Alter, ich rock' das und wenn ich Bock hab', dann geht die Post ab wie bei Briefträgern auf Koks im Helikopter.
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Alter, ich rock' das und wenn ich Bock hab', dann geht die Post ab wie bei Briefträgern auf Koks im Helikopter.
Worte als Nocebos
Sätze wie "Das tut jetzt weh" oder "Sie sind ein Risikopatient" können Patienten verunsichern, im schlimmsten Fall Symptome hervorrufen oder gar töten. Insbesondere ängstliche Menschen sind anfällig für die "Nocebo"-Wirkung ärztlicher Worten. (Im Gegensatz zur positiven Wirkung von Placebos).
Als Konsequenz wird von Ärzten mehr Fingerspitzengefühl in der Gesprächsführung verlangt. "Manchmal ist es besser, dass Ärzte gar nichts sagen, statt den fragilen Gemütszustand, in dem sich viele Patienten ohnehin befinden, weiter zu erschüttern," so das Fazit in der Süddeutschen Zeitung.
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Kommunikation machen immer zwei und der Kontext spielt auch eine Rolle. Also nicht nur Ärzte (ergänze: Chefinnen, Beamte, Lehrer,...) müssen in ihrer Sprach-Sensibilität geschult werden, sondern auch die empfangende Seite braucht mehr Kompetenz für etwas, was ich mal "waches Zuhören" nenne. Sender und Empfänger sind wir praktisch alle, ständig. Kompetenzentwicklung in diesem Gebiet passiert leider eher zufällig.
Formeln sind schlechte Meme?
Wissenschaftliche Artikel zu Ökologie und Evolutionstheorie werden weniger zitiert, je mehr mathematische Formeln sie enthalten. Das fanden Tim Fawcett und Andrew Higginson in einer Studie heraus (veröffentlicht im Fachmagazin PNAS online). Sie empfehlen daher, Formeln in den Anhang zu verbannen oder in Worten auszudrücken.
Interessant finde ich daran, dass mathematische Formeln die Wissenschaftlichkeit und Überprüfbarkeit unterstreichen sollten. Zumindest theoretisch. Dem Denken und der Verbreitung von Ideen hilft die abstrakte Sprache aber nicht unbedingt auf die Sprünge.
Ökonomenratschläge
Hanno Beck, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Pforzheim, wetterte in der FTD vom Freitag (13.5.2011) gegen "Self-made Experten" und "populäre Empörungsliteratur", die sich mit simplen Argumenten gegenüber professionellen Ökonomen in Szene setzen - und damit durchkommen. Dass das so ist, liegt aber auch an den Ökonomen selbst, die sich lieber in ihrer Fachsprache verschanzen:
"Wir Ökonomen haben es Politiktern und Demagogen leicht gemacht. Statt in einfachen, gerade gesetzten Worten Probleme zu erläutern und auf den Punkt zu bringen, haben wir uns hinter Modellungeheuern verschanzt, Formeltürme gebaut, haben die siebte Ableitung der fünften Fußnote berechnet und das alles in Fachjournalen veröffentlicht, die nur eingeweihten Zirkeln geläufig sind."
Leider ist das bei anderen Wissenschaften durchaus ähnlich... (s. Artikel im Spiegel)
Fachsprache macht einsam bzw. exklusiv
"Die Sprache gehört zu jenen Themen, für die sich viele Menschen interessieren. Dennoch gibt es keinen einzigen deutschen Linguisten, dessen Name einem interessierten Nicht-Fachmann sofort einfallen würde."
Aus einem Artikel im Spiegel über die Unverständlichkeit der deutschen Wissenschaftssprache. Das gilt, leider, auch für die Sprache der Linguisten. Und so bleibt man unter sich..