Gestern habe ich ein sehr gutes Beispiel erlebt, warum es wichtig ist, für Frauen die weibliche Form von Berufsbezeichnungen zu benutzen.
Ich hatte einen Termin in einer Gemeinschaftspraxis. Ich habe extra im vorhinein telefonisch abgeklärt, dass ich diesen bitte bei der letzten Ärztin wie letztes mal haben möchte, da es sich um ein Muttermal im Intimbereich handelt und ich somit 1.) lieber mit einer Frau sprechen wollte und 2.) diese das Muttermal bereits vom letzten Termin kennt und die Veränderung besser beurteilen kann.
Gestern also: die Arzthelferin geht aus dem Behandlungszimmer und sagt im Rausgehen “der Arzt kommt gleich”. Ich mache mir die ganzen 15 Minuten lang, bis “der Arzt” da ist, große Gedanken. Was tue ich? Gehe ich raus und frage nochmal nach? Sage ich dem Arzt, wenn er kommt, dass ich von ihm nicht untersucht werden will? Sage ich gar nichts? Beschwere ich mich im Nachhinein? Irgendwann bin ich vor lauter Hineinsteigern schon so weit, mir die schlimmsten Fantasien sexueller Belästigung auszumalen.
Ende der Geschichte: Die Ärztin vom letzten Mal kommt ins Behandlungszimmer. Alles gut.
Liebe Arzthelferin. Es war eine ÄRZTIN. Bitte benennen Sie diese auch so und machen Sie den Arztbesuche nicht emotional anstrengender als sie es bereits sind! (Zu allem Überfluss musste ich die Rechnung am Ende sogar noch unter “Unterschrift Patient” unterzeichnen)