20. November 2015
Die kürzesten Hits aller Zeiten
In den Niederlanden startete gestern HitsNL, ein neuer Musikstreamingdienst, der sich auf niederländischsprachige Interpreten konzentriert. Ich probiere die iOS-App aus – eher aus Interesse an der Umsetzung als aus Begeisterung für die Lieder von Frans Bauer und Konsorten. Aktivieren lässt sich der Account zum Beispiel, indem man einen Cent von einem niederländischen Konto wohin überweist. Das funktioniert reibungslos; ich darf den Dienst einen Monat (fast) gratis nutzen.
Die App sieht aus wie die Spotify-App mit etwas weniger Funktionen und fühlt sich an wie die Spotify-App in holprig. Auf den ersten Blick gibt es ungefähr dieselben Lieder, die es auch woanders gibt – aber halt, wie angekündigt, nur niederländische. Ich höre in ›Parijs‹ von Kenny B rein und in ein Lied von Marco Borsato, die beide auf einer Top-30-Liste stehen. Dann frage ich mich: Was mache ich eigentlich hier – in einer mäßigen App, in der ich einen Bruchteil dessen anhören kann, für das ich bei Spotify bereits einen Zehner pro Monat zahle? Zumindest die automatische Verlängerung des Abonnements sollte ich ausschalten, um zu verhindern, hierfür versehentlich vier bis fünf Euro Monatsbeitrag zu bezahlen. Man wird es mir sicher nicht schwermachen, das Abo zu reaktivieren, falls ich meine Meinung während des verbleibenden Testmonats ändern sollte.
In der App kann ich die Stelle nicht finden, an der ich kündigen kann, auf der Website dafür schon. Ich klicke auf ›Abonnement beëindigen‹, bestätige irgendwas, das ich nur mit halbem Auge lese, und lande: auf der Startseite, unangemeldet. Wie sich herausstellt, gibt es keinen verbleibenden Testmonat. Wer hier kündigt, ist nicht, wie bei den meisten anderen Diensten, noch bis zum Ende der Testperiode Mitglied, sondern fliegt direkt raus. Account gelöscht. Ich bin – für einen Cent – etwa zwanzig Minuten Mitglied bei HitsNL gewesen und habe mir zwei Lieder (teilweise) angehört, die es auch bei Spotify gibt. Das eine kannte ich übrigens schon und das andere hat mir nicht gefallen.
(Christopher Bergmann)












