Indische Lotosblume (Nelumbo nucifera) by Botanica-Creativa https://flic.kr/p/2my4oPj
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Indische Lotosblume (Nelumbo nucifera) by Botanica-Creativa https://flic.kr/p/2my4oPj
Nesselhemd
Der Grundschnitt des Nesselhemdes ist für einen Riesen oder eine Riesin angelegt. Heimdall vielleicht - ihm/ihr wird die Brennessel zugeordnet. > Auf die zugeschnittene Seide werden die rohen grob gekämmten Nesselfasern von ca 100 Nesselstängeln in Längsrichtung grob aufgenäht. Das Vorder- und Rückteil wird in enge Falten zusammengeschoben und handflächengroß eingebunden. > Die beiden Stoffklumpen werden gekocht. Nach dem Trocknen werden sie auseinandergefaltet und mit der Hand zu einem kurzen Hemd zusammengenäht. Es entsteht ein widerspenstiges und (außen) kratziges Faltengewebe, das dem schäumendes Meer ähnelt
Heimdall (vermutlich „der/die die Welt Beleuchtende“) wurde „am Rand der Erde“ von neun Meerfrauen - Meereswogen geboren, die in der nordischen Mythologie - im Buch Skáldskaparmál folgende Namen tragen: “ Himinglæva - die, durch die man den Himmel klar sehen kann, Dúfa - die Hohe, Blóðughadda - die Bluthaarige, Hefring – die Steigende, Uðr – die Schäumende, Hrönn – die Fließende, Bylgja – die Wogende, Dröfn – die Schaumbefleckte, Kólga – die Kühlende.” > website
Faserig by Pascal Volk
Indische Lotosblume (Nelumbo nucifera) by Botanica-Creativa https://flic.kr/p/2mP5H9c
Gespräch mit Pflanzen - Talk with plants
Wir haben eine lange Geschichte mit den Pflanzen und somit eine Vielzahl von Kommunikationsmöglichkeiten. Ich vermute, dass die Erinnerungen daran in den Tiefen unseres Körpers gespeichert sind und jederzeit über Hautkontakt - Hand-Arbeit aktiviert werden können. Wir haben uns angewöhnt, auf die Pflanzen herab zu schauen - eine Haltung, die eine wirkliche Kommunikation erschwert bzw. unmöglich macht.
Ich hatte eine Begegnung, wo eine Pflanze von oben auf mich herabschaute.
Im letzten Sommer sass ich im Freien und löste die äußeren Fasern von halb getrockneten Brennnesselstielen. Das ist eine langsame Arbeit, bei der die Finger Stück für Stück an den Stielen hinab wandern, sie brechen und die Fasern aus den geriffelten Stielen schälen, ziehen, rollen, lösen. Und es ist eine genussvolle Tätigkeit, da die Finger, Augen und Ohr sich freuen über die unfassbare Feinheit der Fasern, die zugleich gekoppelt ist an eine Festigkeit dieser Fasern, die bei jeder Bewegung durch den Widerstand an der Haut der Fingerkuppen begutachtet wird. Das ist etwas, was sogleich auch innerlich spürbar ist und sich auf die Stimmung übertragt: eine sanfte feine Spannung und ein Gefühl des Hell-Wachseins.
In meiner tätigen Versunkenheit fiel irgendwann mein Blick in den Himmel. Hinter einen aufgetürmten Quell-Wolkenberg am Horizont sah ich eine fasrige Wolke, die dem fasrigen Hauch am Rande des Nesselstengels zwischen meinem Fingern auf magische Weise ähnlich sah.
Für mehr als einen Wimpernschlag - Verlangsamung/Aussetzung der Zeit - spürte ich etwas unfassbares in meiner Hand - als hätte ich eine Wolke zwischen den Fingern, die im Sog der Verlangsamung und Zeitauflösung - meine körperlichen Grenzen und Vorstellungen sprengte.
Der Hauch der Fasern schien mich aus dem All in jeder Faser meines Inneren zu berühren. Und umgekehrt: Die Fasern der Brennnessel reichten von meiner Hand mehr als 7000 m in die Tiefe des Alls.
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Das Foto ist invertiert, da das Kontrastierende Blau-Weiß des Himmels in diesem Fall vom Wesentlichen ablenkt: der fasrigen Wolke hinter dem Wolkenberg.
