8. April 2017
Grüne Telefone im Weinberg
Beim Wandern über das badische „Wiiwegli“ stoßen wir auf eine seltsame Infotafel. Deren Legende weist „Hinweisschilder“ mit grünen Telefonsymbolen aus.
Es handelt sich dabei, so der Erklärtext, um ein Informationssystem, „das Sie über Ihr Mobiltelefon nutzen“ können. „Ziel ist es auf große und aufwendige Informationsschilder zu verzichten und somit die natürliche Schönheit des Berges zu erhalten.“
Beim Weiterwandern stoßen wir auf eine solches Hinweisschild. Es macht uns mit einer Freiburger Festnetz-Telefonnummer bekannt. Natürlich rufen wir dort an.
Eine freundliche Frauenstimme vom Band erklärt uns etwa drei Minuten lang, was das Besondere an dieser Landschaft ist: „Es handelt sich um einen terrassierten Weinberg, der von Trockenmauern gestützt wird.“
Nachteil dieser Art der Informationsvermittlung: Verpasst man ein Stück Text, vielleicht weil eine der hier heimischen, streng geschützten Mauereidechsen die volle Aufmerksamkeit des Betrachters benötigt, dann muss man die Nummer nochmal anrufen. Spätestens wenn an der entscheidenden Wiederholstelle ein Weinbauer auf seinem laut blubbernden Traktor vorbeihoppelt, wünscht man sich eine Pause-Taste.
Ein enormer Vorteil der auditiven Information gegenüber der schriftlichen hingegen stellt sich schon nach wenigen Worten heraus: Während wir Castellberg auf der zweiten Silbe betonen, spricht die ortskundige Telefonfrau von Anfang an vom erstsilbbetonten „Kastelberg“. So heißt der hier eben.
Nachträglich finde ich heraus, dass das Infosystem 2010 installiert wurde. Neuere Lehrpfad-Systeme nutzen wohl eher QR-Codes.
(Uli Eder)











