*gently hands you a sketch of a sopping wet tiefling* there there
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*gently hands you a sketch of a sopping wet tiefling* there there
Krah
nicht mitfahrberechtigt
im Totenbus
an einem anderen Dezember
durch die Kälte von 42 Bezirken zu
wandern
dem Schweigsamen
im schwarzen Mantel kein Schnabel
gewachsen
in der Kehle gegen jeden Durst
ein Schluck Gras
Du kommst geflogen
Auf Schwingen im Nebelsturm
geheimnisvoll "Krah"
Zeit der Verwandlung
angesagtes Omen naht
Flügel flattern rauh
Reich gedeckter Tisch
im Reich der Toten nährt Euch
schwarzes Gefieder
"Krah Krah" unheilvoll
ausgehauchtes Leben fliegt
magischer Grabstein
krah
während menschen lügen schrei ich lauthals 'krah'
während sie sich betrügen verzieh' ich mich nach da
wo ehrlich ich hart kämpfe den kampf um fraß und leben
das alles muss ich suchen wirds mir nicht so gegeben
dabei bleib ich mir treu so treu es halt nur geht
krah bleibe ich und krähe wo man mich lässt recht stet
Letzte Reise
Nun hat es mich doch erwischt
Die Krähe sitzt schon auf meinem Stein
Bereit mich zu holen
Für die letzte Reise
Wenn ich die Wahl habe, dann würde ich
Gerne hier bleiben.
Als Geist vielleicht
Im Leben mochte ich Entscheidungen nicht Doch jetzt im Tod
Hätte ich gern mehr Auswahl
Hab immer alles gegeben
Um ein guter Mensch zu sein
Doch in den Himmel wollte ich nie
Was soll ich im Paradies?
Wo ich doch keine Wünsche habe
Was soll ich mit Bächen
Aus Milch und Honig?
Ich mag beides nicht
Ist nicht die Sünde paradiesisch?
Aber die ist ja verboten
Die Hölle ist aber auch keine Option
Das Fegefeuer ist zu heiß
Und die gequälten Seelen
Schreien zu laut
Etwas Ruhe erbitte ich mir schon
Wenigstens im Tod
Also kusch kusch
Mach dich fort
Ich bleibe
Und stelle eine Scheuche auf
Der Ruhm der Raben
Es war in Hamburg, im Jahr 1810,
Als ein Schiff einlief ganz ohne Kapitän.
Geschwind kam die Polizei an Bord,
Schnüffelte herum, wähnte bereits einen Mord!
Der Inspektor, ein etwas verwachsener Mann,
fing mit den Befragungen an.
Doch die Mannschaft schwieg. Keiner sagte ein Wort.
"Im letzten Sturm" meinte einer, "ging er über Bord."
Die Polizisten raunten einander leise
ins Ohr:
"Da kann man nichts machen, so ganz ohne Beweise."
Schließlich traten drei schwarze Raben vor,
und sangen ihr "Krah Krah Krah" im Chor.
Da konnten die Matrosen nicht widerstehen,
Und mussten kurz in die Takelage sehen.
"Krah Krah Krah!"
"Er hängt in der Rah!"
Zwei schwindelfreie Polizisten konnten ihn retten,
Entfernten die Fesseln, schlugen die Mannschaft in Ketten.
Im Trommelwirbel schritten sie zum Schafott.
Es half ihnen kein Klagen, es half ihnen kein Gott.
Die drei Raben sind heil davon gekommen,
und wurden sogar ins Hamburger Wappen auf genommen -
Das leider im großen Feuer von 1840 zu Asche verbrannt'.
Keiner kennt die Geschichte, im ganzen Land.
Keiner weiß mehr was von dem Ruhm der Raben.
'S sind bescheidene Vögel. Genau SO wolln'ses auch haben.
Krah
Schwarzer Engel, Hält mich wach, Mit der Finsternis im Arm, Schreien wir die Nacht.
Langeweile, Mit der Zeit, Die Minuten vergehen, In der Ewigkeit.
Vögel singen, Krah Krah Krah Vermissen auch den Frühling, Kleine Hoffnung war.
Der Falter
Am Fenster sitzt ein Falter
Davor am Tisch ein Alter
Der arbeitet hochkonzentriert
Und bleibt auch dann noch unbeirrt
Als der Falter sich bewegt
Und hektisch mit den Flügeln schlägt
Der Alte knickt mit Präzision
Und das seit vielen Jahren schon
Tagtäglich neu ein Blatt Papier
Und schöpft daraus ein stilles Tier
Sehr kunstvoll zwar und wunderschön
Doch kanns nicht rufen oder gehn
Der Falter flattert wild umher
Ganz panisch wirkt er immer mehr
Fliegt hoffnungsvoll schließlich zum Licht
Er wusste um die Folgen nicht
Doch war schon klar, dass ihm dies blüht
Als er im Licht zu Staub verglüht
Der Alte knickt die letzte Lasche
Auf das Papier rieselt die Asche
Der Kranich streckt die Flügel aus
Öffnet den Schnabel und heraus
Bricht nun des Kranichs Krah-Krah-Krah
Erst ganz verhalten, doch dann klar
Der Vogel fliegt gen Horizont
Die Falterei hat sich gelohnt
Hier sieht man, dass, wenn was vergeht
Was anderes daraus entsteht
Der Alte, wissend, lächelt tief
Seit einst der erste Kranich rief