Kaylix.
Second OC animatronic for the AU I'm working on called Trainwreck.
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Kaylix.
Second OC animatronic for the AU I'm working on called Trainwreck.
-poke-
Sweet, sweet love [GER]
Die Zeltplane öffnete sich schwungvoll – typisch für Kaylen. Er war immer schon viel zu übermütig gewesen. So gerne ich ihn auch übermütig hatte, gerade passte mir das gar nicht. Meine Seite brannte wie Feuer und ich spürte Blut in den kratzigen Verband sickern, den ich erst gerade eben angelegt hatte; mir war vollauf klar, dass es mir beim Abnehmen des Verbandes die Wunde erneut aufreißen würde – schmerzhaft, aber ein einkalkulierbares Risiko.
Ein unberechenbares Risiko aber war der übermütige Kaylen auf dem Schlachtfeld, ohne jemanden der seine Seite deckte. Zudem, selbst wenn jemand meinen Platz als sein Linkes Auge – Kaylens Vater Morden war auf dem linken Auge blind gewesen und brachte deshalb demjenigen das meiste Vertrauen entgegen, der seine ungedeckte Seite schützte. So hat es sich eingebürgert, dass das Linke Auge der engste Vertraute des Königs oder Prinzens war und am Schlachtfeld immer in seiner Nähe blieb – einnehmen würde, wäre mir unwohl dabei. Es gab niemanden der seine Bewegungsabläufe, seine Finten, seine Stärken und Schwächen so gut kannte wie ich. Kurzum hatte ich mich deshalb entschlossen wieder am Kampfgeschehen teilzunehmen und Kaylens Flanke zu decken, so wie es meine Pflicht war und immer sein würde.
Kaylen grinste breit, als er das Zelt mit forschen Schritten durchmaß. Ich hatte den Rücken zwar zu ihm gewandt, aber ich wusste trotzdem, dass er grinste. Es präsentierte sich als ein Kribbeln in meinem Nacken, eine enorme Hitze, die gegen meinen Rücken wallte und natürlich in diesem Unterton in seiner Stimme.
"Ich sage dir, lange halten die das nicht mehr durch. Ha!", er war jetzt schon so nahe heran, dass ich seinen Atem über meine Haut streichen spürte, "Unsere Krieger sind und bleiben die entschlossensten und gewitzten." Er legte eine kurze Pause ein, wohl um überrascht Luft zu holen, wie es sich anhörte. "Alix, was hast du da eigentlich vor? Solltest du nicht im Bett liegen und dich von schönen Maiden bedienen lassen?"
Er hatte es scherzhaft gemeint, aber es gelang ihm nicht, die Ernsthaftigkeit und Sorge aus seiner Stimme zu tilgen. Ich seufzte tief. Lange würde ich es sowieso nicht mehr hinauszögern können, also: warum auf später warten? "Was wohl?", sagte ich eine Spur zu barsch, "Ich bin ein Krieger und daher gehöre ich auf das Schlachtfeld." Erst jetzt drehte ich mich zu Kaylen um.
Es war einerseits verblüffend und andererseits faszinierend den Wechsel seiner Emotionen in seinem Gesicht zu betrachten. Ich weiß nicht, ob es nur mir so ging, aber Kaylen war für mich wie ein offenes Buch. Vielleicht kannte ich ihn auch nur zu gut. Diesmal war es eine erfrischende Mischung aus einem erwartungsvollen Gesichtsausdruck, als würde er auf eine Pointe warten. Schließlich, als keine kam, bewegten sich seine Augenbrauen unsicher, als er überlegte, ob ich es ernst gemeint hatte. Er kam offensichtlich zu einem Ergebnis, als er mich wütend anfunkelte.
"Ist das dein Ernst?"
Ich schenkte ihm einen langen Blick, der mehr sagte, als tausend Worte, bevor ich mich wieder von ihm abwandte und begann mein Kettenhemd überzustreifen.
"Alix, sag mir, dass das nicht dein Ernst ist, verdammt!"
Als würde ich ihn gar nicht hören, hob ich meinen etwas verbeulten Harnisch auf – er war weder gereinigt, noch repariert worden, nachdem ich verwundet worden war – und zwängte mich mühsam hinein. Ouch, tat wohl mehr weh, als ich erwartet hatte, dennoch behielt ich ein ausdrucksloses Gesicht.
