Demokratie ohne Vision
Mittlerweile fühlen sich alle nur noch miserabel. So schnell wie in diesem Jahr ist die Weihnachtszeit noch nie zuvor vergangen. Und irgendwie konnte es auch keiner so wirklich genießen. Keine Weihnachtsmärkte, kein Kakao mit Rum, keine Pilzpfanne mit Knoblauch, kein Weihnachtsshopping; Statt einer besinnlichen Weihnachtszeit gab es für viele nur bare Melancholie. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass alle wahnsinnig geworden sind. Während die politischen Ränder Macht- und Geltungskämpfe auf dem Rücken der Demokratie führen und unsere Gesellschaft nachhaltig gefährden, umhüllt sich die gesunde Mitte der Bevölkerung in Verunsicherung und Schweigen. Am Anfang, als die Pandemie begann, wurden wir von vielen Instanzen betrogen, mittlerweile betrügen sich die Leute sogar selbst. Die meisten Menschen, die moralisierend und belehrend von Verantwortung und Respekt reden, sehen sich selbst für nichts verantwortlich, geschweige denn sind sie dazu in der Lage Respekt zu zeigen.
Die Demokratie in Deutschland ist im Grunde sehr instabil, denn sie Fußt nicht auf Inspiration oder großen Ideen, auch nicht auf einer gemeinsamen Vision von Vielfalt, Fortschritt und Freiheit, sondern lediglich auf gekränkte Blicke in die dunkle Vergangenheit und dem verzweifelten Versuch sich von ihr Abzugrenzen. Die Pandemie offenbart die Heuchelei eines Deutschen Volkes, dem Demokratie nie ein wahrer Begriff oder Wert war. Eine Gesellschaft, in der Trennung und Abgrenzung von vermeintlich Bösen oder Dummen wichtiger erscheint, als gemeinsame Werte und Wege. So wirklich ernst nehmen tut das doch keiner. Die meisten sind nur solange Demokraten, wie es ihnen von Nutzen ist. Das ist doch die Wahrheit. Jene Menschen, die Demokratie leben, verteidigen, die Demokraten aus Überzeugung und nicht etwa aus schlechten Erfahrungen sind, lassen sich nicht spalten. Ihr schon!











