AUS DER REIHE: EIN STANDARD / FRAGEN AN
Wir treffen den Krefelder Patrick Zentgraf gutgelaunt aber etwas geschwächt am herbstlichen Niederrhein. Seine Müdigkeit ist schnell erklärt: er hatte am Vorabend unseres Gesprächs seinen Geburtstag gefeiert.
Sueyourass.de: Für diejenigen, die dich nicht kennen: wer bist du, wo kommst du her, und mit welchen Firmen wirst du derzeit in Verbindung gebracht? P.Z.: Mein Name ist Patrick Zentgraf, bin gestern 22 Jahre alt geworden und komme aus Krefeld, NRW, wo ich seit sieben Jahren lebe. Ich fahre aktiv seit circa acht Jahren Skateboard und momentan für Arrow & Beast SkateShop. Darüber hinaus für das deutsche Team von Adidas Skateboarding, Bones Wheels, Souljahgrip und Hood Skate Company. Zur Zeit suche ich einen neuen Deck-Sponsor, ich fuhr bis vor kurzem für Sweet Skateboards aus Schweden.
Sueyourass.de: Was bedeutet es für dich konkret für Adidas zu fahren? P.Z.: Für mich ist es natürlich eine riesige Ehre in diesem Team und für Adidas zu fahren. Mehr kann ich dazu eigentlich auch gar nicht sagen; ich bin einfach extrem dankbar und freue mich über die Zusammenarbeit.
Sueyourass.de: Bislang hältst du deiner Heimatstadt Krefeld noch die Treue. Warum ziehst du hier nicht weg? P.Z.: Ich mag Krefeld und meinen persönlichen Alltag, der unmittelbar mit der Stadt verknüpft ist. So langsam merke ich aber schon, dass es mich wegzieht von hier, gerade wenn ich frisch aus anderen Städten hier hin zurückkomme. Ich könnte mir auch gut vorstellen woanders zu leben: Stuttgart, Köln, vielleicht Berlin.
Sueyourass.de: Hast du für uns einen Essenstip während wir hier sind? Welcher Laden hat Erwähnung verdient? P.Z.: Also auf jeden Fall sollen Fans von einem soliden Gyros zum Sprödental-Grill, direkt an den Straßenbahn-Linien 042 / 043 gelegen. Für sieben Euro gibt’s da einen der besten Gyros-Teller im Sektor, absolut unschlagbar.
Sueyourass.de: Du kommst gerade frisch von einer einmonatigen USA Tour mit Adidas zurück. Was hatten diese Tage für einen Einfluss auf deine Arbeit und generell dein Lebensgefühl? Wie kam das alles zustande? P.Z.: Mein Teammanager rief mich an und erzählte mir davon, dass eine teaminterne USA Tour anstünde. Da musste ich nicht lange nachdenken, ich begriff die Situation als große Chance und war sehr aufgeregt. Ich kann das alles noch gar nicht klar in Worte fassen. Ich weiß wie viel Arbeit es ist, aber ich kann mir nichts schöneres für mich vorstellen. Die Zeit in den USA hat mir unter anderem gezeigt, dass man wahrscheinlich alles mit Fleiß und gutem Herzen schaffen kann, alleine dieser Erkenntnis wegen hat sich der Monat da drüben schon gelohnt. Nochmal vielen Dank an dieser Stelle für die Chance!
Sueyourass.de: Was ist der Unterschied zwischen Fahren im Ausland und in Deutschland? Gibt es da merkliche Unterschiede? P.Z.: Deutschland hat viele cleane Spots, viele sind aber auch schlicht und ergreifend scheiße. Darf ich das hier so sagen? Europa hat aber eine Menge zu bieten, allem voran natürlich Barcelona: wer skatet muss einfach da einmal hin, ganz klare Sache. Europa ist skateboard-technisch auch noch nicht so wirklich von den Amerikanern entdeckt, aber das ist nur eine Frage der Zeit und der Umstände.
Sueyourass.de: Wie beurteilst du die momentane Skate-Szenerie? Was hat sich im Vergleich zu deiner eigenen Anfangszeit getan? P.Z.: Es hat sich definitiv etwas getan. Zum einen hat bereits fast jedes Dorf einen Skateplatz mit amerikanischem Touch. Zum zweiten ist das Internet als Faktor nicht außer Acht zu lassen. Die Kids sehen die Contests, die Videos, und werden dadurch extrem gepushed. Früher kam mal im Monat ein Video raus, welches man sich dann im Shop kaufen musste.
Sueyourass.de: Was hörst du generell für Musik? P.Z.: Musik mit einem positiven Vibe. Ich höre ein bischen Rap, aber eher die Klassiker und nicht wirklich “street-battle-mäßiges”. Ich mag Musik zu der man mitsingen kann, die mich fröhlich stimmt; das Feeling muß einfach stimmen. Das mit dem Musikhören beim Fahren selber hält jeder anders: ich persönlich fahre so gut wie nie mit mp3-Player, höchstens vielleicht zum aufwärmen.
Sueyourass.de: Wie geht’s es für dich jetzt sportlich weiter? Was sind deine nächsten Schritte und Ziele? P.Z.: In erster Linie ist mein Ziel gesund zu bleiben und weiterhin diszipliniert zu fahren. Das beinhaltet auch einen gewissen Life-Style: kein Bier am Skateplatz, und den Feierabend nicht beliebig zwischen 17h und 20h schwanken lassen. Kontinuität ist der Schlüssel zum Erfolg, und ich bin extrem hungrig nach dem Verzehr meiner bisherigen Vorspeise (lacht). Ich gebe nicht auf, egal was passiert. Der Winter steht jetzt vor der Türe, und da ergibt sich in NRW, beziehungsweise in unserer Region, ein Problem, denn wir haben hallentechnisch nur die Halle in Dortmund. Das heißt mindestens eine Stunde Zugfahrt. Für Berufstätige oder Leute in der Ausbildung ein ernsthaftes Problem.
Sueyourass.de: Letzte Worte, Grüße. P.Z.: Auf die Gefahr hin, dass das jetzt zu aufgesetzt kommt… eine Bitte an die Menschen: hört auf Kriege zu führen und diese zu unterstützen. Bleibt alle aufrecht, lasst euch nicht unterkriegen. Achja: und hört auf zu lügen, ganz wichtig. Des weiteren grüße ich meine Jungs und die ganze Volta-Connection.
Sueyourass.de: Danke für deine Zeit, und alles Gute in der Zukunft, Paddy! (Photo: Adam R. / FDF Ent.)











