Böhmer zu Münchner S-Bahn-Mord: Ideelle Werte des Zusammenlebens müssen vorgelebt werden Der S-Bahn-Mord von München, so Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, habe deutschlandweit nicht nur Entsetzen ausgelöst. Die Reaktionen auf das Geschehen zeugten auch von Hilflosigkeit. Es seien die immer gleichen Rituale, die auf eine solche Tat folgten. „Statt die eigene Verantwortung zu hinterfragen, fordern wir strengere Gesetze, mehr Polizei, kurz mehr Staat. Was wir aber brauchen, ist nicht mehr Staat, sondern mehr Bürgersinn, so der Ministerpräsident in seiner wöchentlichen Videobotschaft. Das Zusammenleben der Menschen habe sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Hemmungslose Gewalt wie sie unter anderem in Computerspielen vorgelebt werde, habe neue, nie gekannte Dimensionen erreicht. Böhmer: „Unsere Gesellschaft leidet zunehmend an einem Mangel an Achtung vor der Würde Anderer, gegenüber Alten, gegenüber Lehrern, gegenüber Normen und Werten des Zusammenlebens und gegenüber staatlichen Organen wie der Polizei. Es sei wenig tröstlich, dass diese Entwicklung kein alleiniges deutsches Problem sei, sondern ein Problem der westlichen Welt insgesamt. „Während wir uns auf die materiellen Bedingungen des Zusammenlebens konzentrieren, stellen wir nun erschrocken fest, dass uns ideelle Werte des Zusammenlebens verloren gegangen sind. Das klingt altmodisch, ist es aber nicht. Sie können auch nicht durch Lehrbücher weitergegeben werden, sondern nur durch Vorbilder …
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