"ALIX", eine Drohung, und zwar eine ernstgemeinte. Das erkannte ich daran, dass er es leise sagte, und es nicht wie üblich in mein Ohr brüllte. Ich wollte eigentlich auch auf diese Aussage nicht antworten, doch Kaylens erbarmungslose Hand riss mich zu ihm herum. Ich konnte gerade noch ein Aufstöhnen unterdrücken – das wäre meine Niederlage gewesen.
"Was soll das, Idiot?! Ich rede mit dir, antworte gefälligst!", seine grünen Augen sprühten beinahe schon Funken. Das, und seine vom Kampf zerzausten, roten Haare, waren für Normalsterbliche ziemlich einschüchternd.
Aber wie gesagt – ich kannte ihn gut.
"Was willst du denn von mir hören? Ja, ich gehe auf das Schlachtfeld, und ja, ich werde deine Seite schützen, so wie es mir aufgetragen wurde. Was ist falsch daran, meine Pflicht ordnungsgemäß auszuführen?", entgegnete ich seelenruhig. Bloß keine Angriffspunkte zeigen.
Er presste die Lippen zu einer harten, weißen Linie zusammen – auf seiner Unterlippe prangte Blut. "Was falsch daran ist?", er stieß mir grob vor die Brust, "Du bist verwundet und hast am Schlachtfeld nichts zu suchen, dass ist falsch daran!"
Meine kühle Fassade begann allmählich zu bröckeln. "Ich bin dein Linkes Auge und ich werde dich nicht allein in den Kampf ziehen lassen. Eher sterbe ich."
Kaylen stöhnte frustriert auf und fuhr sich mit den Händen durch seine bereits wilde Mähne. "DAS ist das Problem! Was bringst du mir schon tot? Du kannst mich besser beschützen, wenn du LEBST. Und das kannst du nur, wenn du dich jetzt verdammt nochmal hinlegst und auskurierst!"
"Nein, werde ich nicht." Mir gingen die Argumente aus.
"Warum denn nicht?! Alix, ich bin ein erwachsener Mann und kann auf mich selbst achtgeben. Jetzt leg dich hin."
Ich zurrte provokant meinen Harnisch fest und ließ meine Augen nicht von seinem Gesicht. Diesem Gesicht, für das ich verteufelt noch eins alles machen würde.
"Ich komme mit."
Kaylen atmete einige Atemzüge langsam ein und aus, ein kläglicher Versuch seine Frustration und Wut zu dämpfen. Als er anschließend meinen Harnisch packte und mich brutal an sich zog, schien sein Zorn nur noch schlimmer geworden zu sein. Aber ich hatte das feste Ziel, mich nicht weichkochen zu lassen.
Ich sah zu ihm hinab – er war ungefähr einen halben Kopf kleiner als ich und das ärgerte ihn insgeheim – sah in diese zornigen Augen und spürte wie mein Herz unerwartet einen Satz machte. Er war meinem Gesicht so nah, dass ich seinen erhitzten Atem auf meinen Wangen spüren könnte.
"Warum tust du das?", wiederholte er die Frage etwas lauter und schroffer; offenbar hatte ich es gar nicht mitbekommen, dass er den Mund geöffnet hatte. Wie auch, wenn man von seinem Gesicht so abgelenkt war?
Tausend Erwiderungen lagen mir auf der Zunge. Aber es war schwer, einen triftigen Grund für meine Selbstlosigkeit ihm gegenüber zu finden, der nicht viel zu deutlich auf das hinwies, das ich so verzweifelt vor ihm zu verbergen versuchte.
Ich liebte ihn.
Schon für eine lange Zeit.
Er schüttelte mich ungeduldig, als ich nicht schnell genug antwortete und ich verbiss mir mühsam ein Wimmern. Ich spürte die Hitze seiner Hände viel zu deutlich durch meine Rüstung, als würde allein die Berührung mit seiner Haut mein Gewand in Brand stecken. Spürte seinen heißen Atem, einer Einladung gleich, über meine Lippen streichen und konnte den feurigen Blick seiner aufgeweckten Augen auf meinem Gesicht brennen spüren. All dass – und mein geschwächter Zustand; versuchte ich mir zumindest einzureden – führte dazu, dass ich einen Moment meinen Körper nicht unter Kontrolle hatte und er das denkbar Ungünstigste tat.
Und zwar, sich hinabzubeugen und Kaylen direkt auf die Lippen zu küssen. Es war nur der Hauch einer Berührung, aber ich spürte nur zu deutlich, wie Kaylens Griff erschlaffte, sein Körper sich aber reflexartig verspannte.
