"Recherchen von RTL erschüttern den 1. FC Kaiserslautern. Der TV-Sender will Belege dafür gesammelt haben, dass der Traditionsklub im Frühjahr 2008 zahlungsunfähig gewesen sei und die Vereinsführung dies vertuscht habe. [..] Eine tiefere Aufarbeitung der Geschehnisse aus dem Frühjahr 2008 hätte das Zeug, den 1.FC Kaiserslautern zusammenbrechen zu lassen, denn die finanzielle Lage der Roten Teufel ist immer noch fast genauso prekär wie damals – und das, obwohl die Stadt und das Land dem Klub über die Jahre mit angeblich rund 100 Millionen Euro unter die Arme gegriffen haben. Der Kassensturz des im April angetretenen neuen Finanzchefs Michael Klatt ist jedenfalls vernichtend. In der Kasse klafft ein Loch von mehreren Millionen Euro, beklagte der frühere KPMG-Berater im Frühjahr. Klatt vermisst fast 2 Millionen aus einer 2013 vom FCK aufgelegten Fananleihe über 6 Millionen Euro, die eigentlich für den Ausbau des Nachwuchsleistungszentrums am Fröhnerhof zur Seite gelegt werden sollten. Auch wo 2,8 Millionen Euro aus einem Stadion-Deal mit der Stadt geblieben sind, konnte Klatt nach seinem Amtsantritt nicht mehr nachvollziehen. [..] Es verdichten sich die Hinweise, dass das vorherige Management die eigentlich zweckgebundenen Gelder aus der Fananleihe im Rahmen von Lizenzierungsverfahren als liquide Mittel ausgewiesen und sie dann auch noch genutzt hat, um Finanzlöcher im Spielbetrieb zu stopfen. [..] Einen reichen Retter gibt es beim Fritz-Walter-Klub nicht. Ansonsten sind die Parallelen zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem Hamburger SV groß: Weil der FCK genauso wie der HSV im Tagesgeschäft seit Jahren Millionenverluste anhäuft, scheint das Geld aus der Anleihe zum Teil verbrannt zu sein. Selbst die Tatsache, dass der FCK in den beiden zurückliegenden Jahren für über 7 Millionen Euro eigene Talente verkauft hat, konnte die Finanzlage nicht entspannen. [..] Ein großes Problem ist, dass die Überlebensstrategie, über gute Nachwuchsarbeit und lukrative Transfers immer wieder Löcher zu stopfen, durch die sportliche Talfahrt stark gefährdet ist. Weil Neu-CFO Klatt eisern sparen muss und den Spieleretat für die laufende Saison um über 20 Prozent auf unter 9 Millionen Euro gekürzt hat, krebst die Mannschaft im unteren Tabellendrittel herum. Der Fußball ist zum Teil gruselig. Neue werthaltige Talente haben es schwer, sich in einem solchen Umfeld aufzudrängen. [..] Dem FCK steht also ein heißer Herbst bevor. Das Eigenkapital steht bei minus 3,5 Millionen Euro, damit ist nicht ausgeschlossen, dass der Klub schon wieder auf eine bilanzielle Überschuldung zusteuert. Millionenschwere Schadensersatzansprüche von Kickers Offenbach könnten den FCK über die Schwelle stoßen. [..] ein weiteres Mal wird die öffentliche Hand die Roten Teufel nicht raushauen können, nachdem die zurückliegenden Stützungsaktionen ihr schon eine EU-Prüfung wegen illegaler Beihilfen eingebrockt haben. Die Stadt hat einen Warnschuss vor den Bug erhalten. Beim FCK prasseln die Kugeln dagegen schon mitten in den Rumpf. Es fehlt nicht mehr viel, und der Betze brennt."