichtiger Bestandteil von mir bleiben, aber hier bin ich nicht aufgehoben.