Seine Reaktion tat mehr weh, als ich es erwartet hatte, obwohl mir von Anfang an klar gewesen war, dass er nicht so für mich empfinden könnte, wie für eine hübsche Kjer. Aber ein dummer Teil in mir, hatte wohl noch immer darauf gehofft, dass er den Kuss und auch meine Gefühle erwidern könnte, wenn er denn um Letztere Bescheid wüsste.
Ich machte dieser Farce ein abruptes Ende, indem ich Kaylen schwungvoll von mir stieß und aus dem Zelt rann. Sein Blick verbrannte mir noch einige Zeltgassen weiter den Rücken.
Es war weit nach Mitternacht, aber der Schlaf wollte nicht kommen. Kein Wunder, immerhin hatte ich gerade meinen besten Freund und meine heimliche Liebe auf einen Schlag verloren. Ich traute mir gar nicht auszumalen, was er sagen würde, wenn wir das nächste Mal aufeinander trafen. Das ich ein schlechter Freund sei, der ihn zeit seines Lebens nur belogen und betrogen hatte, all die Opfer, die ich bereit gewesen war freiwillig zu geben, nur mit Hintergrundgedanken gegeben hatte, vielleicht würde er mir auch meine Unzulänglichkeiten hinsichtlich meiner Affektion zu ihm vorwerfen. Das war schlimm, aber nicht so schlimm, als würde er mich keines Blickes mehr würdigen.
Zwei Männer, was hatte ich mir bloß gedacht?!
Ich rieb mir verdrossen über das Gesicht und warf mich unruhig auf meiner Bettstadt hin und her. Andererseits, hatte ich dieses seltsame Gefühl der Erleichterung in mir, dass mir leise zuflüsterte, dass es nicht ewig so weiter gegangen wäre. Jetzt war das Geheimnis gelüftet, ich fühlte mich besser. Jahrelang mitansehen zu müssen, wie der Liebste mit unzähligen Frauen ins Bett stieg und anschließend stolz davon prahlte, obwohl man selbst nur eine vage Hoffnung hatte, dass die eigenen Gefühle erwidert wurden, war unbeschreiblich hart.
Jetzt war auch noch der letzte Funken Hoffnung rettungslos verpufft.
Ich sollte gehen. Das wäre am Besten um uns beide die kommende Schmach zu ersparen. Es würde nur noch angespannte Treffen geben, wir würden nie wieder wie vorher miteinander reden können, wir würden uns nie wieder wie vorher ansehen können. Wenn ich ehrlich war, hatte ich Angst davor, dass Kaylen mir einen angewiderten Blick zuwerfen könnte. Bei dem Gedanken allein, drehte sich mir fast der Magen um.
Jahrelang hatte ich ihm nichts von meinen Gefühlen erzählt, hatte es ihm verheimlicht, weil ich ihn auf keinen Fall verlieren wollte. Und in einem einzigen, unbedachten Moment, ist die Bindung, die man über Jahrzehnte aufgebaut hat, weg. Verschwunden im Strudel der Zeit, als wäre es nie Etwas von Bedeutung gewesen.
Der Schmerz in meiner Brust kam so unerwartet und heftig, dass ich tatsächlich einen Moment mit den Tränen kämpfte. Ich spannte den Kiefer an, bis er knirschte, um diese aufkommenden, dummen Tränen wieder hinunterzuschlucken. Es gelang mir mühsam.
Kaum hatte ich mich selbst wieder halbwegs unter Kontrolle, öffnete sich die Zeltplane leise. Ich spannte mich einen Moment an, denn wer wollte sich um diese Uhrzeit in mein Zelt stehlen, wenn nicht ein Attentäter?
"Alix, bist du noch wach?", kam es geflüstert vom Eingang. Bildete ich mir das ein, oder hörte ich in Kaylen Stimme Verunsicherung mitschwingen? Ich hätte den Attentäter mit offenen Armen willkommen geheißen, nur um nicht dieses Gespräch führen zu müssen.
Ich seufzte tief. Ich hatte es mir ja selbst eingebrockt. Dummer, dummer Alix. "Ja, ich bin noch wach…", flüsterte ich ebenso leise; und ein wenig heiser, so, als hätte ich geweint. Peinlich, verdammt!