Die Cirrus Wolken kann man gut von oben durch die webcam der ISS beobachten (wenn sie nicht gerade über die Nachtseite fliegt) und ich frage mich gerade, ob Cirrus Wolken eine Art Übersetzer sind? *
We have a long history with plants and thus a variety of ways to communicate. I suspect that the memories of this are stored in the depths of our bodies and can be activated at any time through skin contact - handwork. We have become accustomed to looking down at the plants - an attitude that makes real communication difficult or impossible.
I had an encounter where a plant was looking down on me from above. Last summer I sat outside and loosened the outer fibers from half-dried stinging nettle stems. It's slow work with fingers moving down the stems bit by bit, peeling, pulling, rolling, loosening the fibers from the ridged stems. And it is a pleasurable activity, as the fingers, eyes and ear delight in the inconceivable fineness of the fibers, which is at the same time coupled with a firmness of these fibers that is appraised by the resistance on the skin of the fingertips at every movement. This is something that is immediately felt internally and is transferred to the mood: a gentle fine tension and a feeling of light wakefulness.
In my active absorption, my gaze fell at some point into the sky. Behind a piled-up mountain of spring clouds on the horizon, I saw a fibrous cloud that looked magically similar to the fibrous wisps on the edge of the nettle stem between my fingers. For more than a blink of an eye - slowing down/suspending time - I felt something inconceivable in my hand - as if I had a cloud between my fingers that in the maelstrom of slowing down and dissolving time - burst my physical boundaries and imagination. The wisp of fiber seemed to touch me from space in every fiber of my being. And vice versa: The fibers of the nettle extended from my hand more than 7000 m into the depth of space.
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The photo is inverted, because the contrasting blue-white of the sky in this case distracts from the essential: the fibrous cloud behind the cloud mountain. The cirrus clouds can be observed well from above through the webcam of the ISS (if it is not flying over the night side) and I just wonder if Cirrus clouds are something like translators?
Tropfen auf Atemschutzmaskenstoff durch Mikroskop / Drop on breathing mask fabric through microscope 13.06.2020
HEU oder der Versuch meinen Vater zu berühren.
Etymologie: „Heu“ n. ‘abgemähtes, getrocknetes Gras’ = eigentl. ‘das Gehauene’ bzw. ‘das zu Hauende’. „Hauen“ ‘schlagen, prügeln, fällen (Holz), (zer)hacken (Fleisch), mähen, bearbeiten, behauen (Stein), loshaken, abschlagen (Erz)’ mhd. mnd. houwen ‘(ab-, ein-, nieder-, zer)hauen, schlagen, stechen, behauen, bearbeiten, (ab-, zu)schneiden, ernten’ aengl. hēawan, engl. to hew,
Ich habe immer wieder versucht, meinen Vater zu berühren. Als er so verloren im Dunkeln lag. Als er Schmerzen hatte. Als er gefroren hat. Als er nah war. Er hat sich immer wieder zurückgezogen. Zum Abschied bedankt er sich: „Es ist was anderes, wenn du da bist. Du bist dann greifbarer! Ich kann dich anfassen!.“ Und dabei greift er mit Armen und Händen in den leeren Raum vor sich.“ Leidenschaftlich.
HAY or the attempt to touch my father.
Ethymology: „Hay“ n. ‚Mown dried grass‘ = actually „the hewn“ or „the to be hewed“ google translates: To chop, to chop, to chop, to chop, to chop, to chop, to chop, to chop, to chop, to chop, to chop, To cut, to cut, to cut. I add nidi: “hauen“ to fell, cudge (wood), to chop (meet) to mow, to treat, to dress (stone), to hew off (ore) - how, beat, prick, knap, edit, cut, crop, OE. Hēawan, eng. to hew,
I kept trying to touch my father. When he was so lost in the dark. When he was in pain. When he’s frozen. When he was close. He has always withdrawn. When I left, he thanked me.“It’s different when you’re here. You are more tangible. I can touch you!“ And he grabs the empty space with arms and hands. Impassionate.
Textile Transformationen - Spuren des Lebendigen: Reinbek bis 18.01.2026
Der Formenreichtum und die Phänomene der Natur sowie die Spuren des Lebendigen dienen der Textilkünstlerin Julia Hühne-Simon als zentrale Inspirationsquellen. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch experimentelle Materialkombinationen, haptische Oberflächen und das bewusste Erkunden von Textur und Tiefe aus. Sie erzählen von organischen Formen und Strukturen, die sich entfalten, wachsen und…