Otto Hunte (1881–1960) war einer der bedeutensten Szenenbildner und Filmarchitekten Deutschlands. Er war maßgeblich an den Bühnenbildern von Filmen wie Metropolis, Die Nibelungen, Der blaue Engel oder dem ersten Film der Mabuse-Reihe beteiligt. Hunte studierte Architektur und Malerei in Hamburg. Das abgebildete Werk zeigt den Teufelsgraben in Bamberg. Bei dem Gemälde handelt es sich um ein schönes Beispiel für malerische Stadtansichten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Bild lässt sich dem deutschen Postimpressionismus zuordnen und wird zwischen 1920 und 1940 entstanden sein, einem Höhepunkt der deutschen Heimatmalerei. Die Komposition nutzt den tiefen Fluchtpunkt der Gasse, um den Blick des Betrachters ins Bild hinein zu ziehen. Das Spiel von Schatten im Vordergrund und sonnenbeschienenen Gebäuden im Hintergrund verleiht dem Gemälde Tiefe und Atmosphäre. Insgesamt handelt es sich um ein schönes Beispiel für romantisierte Stadtansichten im Stil des Spätimpressionismus, das künstlerisches Können mit einem nostalgischen Blick auf das historische Bamberg, wie er besonders in der Zwischenkriegszeit geschätzt wurde, verbindet.
Otto Hunte (1881–1960): Teufelsgraben in Bamberg



