Ich hörte nur leises Atmen, konnte bloß eine Silhouette im Zelteingang ausmachen, die von hinten vom Mond beschienen wurde. Er schien sich für die nächsten Worte regelrecht wappnen zu müssen, so erschien es mir jedenfalls, denn er stand eine halbe Ewigkeit regungslos da.
"Darf ich … eintreten?"
Die Wortgewandtheit für diese lange Sprechpause war unbeschreiblich. Fast hätte es mir ein Lächeln entlockt.
"Wenn du das möchtest", ich setzte mich ohne Eile auf, sorgsam auf die Wunde in meiner Seite bedacht. Der Verband war schon wieder fast vollgesogen, "Ich nehme an, du hast viele Fragen?"
Kaylen trat ein, allerdings wirkte er nicht wie sonst. Normalerweise schien er einen Ort mit einem Schlag bis zum Überlaufen mit seiner Präsenz zu füllen, als würde ihm alles gehören und ihm die Welt zu Füßen liegen. Heute aber konnte ich seine Nervosität und Verwirrung schon beinahe greifbar in der Luft spüren, wie elektrisierendes Knistern kurz vor einem Gewitter.
Er kam langsam näher und allmählich schälten sich seine Gesichtszüge aus dem Dunkel. Für einen Atemzug stand er vor meinem Bett, unschlüssig schien es, als wüsste er nicht, wohin er jetzt noch sollte. Er setzte sich kurzentschlossen neben mich auf das Bett.
Mutig.
Nach langem Schweigen, in dem wir nicht gewagt hatten, einander anzuschauen, begann er leise. "Seit wann, Alix?" Seine Stimme war weich und angenehm, kein Hauch Verachtung, Hass oder Ekel schwang in ihr mit.
Ich lachte hilflos auf. "Seit wann, fragst du? Ich habe dich immer schon geliebt, seit wir uns damals zum ersten Mal getroffen haben. Doch diese Liebe zu dir hat sich über die Jahre hinweg einfach entscheidend verändert. Damals liebte ich dich wie einen Freund, dann wie einen Bruder. Und jetzt…" Mir versagte die Stimme.
Er ließ meine Worte für einen Moment sickern, bevor er weiterredete: "Aber seit wann empfindest du … mehr als Bruderliebe zu mir?"
Ich hörte, wie er den Atem anhielt. Sein Blick haftete angespannt oder argwöhnisch an meinem Gesicht, das konnte ich bei diesem Licht nicht sagen.
Ich seufzte, versuchte die Antwort so lange wie möglich hinauszuzögern. Aber welchen Sinn hatte es jetzt noch, Geheimnisse zu haben? Mein größtes kannte er ohnehin schon.
"Seit 10 Jahren."
Er holte tief Luft. Dann sagte er atemlos: "Schon 10 Jahre? Und da kommt dir nicht die Idee, es mir einmal zu sagen?" Ich konnte die unterdrückte Wut in seiner Stimme ausmachen.
Kraftlos stützte ich den Kopf in die Hände. "Ich hatte Angst, dich verlieren zu können...", gestand ich leise.
"Habe ich dir je das Gefühl gegeben, dass ich dich dann verlassen würde?", es klang nicht sarkastisch, eher selbstkritisch. Fast, als würde er sich schuldig fühlen, dass ich an so etwas hatte denken können.
"Nein, aber... Kaylen, wie hätten wir das fortführen sollen? Selbst wenn du mich wirklich nur als Freund betrachtet hättest, ich hätte dich immer noch so wie jetzt gesehen. Eigentlich hätte sich an der Situation nichts geändert."
Darauf schwiegen wir beide eine lange Weile. Ich dachte, wir würde einfach so sitzen bleiben, bis es draußen hell würde, doch Kaylen ergriff wieder das Wort.
"Weißt du", er machte eine kurze Pause, als würde er seine Gedanken ordnen, dann lachte er kurz auf, " Erstmals in meinem Leben, bin ich dir nicht einfach hinterher gelaufen und habe dich zur Rede gestellt – für so ein Gespräch wollte ich vorbereitet sein und diese Angelegenheit ist zu wichtig um etwas zu überstürzen. Daher", sein Blick schoss einen Herzschlag lang zu mir, dann wieder zurück zu seinen Händen, "Habe ich viel über uns und auch über den Kuss nachgedacht."
Wieder Schweigen, diesmal allerdings war es angespanntes. Das, was er als nächstes sagen würde, würde unser beider Leben umkrempeln. Kaylen räusperte sich nervös.
