Warum ich gerade seltener eigenen Content teile
Papa kämpft wie ich mit ME/CFS – und auch ihm geht es spürbar schlechter, sobald feuchtkaltes Wetter und Schadstoffe in der Luft liegen. Und Mutti plagt sich ebenso mit Schmerz und vergehendem Augenlicht.
Mir schenkt der Westerwald am Seeweiher einerseits Ruhe. Er prüft mich aber zugleich. Tagsüber sitze oder liege ich draußen, die Fenster weit geöffnet, als wollte ich mich vom Atem der Bäume tragen lassen. Doch zurück in der geschäftigen Welt melden sich Schmerz und Übelkeit deutlicher. Auch Sehen und Hören tauchen wieder in jene Unschärfe, die mich seit Jahren begleitet. Es ist kein Klagen. Es ist eher ein stilles Vermessen dessen, was gerade ist.
Instagram reizt mich im Moment gar nicht. Die Welt der schnellen Bilder und Worte passt nicht zu der Frequenz, in der mein Inneres gerade schwingt. Ich höre lieber Hörbücher. Ich lasse mich von Dokus berühren. Manchmal sehe ich Politik- oder Hessen-Fernsehen. Selten finde ich etwas zum Lachen oder Weinen. Selbst Radio HR 1 bleibt aus. Alles wirkt so wiederholend. So zersplittert. So atemlos falsch und vergiftet, so dass die Sprache in mir innehält. Der Alltag – sonst mein zartes Gegengewicht – tritt fast unmerklich zurück.
Mücken stechen wie winzige Vampire. Sie prüfen die dünne Haut meiner Geduld. Güllegeruch, Autoabgase, Kaminfeuer, fremde Duftstoffe und Raucherdunst dringen wie ungebetene Botschaften in meine Sinne. Trotzdem halte ich die Fenster so lange wie möglich zumindest auf Kipp. Erst wenn Abgase oder Mücken es unmöglich machen, schließe ich sie kurz. Ich brauche doch „nur“ klare, gesunde Luft zum Leben. Jetzt, immer!
Ich spüre eine neue Schicht von Zorn:
Leise, aber kompromisslos. Eine innere Grenze zeichnet sich schärfer ab. Fast wie eine Vorbereitung auf die kalte, nasse, windige Knock-out-Zeit. Dann verstummt jede Energie hinter einer Schicht aus Schadstoffen, während nur die Seele beständig weiterarbeitet.
Und doch gibt es diesen einen hellen Punkt:
Jeden Mittwoch erlebe ich eine wohltuende physiotherapeutische Behandlung bei Sabrina. Ihre behutsamen, fachlich präzisen Griffe aktivieren meinen Vagusnerv – jenen wichtigen Nerv, der für Regeneration, Beruhigung des Herz-Kreislauf-Systems und für die Balance des vegetativen Nervensystems zuständig ist. Diese rein medizinisch-therapeutische Stimulation wirkt bei mir wie ein innerer Ruheimpuls, den mein Körper oft schon spürt, bevor mein Kopf ihn bewusst wahrnimmt.
Jetzt folgt der zweite Versuch, Schlaf zu finden:
Dieses leise Abgleiten schenkt manchmal mehr Antwort als jedes wache Denken – vom Kopfkino der Gedankenblumen zu luziden Träumen und schließlich in jenes sichere, absolute Nichts des Seins im Schlaf.
„Kopf hoch, auch wenn der Hals nicht gewaschen ist“, denke ich dann und lächle über diese alte Familienweisheit. Denn selbst in kleinen Unvollkommenheiten liegt eine zärtliche Wahrheit.
Ja, ich freue mich, dass die AfD in Ost und West in Stichwahlen an Boden verliert. Und zugleich beunruhigen mich russische Überflüge:
Das Schattenspiel möglicher Sabotageakte. Die Demontage durch Propaganda und Gewalt. Angst und Hass als Werkzeuge. Halbwahrheiten als Köder für Lemminge. Dazu kommt das Abdriften der USA in Putins altes Drehbuch einer hyper-christlich getarnten Autokratie – diktatorisch, Humor und Satire ausschaltend, Medien und Meinungen gleichschaltend als erster Akt des Missbrauchs, bevor die Freiheit und die individuell geförderten Talente, die sich für Gerechtigkeit, Demokratie, Frieden und Freundschaft einsetzen, ermordet werden.
Diese Gleichzeitigkeit von Hoffnung und Furcht fühlt sich an wie ein Riss:
Ein Riss in mir mit ME. Und zugleich ein Riss im Weltgewebe. Im Kleinen wie im Großen. Innen wie außen.
