Jim #9 - Kontrolle
“Wir müssen damit aufhören.” “Mit was denn?” “Naja, das Problem” , ich springe fast gleichzeitig mit Jim über eine Bodenspalte, in der Luft erhasche ich einen kurzen Blick auf riesige Wellen schlagende Lava mehrere hundert Meter tief unter meinen Schuhen, dann schlagen wir auf der gegenüberliegenden Seite auf, rollen uns ab und rennen weiter auf die horizontfüllende Wand in mehreren Kilometern Entfernung zu, “ist einfach, dass wir, wenn wir weiter so machen, viel zu viele Statisten produzieren.” “Das verstehe ich jetzt nicht.”, antworte ich. Wir bremsen scharf neben einem Hubschrauber ab und klettern an Bord. Umhüllt von einer Staubwolke heben wir ab. Jim fährt fort. “Jeder Mensch, dem du in deiner Geschichte begegnest, auch wenn es nur ein entgegenkommender Fußgänger ist, existiert.” “Ja? Ich verstehe das Problem nicht.” Der Hubschrauber strauchelt kurz, dann bekommt ihn Jim unter Kontrolle. Er hat gerade vor 3 Jahren einen Flugschein gemacht. "Sag mal", fragt er, "wovor fliehen wir eigentlich?" "Weiß noch nicht genau", entgegne ich, "mal schauen was sich ergibt." Jim fliegt den Hubschrauber knapp über den Betonwall vor uns, wir springen (in Zeitlupe) heraus und landen auf der etwa dorfstraßenbreiten Oberkante. Als wir wieder auf die Beine kommen, sehen wir gerade noch, wie unser ehemaliges Fluggerät von einer Lenkrakete getroffen wird und effektvoll und bestimmt total unrealistisch explodiert. Wir sprinten nach Links zu ein paar flachen Aufbauten, ich trete eine Tür ein und wir wollen die Betontreppe nach unten, doch die ist größtenteils eingestürzt. Wir gehen wieder nach draußen und stehen ein wenig unschlüssig herum. Unser Gespräch hat keine Gelegenheit, wieder in Gang zu kommen, denn plötzlich taucht ein Hubschrauber, deutlich größer als unserer und bewaffnet, über der Kante des Walls auf und es ist zu spät um irgendetwas zu tun, als wir von der Rakete getroffen werden.
Ich wache in einer steril wirkenden Kammer auf. Ich trage eine Zwangsjacke und bin an einen bestimmt antiken Holzstuhl gegurtet. Die Kammer ist kreisrund. Die Wände drehen sich. Plötzlich flackert alles und verschwindet. Im nächsten Moment bin ich frei, und stehe auf einer Allee, es scheint Herbst du sein, die Blätter der Bäume sind gelb und bedecken bereits zum Teil den Boden. Jim steht neben mir. "Was passiert hier?", fragt er. Nachdenklich schaue ich die Allee hinab. Dort steht ein Herrenhaus, sehr edel und elegant. Ich drehe mich um und erschrecke. Hinter uns hört die Straße einfach auf, und auch der Rest der Welt. Vorsichtig beuge ich mich über den senkrechten Abhang, der scheinbar bis in die Unendlichkeit abfällt. "Ich weiß es nicht.", sage ich schließlich. "Wie, du weißt es nicht?", fragt Jim, "Du schreibst diese verdammte Geschichte!" "Ich... ich bin mir da nicht mehr so sicher.", sage ich langsam. "Wie meinst du das?", fragt Jim. "Ich habe keine Kontrolle mehr.", sage ich.