"Ich – ja, verdammt, du hast mich erschreckt! Wer würde nicht erschrecken, wenn man ihn mitten in einem Streit küsst? Und dann ist es auch noch der beste Freund... Das überfordert einen für einen Moment, weißt du?"
Ich wollte etwas darauf erwidern, dass er sich wegen so etwas nicht zu rechtfertigen brauchte, aber er brachte mich mit einer Handbewegung zum Schweigen. Er sah mich dabei an und ein leises Lächeln umspielte seine Lippen. Und, Gott, keimte die Hoffnung wieder in mir auf, als ich dieses lockere Lächeln erblickte.
"Aber ich muss zugeben: es hat mir gefallen. Mehr, als gefallen. Als ich nachgedacht habe, sind mir viele Ereignisse in der Vergangenheit wieder in den Sinn gekommen, die ich jetzt unter einem ganz neuen Aspekt betrachten musste. Zum Beispiel", das kommende würde gut werden, denn Kaylen errötete beschämt, " wenn du dich umgezogen hast. Ich war immer fasziniert wie viel muskulöser du warst. Damals schob ich das auf meinen Neid, verstehst du? Ich dachte, ich wäre neidisch auf deinen Körper, aber vielleicht habe ich mich zu ihm hingezogen gefühlt? Vielleicht mag ich Männer, dachte ich daher. Dann wiederum dachte ich an die anderen Männern, mit denen ich oft schwimmen gegangen bin, aber bei keinem von ihnen habe ich so empfunden wie bei dir."
Sein Gesicht war immer noch gerötet, als er es mir zuwandte und mit diesen klaren grünen Augen bis auf den Grund meiner Seele zu sehen schien. Er schluckte schwer, senkte den Blick jedoch nicht.
Die kommenden Worte flüsterte er sehr leise, aber für mich war es, als würde er sie mir mit einem Gluteisen mitten ins Herz brennen, dass davon vor Aufregung zu rasen begann.
"Ich glaube, ich liebe dich auch."
Ich saß da wie erstarrt, gelähmt. Meine Gedanken aber rasten wie wild, als ich sein Gesicht sah, den ernsten Ausdruck darin und seine Augen, die in meinem nach einer Reaktion suchten. Ich wollte ihn in meine Arme ziehen, ihn küssen, bis ihm Hören und Sehen verging und noch ganz andere, schlimmere Dinge mit ihm machen, aber ich bewegte mich kein Stück.
"Aber um es wirklich zu wissen, möchte ich, dass du mich noch einmal küsst", er flüsterte es ebenso leise wie sein Geständnis zuvor. Als würde er erwarten, dass ich ihn jeden Moment vom Bett stoßen und ihn bitten würde zu gehen. Dabei würde ich nichts lieber tun, als seiner Aufforderung nachzukommen.
Sein Blick glitt hinab zu meinem Mund und blieb dort hängen, bevor er sich näher zu mir lehnte.
Endlich gelang es mir, mich teilweise aus meiner Erstarrung zu lösen und es zu bewerkstelligen ein kratziges "Du bist dir sicher damit?" hervor zupressen.
"Ja."
Mehr sagte er nicht, aber mehr brauchte ich auch nicht. Er schloss die Augen und schien erwartungsvoll darauf zu warten, dass ich ihn küsste. Also tat ich, wonach er verlangte, was mein Herz von mir verlangte und küsste ihn auf den Mund.
Es war ganz anders, als der erste Kuss. Als meine Lippen die seinen sacht streiften, seufzte er leise auf und erwiderte ihn mit ebensolcher Zärtlichkeit. Sein Mund war nicht wie beim ersten Mal eine harte Line aus Zorn, sondern weich, warm und verlangend. Ich hob die Hand und strich langsam die scharfe Kontur seines Kiefers nach, die nur von den feinen roten Härchen dort entschärft wurde. Das hatte ich schon immer einmal tun wollen und es fühlte sich großartig an. Als meine Finger an seinem Kinn angekommen waren – meine Finger waren auch die einzige Stelle, ausgenommen von unseren Lippen, wo wir einander berührten – beendete ich den Kuss sanft.
Ich betrachtete sein Gesicht eingehend, als ich mich ein Stück zurücklehnte. Kaylen hatte immer noch die Augen geschlossen, seine Lippen glänzten noch feucht und sein Atem kam stoßweise. Er brauchte einen Moment, bevor er seine Augen öffnete und ich den Widerschein der Lust in ihnen sehen konnte. Der Anblick allein ließ es mir heiß den Rücken hinunter rieseln.
