Mit dem heutigen Montag hat die Havelhammer Woche für uns drei, Demeter, Tom und mich, angefangen. Damit Euch in den nächsten Tagen nicht langweilig wird, bereite ich das Rennen in mehreren Blogeinträgen schon einmal vor. Ursprünglich wollte ich Tom und Demeter Schwimmflügel schicken, damit sie endlich das Schwimmen lernen. Nachdem bei mir in den letzten Wochen allerdings wegen Erkältung und Klausuren nicht so viel ging, will ich lieber meine Klappe nicht noch weiter aufmachen ;-) Naja, nun kriegt ihr keine tollen Bilder von zwei klapprigen Läuferkörpern mit Schwimmflügeln zu sehen. Schade! Als Gegenleistung gibt es sicherlich vom Samstag Bilder von der dicken Pellwurst (also mir) im Neo. Das ist sicherlich auch sehr amüsant anzugucken.
Fangen wir also an.
Teil 1 - So knacke ich den TriathlonDog. Oder auch: Der TriathlonDog und seine Schwachstellen.
Schwimmen
Letztes Jahr konnte ich den Tdog in Amberg bei unserem Duell ja noch deutlich distanzieren. So deutlich wird es dieses Jahr wohl nicht mehr. Wir haben beide hart gearbeitet, aber er war härter. Das Duell beim Schwimmen wird knapp. Aktuelle Buchmacher gehen davon aus, dass er bis zu 30sec vor mir aus dem Wasser kommen könnte. Ich hatte immer mal wieder gehofft, dass wir ein Neoverbot haben, aber mit dem Hochwasser können wir froh sein, dass wir überhaupt schwimmen und keinen Duathlon haben. Ohne Neo wäre der Tdog mit 27min wohl einfach zu knacken gewesen. So rechne ich jetzt mit einer 25 mit ihm.
Ich habe dieses Jahr leider keine Referenzzeit, da ich bisher keine Olympische Distanz gestartet und keinen 1500er Test geschwommen bin. Wir können bei mir aber meine 2km auf 1,5km runterrechnen. Ich bin bei der Mitteldistanz die 2km (Garmin sagt 2,1km) in lockeren 33min geschwommen. Angenommen ich wäre die letzten 500m in schnellen 1:30 geschwommen, wäre ich dort bei 25:30 mit 1500m fertig gewesen. 25:30 aber locker zu dem Zeitpunkt. Theoretischer hingegen ist, dass ich die 500m in 1:45 geschwommen bin. Dann wäre ich bei 24:15min. Würde ich nun auf die Tube drücken, könnte auch eine 22:xx oder 23:xx auf der Uhr stehen.
Fakt ist: Der Tdog hat schwimmerisch aufgeholt, muss aber nicht kleckern, sondern ordentlich klotzen, wenn er nicht mit mehreren Minuten Rückstand auf das Rad will.
In meinem Kopf spielt sich allerdings eine weitere Variante ab: Ich schwimme ihm einfach hinterher und nerve ihn mit meinen Händen an seinen Füßen so sehr, dass er schon vor dem Rad einen Nervenzusammenbruch kriegt ;-) Psychologisch wäre natürlich Variante 1 besser, wenn mein Rad schon aus der Wechselzone verschwunden ist...
Traumszenario: 2min vor ihm aus dem Wasser
Wechsel
Tja, da wird der Hund mir einiges abnehmen, denn ich werde zum ersten Mal in meinem Leben mit Kompressionssocken und Aerohelm unterwegs sein. Ansonsten habe ich leider nicht so viel vergleichbare Wechselzonenzeiten von ihm gefunden, dass ich hier empirische Schlussfolgerungen daraus ziehen könnte. Letztendlich werden wir aber alle wie die Bekloppten durch die Wechselzone pflügen. Auch hier gilt: für den psychologischen Genickbruch müßte ich aus der Wechselzone raus sein, bevor er reinkommt. Dann weiß er nämlich die ersten 11km bis zum Wendepunkt nicht, ob er mich überhaupt jemals ordentlich zu Gesicht kriegt. Ha!
Traumszenario: 3min vor ihm auf das Rad, weil er seine Hundeleine und Herrchen nicht findet ;-)
Rad
Hier kommt jetzt der Knaller. Wenn ich meine Trainingsleistungen mit seinen vergleiche, dann würde ich 5000€ auf ihn setzen. Wenn ich nun seine Radleistung in St. Pölten mit meiner in Bad Bodenteich vergleiche, dann war ich 10sec schneller! Damit hätte ich persönlich auch nicht gerechnet! Die Strecken sind zwar nicht so ganz vergleichbar, da er 300 Höhenmeter mehr hatte, ich hatte allerdings noch 2km schwimmen vorher im Körper, er nicht. Außerdem hatte ich auch keine flache Autobahn zum Einrollen. In den Bergen ist der Tdog wohl als kleiner, leichte Bergfloh unschlagbar. Havelberg ist allerdings nicht bergig, sondern windanfällig. Ich hoffe also auf schönen Wind am Samstag, denn er fährt 85er Felgen, ich nur 80er Felgen und habe mehr Kilo auf dem Sattel, sprich mir sollte es deutlich einfacher fallen die Kontrolle über mein Rad zu behalten. Selbiges gilt natürlich auch für Tom. Also Wetter: trocken, schön heiß und windig. Wir wollen es ja schließlich hart haben. Identisches Wetter wie auf Hawaii oder Lanzarote bitte! Danke.
