Tag 222 - 17.2.23 Freitag
Doubtful Sound
Die Tour zum Doubtful Sound startet 7:00 in Manapouri, so dass ich 5:30 Uhr aufgestanden bin, den Schlüssel bei der Rezeption in den Kasten geschmissen habe und dann im Dunkeln ab Richtung Süden. Nach knapp 20 Minuten war ich schon da und war tatsächlich einer der letzten. Man fährt mit einer Fähre über den Lake Manapouri, welcher über 400 m tief ist. Das dauert etwa eine Stunde und es war bitterkalt. Ich hatte kurze Hosen und Sandalen an und nur meine Regenjacke mit. Am Nordende des Sees gibt es ein unterirdisches Wasser-Kraftwerk, dessen Modell man besichtigen kann. Dort steigt man dann auch in einen Bus, der die versammelte Meute dann in 35-40 Minuten an den Doubtful Sound bringt, wo man dann auf ein weiteres Boot steigt. Der Bus war nicht nur mit Menschen gefüllt, sondern auch mit lästigen kleinen Plagegeistern (nein, nicht Kindern!!!), die den ein oder anderen Stich setzen können. Es war immer noch ziemlich kalt und erst, nachdem die Sonne über den Bergen stand, wurde es besser. Der Doubtful Sound ist kein Sound, was im Englischen für eine weite Flussmündung steht, sondern ein waschechter Fjord, so wie man das aus Norwegen oder Chile kennt. Der Käptn hatte dann auch jede Menge Informationen und wir fuhren bis zum Ende, heißt bis an die Tasman-See. Unterwegs haben wir außer ein paar Wasserfällen auch ein paar Pelzrobben gesehen und auf dem Rückweg hatten wir das Glück, dass ganz viele, recht große Delphine (Bottlenose-Dolphins) mit unserem Boot spielen wollten. Nicht nur schwimmen, sondern auch Sprünge und sogar Pirouetten standen auf dem Programm. Wunderschön und immer wieder beeindruckend, diese intelligenten Tiere zu erleben. Dann ging es die ganze Strecke wieder zurück und so war ich etwa gegen 14:00 Uhr wieder am Auto. Das Ganze hat übrigens 229 NZ$ (~133€) gekostet. Und hier eine Kopie einer Antwort von mir auf eine Anmerkung von Frank, meinem Geo-Kollegen vom JLG:
Die sogenannten Sandflies sind ja eigentlich keine Sandfliegen, sondern Blackflies. Alle sagen Sandflies, weil olle Captain Cook sie so genannt hat. Und ja, es gibt sie in Scharen. Mistige Drecksviecher! Dabei sind sie so langsam, dass man sie ganz gut erlegen kann. Es sind nur einfach zu viele. :)
Während ich das schreibe, kratze ich mich am Unterarm …
In Te Anau habe ich dann noch etwas eingekauft und bin dann Richtung Milford Sound gefahren. Unterwegs gab es natürlich diverse Stopps an landschaftlich schönen Stellen. Zum Beispiel an den Mirror Lakes. Diese tragen ihren Namen aber nur mit Recht, wenn es weitgehend windstill ist. War es aber nicht.
Etwa auf halber Strecke habe ich am Campingplatz Knobs Flat gehalten. Da alles belegt war, habe ich gefragt, ob ich irgendwo hier im Auto schlafen könne. Augenzwinkernd sagte die Frau an der Rezeption, dass man vielleicht hinter dem Toilettentrakt, der nicht direkt zum Campingplatz gehört, parken könne. Da stand auch schon ein anderes Auto mit zwei jungen Leuten aus Frankreich. Also ein Bierchen geteilt und gequatscht und am Ende war es ein herrlicher Abend mit Ninon und Adrian. Da wir Toiletten und Waschgelegenheiten gratis hatten und es sogar einen Aufenthaltsraum mit Stromanschluss gab, war alles bestens. Es kam noch ein weiteres Auto mit Sandra und Clara aus Frankreich, welche auch hier geschlafen haben. Adrian hat mir Essen angeboten, aber ich hatte keinen Hunger. Den Pastis habe ich aber genommen. Bis kurz nach Mitternacht habe ich mit Ninon zusammen noch alle Reserven vernichtet und dabei viel Spaß gehabt.
Vokabel des Tages: zweifelhaft - doubtful