Ein scheues Lächeln zog Kaylens Mundwinkel nach oben. "Jetzt bin ich mir sicher."
Diesmal war er es, der mich küsste. Und verdammt, er schmeckte gut, die reinste Versuchung. Er schlang die Arme um meinen Hals um mich näher zu ziehen. Meine Hände bekamen seine schmale Taille zu fassen und ich spürte, wie er seinen Körper gegen mich presste.
Überraschenderweise schlug sein Herz ebenso schnell wie meines, ich spürte das Spiel seiner stählernen Muskeln im Rücken unter meinen Händen, die Hitze seiner Haut an meiner.
Als ich mit meiner Zunge um Einlass bat, verwehrte er ihn mir nicht, sondern küsste mich ebenso leidenschaftlich zurück. Mit einem Ruck zog ich den Lederriemen, der seine Mähne gebändigt hatte, hinunter, und eine rote, schimmernde Kaskade aus Haaren fiel über seine Schultern. Genießerisch ließ ich meine Finger durch die kühlen, seidigen Wellen gleiten, ein himmlisches Gefühl.
Wir unterbrachen den Kuss kurz um beide schwer atmend Luft zu holen. Kaylens Gesicht war gerötet, die feinen Sommersprossen auf seiner Nase verschwanden dabei fast. Er lehnte lächelnd seine Stirn an meine und ließ in einer seltsamen Mischung aus Unschuld und Neugier die Hände über meine Brust gleiten. Ob er wusste, wie wahnsinnig mich das machte?
Wann hatte er sich überhaupt auf meinen Schoß gesetzt? Und wann hatten sich meine Hände verselbstständigt und sich unter das weite Leinenhemd, das er zum Schlafen trug, verirrt? Die Textur seiner Haut war irrsinnig faszinierend; obwohl er von Natur aus rothaarig war, war seine Haut von den vielen Übungen im Freien gleichmäßig gebräunt und feine Sprenkel von Sommersprossen bedeckten sie. Dennoch war sie erstaunlich zart, zugleich aber auch fest. In mir keimte der Wunsch auf, mehr von seinem Körper zu erkunden, also ließ ich meine Hände langsam nach oben wandern und spürte verzückt, wie unter meinen Fingerspitzen Gänsehaut entstand.
Kaylen beugte sich vor, küsste mich wieder, mit einem Hunger, der mir einen Schauer über den Rücken sandte. Er zerrte an meinem eigenen Hemd, löste die Verschnürung am Kragen und knurrte ärgerlich an meinen Lippen: "Verdammt, warum geht das Ding nicht auf?"
Erst jetzt, da ich nicht mehr mit meiner eigenen Erforschung seines Körpers beschäftigt war, viel mir auf wie sehr seine Hände zitterten. War er etwa nervös?
Ich umfing seine Hände mit meinen und küsste ihn sanft auf den Mund. "Ich mache das schon", flüsterte ich ihm beruhigend zu und zog mir das Hemd vorsichtig über den Kopf – ich musste immerhin auf meine Seite achtgeben.
Kaylen rückte ein Stück ab, und ich konnte im Dunkeln vage sein Stirnrunzeln ausmachen. "Verdammt, darauf hatte ich ganz vergessen. Hab ich dir wehgetan?"
Ich lachte leise auf und zog ihn wieder näher zu mir. "Wehgetan? Seit du mir diese wundervollen Worte zugeflüstert hast, weiß ich nicht mal mehr was Schmerz ist."
Seine Anspannung verflüchtigte sich etwas, er lachte ebenfalls leise, bevor er sich auch das Hemd auszog.
Herzschläge lang saßen wir uns nur gegenüber und betrachteten den Körper des jeweils anderen. Kaylens rotes Haar schimmerte im bläulichen Mondschein in den unglaublichsten Farben und fiel ihm wild über die Schultern. Ich ließ meine Augen über seinen sehnigen Nacken gleiten, über seine muskulöse Brust, den straffen Bauch und schließlich über die deutliche Wölbung in seiner Lederhose. Kurzum, er war wunderschön.
Als ich die Hände nach seiner nackten Brust ausstreckte, wich er nicht zurück, sondern ließ die Berührung zu. Als ich ihm in die Augen sah, stand in ihnen ein mir gänzlich unbekannter Ausdruck – Verletzlichkeit. Diesen Augenblick, dieses Offenbaren möglicher Schwächen, mit ihm zu teilen, hieß, dass er mir grenzenloses Vertrauen entgegenbrachte und das rührte mich bis in mein Innerstes hinein.
