21. April 2025
Der Papsttod spricht sich rum
Um 9.47 Uhr wird der Tod von Papst Franziskus offiziell durch den zuständigen Kardinal Kevin Joseph Farrell mitgeteilt. Gegen 10 Uhr sind die Eilmeldungen in allen Medien, auch in unserer Redaktion wird das Notfallprotokoll aktiviert, alle verfügbaren Kräfte werden an die Geräte beordert.
Ich bekomme von alldem erstmal nichts mit, weil ich ab 10 Uhr in der Ostermontagsmesse bin. Erste Vorahnungen habe ich, als bei der Kommunion ein Pfarrgemeinderatsmitglied auf den Pfarrer einredet, er mehrmals nachfragt und sie gemeinsam aufs Smartphone von ihr schauen. Normalerweise herrscht ganz gute Funkdisziplin in unserer Gemeinde, aber heute gibt es auffällig viele Benachrichtigungstöne. Einige schauen während der Messe auf ihr Telefon, von denen ich das sonst nicht erwarte.
Ich selbst habe nichts mitbekommen, weil das Telefon lautlos und ohne Vibrationsalarm in der Hosentasche steckt. Bestätigung kommt erst am Ende der Messe, als der Pfarrer bei den Vermeldungen – erst nachdem er den Tod von zwei Gemeindemitgliedern mitteilt – über den Tod des Papstes informiert. Wir beten vor dem Segen noch ein Vaterunser und ein Avemaria für Franziskus, dann ist die Messe kurz nach elf vorbei.
Draußen schaue ich auf mein Telefon: Die Notfall-Messengergruppe der Redaktion hat schon alles organisiert. Um 10.51 Uhr kam die Nachricht über die Signal-Gruppe der Gemeinde. Mehrere Leute kondolieren mir über diverse Messenger, weil ich jetzt am Ostermontag arbeiten muss. Die Todesnachricht wurde im Bollettino des Pressesaals des Heiligen Stuhls schon gegen 10 Uhr veröffentlicht, die Vatikan-Startseite wurde etwas später, nach 12 Uhr, umgestellt: Statt Franziskus ist dort nun das Sedisvakanz-Wappen zu sehen.
(Felix Neumann)












