Der folgende Text ist ein Auszug aus der Arbeit von Bernhard Birklbauer, welcher sich intensiv mit dem Thema befasst hat.
Mithilfe von Childrenplanet konnten in den letzten 5 Jahren insgesamt 20 Brunnenprojekte realisiert werden. Diese tragen zur Verbesserung der Lebenssituation vieler Familien in der Umgebung von Stung Treng bei. Um die Nachhaltigkeit der gebauten Brunnen zu gewährleisten, wird eine Überprüfung der Trinkwasserqualität angedacht. In der Vergangenheit fanden bei insgesamt fünf Bohrbrunnen Überprüfungen der Trinkwasserqualität statt. Bei den restlichen 15 Brunnen, die von Childrenplanet gebaut wurden, kam es noch nie zu einer Laboranalyse. Die Evaluation der Wasserqualität erfolgte auf Basis von visueller und olfaktorischer Überprüfungen, und Befragungen. Der Geruch, der Geschmack und die Verfärbung sind Indikatoren für verschiedene chemische und physikalische Verunreinigungen. Mithilfe von Befragungen der Nutzer sind bedingte Rückschlüsse auf Krankheitserreger im Wasser möglich. Eine ungefähre Abschätzung der Trinkbarkeit des Wassers ist dadurch gegeben. Eine Laboranalyse bietet den Vorteil, dass die Konzentration einzelner Stoffe genau bestimmt werden kann. Damit ist ein Vergleich mit den gängigen Grenzwerten und Richtwerten möglich. Außerdem können Parameter getestet werden, die mit freiem Auge nicht erkennbar sind. Dabei ist zu beachten, dass durch eine einmalige Analyse lediglich eine Momentaufnahme gewonnen wird. Manche Parameter können sich schnell ändern. Ein einmaliger Test kann hier zu einer scheinbaren Sicherheit führen.
Die Probenentnahme und Fahrt nach Phnom Penh verlief ohne Zwischenfälle. Sämtliche Proben wurden innerhalb von 23 Stunden zum Laboratorium gebracht und waren ohne Unterbrechung gekühlt, wodurch einem unverfälschten Messergebnis ausgegangen werden kann.
Die Werte für die chemischen Parameter Arsen, Fluorid, Nitrat und Nitrit lagen bei allen Brunnen deutlich unter den Anforderungen der Kambodschanischen Trinkwasserverordnung (Cambodian Trinking Water Quality Standard). Meist war die Konzentration so gering, dass sie durch die gewählte Messmethode gar nicht erfasst werden konnten.
Die Parameter Mangan, Trübung, E.Coli und Total Coliforms überschritten teilweise die Richtwerte der Kambodschanischen Trinkwasserverordnung und in zwei Fällen auch die Richtwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Die Mangankonzentration ist bei allen Brunnen über 0,10 mg/L und damit über dem Grenzwert der kambodschanischen Trinkwasserverordnung. Es kann davon ausgegangen werden, dass in der gesamten Region um Stung Treng erhöhte Manganwerte auftreten.
Bei den meisten Familien wird das Brunnenwasser vor dem Konsum abgekocht. Dadurch stellen Fäkalbakterien kein Gesundheitsrisiko mehr dar. Wird das Wasser nicht abgekocht, ist mit Magen-Darm-Erkrankungen zu rechnen. Zur effektiven Abtötung von Bakterien reicht es aus, das Wasser kurz zum Kochen zu bringen.
Grundsätzlich ist bei jedem Brunnen darauf zu achten, dass Wasser von außen nicht ungefiltert in den Brunnen eindringen kann und sowohl der Brunnen selbst als auch das Filtergefäß und weitere Gefäße, die zur Wasserspeicherung dienen, entsprechend abgedeckt sind und in regelmäßigen Abständen gereinigt werden. Hierzu ist das Verständnis der Brunnenbenutzer notwendig, da die Wartungsarbeiten von ihnen selbst durchgeführt werden sollten.
Aufgrund der vorliegenden, relativ einheitlichen Grundwassersituation kann über die Sinnhaftigkeit zukünftiger Laboranalysen nachgedacht werden. Es ist mit keinem großen zusätzlichen Erkenntnisgewinn zu rechnen, der die Kosten für eine weitere Laboranalyse rechtfertigt. Lediglich für Brunnen, die außerhalb des untersuchten Gebietes liegen, sollte über eine Untersuchung nachgedacht werden.