Sparmaßnahmen oder schöne neue Warenwelt
Laut Statistik hat einer von sie’m schon mal mit seinem Toaster geschrien, Oder was immer man sich grad angeschafft, Nur weil man die Gebrauchsanweisung nicht gerafft! In meiner Jugend unter Kanzler Schmidt, als man das Geld noch mit Sicheln von Halmen schnitt - da gab’s sowas nit! Da saß, wenn man per Post bestellt’, Ein Männlein mit Brille (bloß Kassengestell) mit im Karton und wartete schon. Grau war sein Kittel, ein ganz ein Leiser: Das war der persönliche Gebrauchsanweiser! Diskret blieb er in der Verpackung sitzen bis er merkte: Jetzt sind sie am Schwitzen! Dann trat er auf, war in seinem Element - machte den Damen ein Kompliment - und erklärte, womit und wofür, jedenfalls: Hier war ein Knopf, und dort eine Tür Und nach nicht 5 Minuten schon machte das Gerät den ersten Ton. Flugs nahm der Mann den großen Karton, macht einen Diener und eilte davon. Nahm nicht mal Trinkgeld nahm er, trotz Hungerlohn!
Bis ein Cleverle mit dem Vorschlag kam, dass jener bebrillte , kleine Mann zu teuer war. Und über’s Jahr ward der Gebrauchsanweiser durch eine Anweisung ersetzt. Na und so ist es jetzt: Ein paar Zeilen und winzig klein, und nur zwei Knöpfe. Wie: Das soll alles sein? Der Mensch steht vor Technik und ist ganz allein, weiß nicht wo aus, und weiß nicht wo ein. Und täglich, im schwedendesigntem Appartemang, steht einer und schreit sich heiser: „Ein Königreich für einen Mann im Karton: Ich will meinen persönlichen Gebrauchsanweiser!“
Wie? Ihr meint das sei frei erfunden? Und Hotline und Jutjup und mündige Kunden, und den hätt man gehört, so’n Schrei! Ha! Denkste! Wir haben doch alle Doppelfenster?!












