1.Religion, Esotherik, Bräuche und starre Weltbilder sind eine Flucht vor der Realität. Diese Fluchtversuche schaden dem Individuum, da sie die Notwendigkeit und den inneren Wunsch nach Verbesserung der individuellen Realität verschleiern und das Individuum dazu zwingen, sich häufiger diesen Ausflüchten zu ergeben, da die Realität immer komplexer und schwerer zu ertragen sein wird, wenn man sich nicht mit ihr auseinandersetzt, als wenn man sich in Illusionen, Lügen und Ausflüchte stürzt.
Beispielsweise trifft sich an religiösen Feiertagen oft die gesamte Familie, obwohl die Hälfte derer sich nicht versteht und die andere Hälfte selten bis nie Kontakt zu selbiger hat. Und doch sitzen sie alle gemeinsam an Tischen, reden, lachen und essen gemeinsam, als wäre nie etwas gewesen. Die Chance der Zusammenkunft wird nicht genutzt, um Probleme zu bewältigen, sondern um sie gemeinsam zu verdrängen.
Durch dieses Verdrängen wird auch die Notwendigkeit der Konfliktlösung verdrängt, welches so eine Art Sucht nach Flucht aus der Realität erzeugt. Diese Tage sind also für das Individuum mit die schädlichsten Tage, denn es stellt aus sozialem Zwang seinen Wunsch nach Klarheit in den Hintergrund, wird selbst so heuchlerisch, wie sein Umfeld und gewöhnt sich an dieses Dasein.
Der Mensch neigt auch dazu, sich wertlose Tinkturen, Rituale und Symbole zu erschaffen, welche ihnen die Möglichkeit geben sollen, ihre Träume zu erfüllen. Dank „sich selbst erfüllender Prophezeiung“ und Placebo-Effekten wird sich natürlich -und wenn nur im Empfinden- etwas für dieses Individuum ändern. Letzten Endes wird aber so viel Zeit, Energie und oft auch Geld in diesen vermeintlichen Lösungsansatz gesteckt, dass sich das zugrundeliegende Problem damit mehrfach hätte lösen lassen.
Eventuell löst das Individuum nun also auf diesem Weg sein Problem, verspürt danach sicherlich Befriedigung, aber keinen Stolz auf das eigene Schaffen, sondern Vertrauen in abstrahierte psychische Effekte. Somit verwehrt es sich das wirkliche Erfolgsgefühl, schwächt damit sein Selbstvertrauen, steigert aber das Vertrauen an seine realitätsfremden Ansätze. Somit entsteht wieder ein Abhängigkeitspotenzial, welches das Individuum in der Flucht vor der Realität gefangen hält.