Er biss sich in einer verführerischen Geste auf die Lippen um alle Geräusche, die sich seiner Kehle entrangen, zu unterdrücken, als ich begann sanft seinen Oberkörper zu streicheln. Als ich mit meinen Daumen seine harte Brustwarze streifte, keuchte er heiser auf und krallte seine linke Hand, die bisher locker auf meiner Schulter gelegen hatte, in meine Haut. Offensichtlich war er sehr empfindlich an dieser Stelle, denn er stöhnte bei der nächsten Liebkosung abermals rau auf. Ich musste lächeln, als er seinen rechten Arm hob und in die weiche Innenseite biss um diese süßen Geräusche in sich einzusperren. Ich wunderte mich, welche Töne er von sich geben würde, wenn ich seine Brustwarzen küssen würde?
"Leg dich hin", wisperte ich mich kratziger Stimme. Er zögerte nur einen kurzen Moment, bevor er tat, worum ich ihn gebeten hatte und es sich in den Laken gemütlich machte. Dabei ließ er von seinem Handgelenk ab, sodass man die roten, sichelförmigen Bissspuren darauf sehen konnte. Er atmete schwer und sein Körper zitterte leicht.
Ich strich ihm die roten Haare aus dem Gesicht, damit ich seine Augen sehen, seine leicht geöffneten Lippen küssen konnte. Kaylens Finger lösten meinen Zopf und strichen zärtlich durch meine Haare, als ich mich langsam an seinem Kinn hinab küsste, seinen Hals mit sanften Bissen liebkoste und schließlich meine Lippen um seine Brustwarze schloss.
Der Ton, den er machte, schickte mir einen elektrischen Schlag durch den Körper und hätte mich beinahe kommen lassen. Ich muss vorsichtiger sein, dachte ich mir, als ich geistesabwesend weiter an ihm leckte und versuchte, mir seinen einzigartigen Geschmack einzuprägen.
Ich erwachte erst aus meiner Trance, als ich mit den Lippen an den Bund von Kaylens Hose stieß. Unschlüssig sah ich zu ihm hinauf, wollte mich vergewissern ob er damit einverstanden wäre, wenn ich weitermachte. Aber durch seine geschlossenen Augen und dem genießerischen Ausdruck, der in seinem Gesicht lag, kam ich schnell zu einer Entscheidung und streifte ihm die Hose ab.
Seine Erektion war tatsächlich kaum zu übersehen und ich musste mir nochmals in Gedanken darüber klar werden, was für ein Glückspilz ich doch war. Eindeutiger als dieses Zeichen konnten Worte doch kaum sein.
Als ich die Lippen um seine Spitze schloss, gab er eine Mischung aus einem heiseren Lustschrei und einem genussvollen Wimmern von sich und vergrub die Hände tiefer in meinem Haar. Sein Atem gestaltete sich mehr und mehr zu einem Keuchen und Stöhnen, besonders, als ich ihn noch tiefer in meinem Mund aufnahm.
Durch die Tatsache, das Kaylens Hände sich immer stärker in meinem Haar verkrampften und sein Körper sich immer mehr anspannte, erkannte ich, dass er bald zum Höhepunkt kommen würde. Ich versuchte mir diesen Moment in mein Gehirn einzuprägen, diesen Geschmack auf meiner Zunge, das Gefühl von Kaylens Haut unter meinen Händen, seine raue, brüchige Stimme, die meinen Namen in einer Weise stöhnte, die mich um den Verstand brachte.
Mit einem unterdrückten "Alix!" erbebte Kaylen noch einmal unter mir, bevor er kam. Sein Samen füllte meinen Mund aus, während ich mich langsam aufrichtete und einen begierigen Blick auf sein Gesicht warf, das in Anbetracht der abklingenden Ekstase verträumt und befriedigt aussah. Er musterte mich mit einem Blick unter trägen Augenliedern, bevor er sie mit einem Mal weit aufriss und zeitgleich rot anlief.
"Hast... hast du es eben geschluckt?!", fragte er, hauptsächlich irritiert und erschrocken.
Das musste ich wohl tatsächlich gemacht haben, ohne das es mir aufgefallen war, denn mein Mund war frei. Wohl eine Reflexhandlung. Ich grinste schief, als ich ihm einen Kuss auf die Nasenspitze hauchte und mich neben ihm aufs Lager sinken ließ.