Demeter trainiert allerdings momentan wie bekloppt auf dem Rad. Ich allerdings auch ;-) Wir werden uns dort draußen also nichts schenken. Habe mir schon verschiedene Szenarien überlegt, wie ich reagiere, wenn er vor mir aus dem Wasser kommt oder wir uns die Radstrecke lang duellieren. Top wäre es natürlich, wenn es gar nicht erst dazu kommt, weil ich vorne weit weg bin, wenn es aber zum Duell kommt, dann bitte auf dem Rad, da habe ich mehr Chancen und mehr Zeit den Tdog mürbe zu fahren!
Traumszenario: 5min vor ihm vom Rad, realistischer: 1min vor oder hinter ihm
Wechsel
Bei diesem Wechsel tut sich absolut nichts, es sei denn einer von uns beiden muss den Fitschen wie in Berlin machen!
Laufen
Ganz klar, hier kommt meine Stärke endlich zum Tragen. Im Vergleich zu Tom und Demeter bin ich eindeutig der stärkere Läufer und kann ihnen auf der Laufstrecke auf 16,5km gut und gerne 10min abnehmen. Nicht. Laufen wird hart für ihn. Für mich wird es härter. Hier muss ich nicht um den heißen Brei reden. Auf der Laufstrecke habe ich keine Chance gegen so einen verrückten Hund. Was mir allerdings in die Karten spielt: meine Laufform steigt von Woche zu Woche nach der Technikumstellung. Der Tdog hingegen hat zwar diese Woche eine Regenerationswoche, allerdings seit gestern einen Marathon in den Beinen und ist total auf den Berlin Marathon in 2:29 konzentriert. Hinzukommt, dass er gerade zwei (Blut)blasen hat und seine Schienbeine haben in den letzten Wochen auch schon wieder wegen anfänglichen Shin Plits rumgemeckert. Ich wünsche das keinem Läufer, ehrlich nicht, aber es könnte angehen, dass er dadurch am Samstag nicht sooo dominant auf der Laufstrecke ist, wie er es für gewöhnlich wäre. Das würde mir in die Karten spiele, zumal ich ja plane ihm vorher das Rennen schon kein Stück einfach zu machen. Wir sollen 5 Runden laufen. Optimistisch gerechnet, nimmt er mir auf drei Kilometern 2 min ab. Sprich, ich darf mir den Tdog spätestens in der dritten Runde mal von hinten begutachten. Ab da an werden wir einfach mal schauen, wer den besseren Zielsprint hinlegen kann. Notfalls ziehe ich meinen Sprint nämlich halt schon 9km vor dem Ziel an. Haha. Damit ist mir sicherlich jedes erstaunte Gesicht sicher. Die Situation wird mir gehören.
In seinem Bericht vom Attersee Marathon gestern schreibt er, dass ihm sein Schuh eine Nummer zu groß ist. Dort besteht natürlich die Gefahr, dass man einfach herausrutscht oder über seine Füße stolpert. Auch das wünsche ich ihm nicht, sollte aber als mögliches Szenario unbedingt in Betrachtung gezogen werden! Expect the unexpected!
Fazit
Der Tdog wird mich allerspätestens auf der Laufstrecke besuchen. Sollte er mich schon auf der Schwimmstrecke abhängen, dann wird mein Magen nicht mitspielen oder irgendwie mein Körper Ärger machen. Meine Form wird dann aber definitiv nicht Schuld sein. Sollte er auf der Radstrecke ankommen, wird wohl der erste Wechsel schnell gewesen sein und sein Herrchen nicht anwesend. Das würde mir die Möglichkeit geben mit ihm auf dem Rad in Schlagdistanz zu fahren und in der zweiten Wechselzone dann endlich die Hundleine anzulegen und mit ihm ins Ziel Gassi zu laufen. Ich werde dann direkt mal kontrollieren, ob er Beifuß gut und ausdauernd beherrscht!
Insgesamt hat die Auswertung ergeben, dass er beim Schwimmen und auf dem Rad hart arbeiten muss, um nicht den Anschluss zu verpassen und läuferisch muss er sich mal schönen, damit er nicht total verletzt in Havelberg am Freitag anreist. Wir wollen ja schließlich ein hartes Rennen!
Weiterer Knackpunkt: Er will sich in Wiesbaden für Vegas qualifizieren und hat diese Saison noch keinen Sieg eingefahren - ich schon. Im Zweifelsfall werde ich also die Hundeleine 300m vor dem Ziel öffnen, um ihm eine ehrliche Chance auf den Sieg zu wahren. So viel Fairness muss sein!
Hoffnungsträger: Der Martin Draxler hat den Tdog schon bei der OD vorletztes Wochenende geschlagen. Man muss nur schnell schwimmen, Rad fahren und laufen. Es ist also in der Tat möglich!
Teil 2 folgt morgen Abend oder Mittwochmittag. Das ist hier vom Strandwetter abhängig. Der Teil beschäftigt sich dann mit Tom. Ich hoffe, dass ich über ihn noch irgendwelche Daten von den Amerikanern von ihrem Prism Programm oder von Edward Snowden kriege, denn die aktuelle Faktenlage ist leider arg dünn. In diesem Sinne möchte ich mich auch beim Tdog bedanken, der mir schon seit Wochen immer wieder (vllt auch ohne Vorahnung) sämtliche Fragen nett beantwortet hat, um hier eine objektive Leistungsanalyse von sich lesen zu können.
Bis dann!
Tim