Oft denke ich, ich müsste aus diesem Karussell aussteigen:
Ob Geisterbahn oder Kettenflieger – nicht mehr mittendrin kreisen, sondern von außen zusehen, um den Blick für das Wesentliche nicht zu verlieren. Wer zu lange durch die Extreme läuft, wird von ihrer Fliehkraft gerissen und von ihrer Schärfe zerrissen. Und Ablenkung – so verführerisch sie scheint – erzeugt nur Gegendruck. Wo in Wahrheit eine innere Harmonie aus stillen, nicht abgelenkten Kräften heilsam wachsen müsste.
Vielleicht ist es gut, dass der Herbst mich jedes Jahr in eine Art Winterschlaf schickt:
Anfangs von außen erzwungen, inzwischen in mir verankert. Er zwingt mich, nach innen zu gehen, Gedanken und Welten im Kopfkino verschmelzen zu lassen, Grenzen zu überschreiten im Traum, in Kunst und Literatur, in den klaren Linien klassischer Musik, manchmal im beschwingten Lachen des Swing, im warmen Echo alter, sehnsuchtsvoller Hoffnungs-Lieder.
Wenn die Gedanken durchsichtig werden:
Wenn ich den Nebel von Avalon durchbreche und mit dem Wahrgenommenen in mir verhandle, weiß ich:
Im Frühling und im Sommer wird wieder Kraft da sein für die Welt im Außen.
Natürlich schotte ich mich nicht ab. Ich klinke mich nicht endgültig aus. Ich weiß nur, dass ich nichts weiß. Und ich nehme diese Erkenntnis an als eine Form stillen Erwachens.
Von außen und innen betrachtet erscheint die Welt gerade gierig:
Neidisch. Ich-bezogen. Sie erfindet Fehler. Sie begeht sie selbst. Und sie wirft sie der Masse vor. Die politischen Worthülsen fliegen wie Patronen:
Leer. Und doch toxisch, infizierend, verletzend, zerfressend.
Vielleicht verstehst du, was ich meine:
Dieser feine, durchlässige, grenzüberschreitende Blick – ganz ohne Drogen – schmerzt und klärt zugleich. Diese HSP-Tiefe wird selbst zu einem zusätzlichen, von außen auf mich einwirkenden „Schadstoff“. Sie zieht mich in die absolute Erschöpfung – und zugleich in einen heilsamen, klärenden Schlaf.
Und doch bin ich dankbar, dass die Natur unbeirrt ihren Weg zum Frühling findet:
Jetzt begreife ich, warum aufkeimende Hoffnung in so vielen Kulturen und sogar politisch mit dem Frühling und den Frühlings-Bewegungen oder Revolutionen als sprießende Frühlingskraft verbunden ist.
Als Widderkind der ersten Dekade, geboren am 31. März, spüre ich, wie sehr mich dieser ewige Kreislauf prägt:
Ich nehme ihn immer wieder neu an. Es ist meine persönliche Metamorphose:
Die Bewegung von außen nach innen. Die Erkenntnis von Geburt und Tod. Von Werden und Vergehen. Der Mensch als kompostierendes Wesen – als einzig wahre Aufgabe von Erfahrung, Erleben und Wahrnehmung – mit Alltag als Lohn oder Verdienst, je nachdem, wie man es annimmt und was man daraus macht, beiträgt oder loslässt. Es kann zu einem zur Ewigkeit reichenden, generationenübergreifenden, fruchtbaren Kompost werden – oder zu jenem unscheinbaren Kuhfladen, der eine belebte neue Welt in sich birgt.
So vollzieht sich der große Lebens- und Naturkreislauf:
Eine Kompostierung, die im Frühjahr neu erblüht, für ein Gelingen, das größer ist als ich selbst.
Manchmal denke ich, ich sei empathisch wahrnehmend mächtig überbordend „drüber“. Doch ich genieße diesen Prozess, der mich vom Nebel in die Klarheit führt:
Zu Sonne und Regen. Zu den unendlichen Rhythmen der Erde.
Den Herbst verabschiede ich mit leiser Wehmut:
Und ich sehne zugleich schon jetzt den klärenden Winter und das Auferstehen des kommenden Frühlings mächtig im Herzen herbei.
Eine liebevolle Umarmung, die all das trägt und weitergibt.
An Dich.
C. 😘💕😘
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Diese Zeilen erklären, warum ich im Moment weniger eigenen Content poste und eher gelegentlich fremde Stories oder Kollaborationen teile.
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Er ersetzt keine medizinische Beratung und keine Rechtsberatung.
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Text am 22.09.2025 von ©️®️CWG verfasst und von KI formatiert für Insta & Tumblr.
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