Wie selbstverständlich bettete Kaylen seinen Kopf mit den wirren roten Haaren auf meinem Arm und schmiegte sich fest an mich, sein Gesicht war immer noch gerötet.
"Wenn mir mein Liebster so ein Geschenk macht, dann vergeudet man es doch nicht", flüsterte ich ihm rau ins Ohr, was die Röte in sein Gesicht wieder zurückbrachte und ich mir ein selbstzufriedenes Grinsen nicht verkneifen konnte.
Eine Weile lagen wir still beieinander und ich dachte schon, dass Kaylen eingeschlafen sein musste, als er unvermutet die Stimme erhob und mir schläfrig zu wisperte: "Was ist eigentlich mit dir? Ich meine, du bist doch nicht..."
Mit diesen Worten, lenkte er meine Aufmerksamkeit wieder zurück in meine schmerzende, unbefriedigte Leistengegend, aber ich lächelte nur sanft und flüsterte ihm zu: "Ein andermal, mein Süßer."
Er runzelte zwar skeptisch die Stirn, aber schien zu müde zu sein, um sich näher mit dem Thema zu befassen. Es dauerte nicht lange, da wurden Kaylens Atemzüge tief und regelmäßig.
Wie zu erwarten hatte ich die ganze Nacht, aufgebauscht wie ich war, nicht geschlafen, fühlte mich aber im Morgengrauen einfach großartig. Frühes Morgenlicht zauberte die einzigartigsten Reflexe in Kaylens Haar und ließ sein schönes Gesicht aussehen, als würde es von Innen strahlen. Ich konnte mich an diesem Anblick kaum sattsehen, und musste eine leichte Enttäuschung niederringen, als Kaylen sich neben mir zu rekeln begann.
Schläfrig öffnete er die Augen, wobei sich das Licht in ihnen fing und goldene Reflexe in die grüne Iris malte. Eine gewisse Anspannung befiel mich plötzlich, weil ich davor Angst hatte, wie Kaylen jetzt – am Tageslicht – die Sache sehen würde. Ob er seine Meinung geändert hatte, ob es ihm gar peinlich war?
Aber meine Sorgen waren unbegründet. Denn als er mich erkannte, zogen sich seine Mundwinkel zu einem verschlafenen Lächeln hoch und er schmiegte sich noch näher an mich.
"Guten Morgen", flüsterte er mir rauer Stimme und küsste mich sanft auf den Mund, bevor er auch mein Gesicht intensiv in Augenschein nahm. Einen Augenblick fragte ich mich, ob ihm wohl die gleichen Gedanken wie mir durch den Kopf gingen?
"Guten Morgen", erwiderte ich und strich dabei zärtlich über seinen muskulösen Rücken, woraufhin er ein wohliges Brummen von sich gab und mit seinen überaus weichen Händen über meine Brust strich.
Einen Moment gönnte ich mir noch, bevor ich Kaylen noch einen letzten , innigen Kuss gab und ihn zum Gehen aufforderte.
Er sah mich verständnislos an.
"Liebster, ich würde dich gern noch viel länger im Arm halten, doch bald wird das ganze Heerlager aufwachen und man würde neugierig werden", erklärte ich deswegen und strich über seine Wange, auf der schon die ersten paar Bartstoppeln sprießen.
Kaylen runzelte missmutig die Stirn. "Ist mir doch egal, was die anderen denken werden..."
Typisches Prinzengehabe, dachte ich mit einem Lächeln auf dem Gesicht und küsste ihn nochmals sanft. "Tu es mir zuliebe."
Er hielt meinen Blick noch kurz, dann erhob er sich mürrisch und begann sich anzuziehen. Bevor er das Zelt verließ, kam er zurück an meine Bettstadt und schenkte mir einen leidenschaftlichen Kuss, der mich wieder daran erinnerte, was ich heute nacht alles noch gerne mit ihm angestellt hätte.
"Darüber reden wir noch", hauchte er gegen meine Lippen, bevor sich ein breites, glückliches Grinsen auf seine Züge stahl und er vergnügt pfeifend das Zelt verließ.
Short Introduction
Kaylen, the son of the Kjer-King Mordan and his wife Lijanas ® by Alex Morrison or Lynn Raven (she wrote the book "Der Kuss des Kjer") is not quite aware of the feelings his best friend Alix is having towards him.
The story is not just one plot, but many ^^ I just wanted to mention this, so you won't get confused.