Mit der Bose-Dose ist der Bass krass
Seit fast 30 Jahren spiele ich Bass. Mehr gern als gut, aber Menschen sagen öfter, dass es ihnen gefällt, als umgekehrt (wie höflich!). Nun habe ich ein neues Instrument für mich entdeckt: Eine Bass-Ukulele. Das ist eine etwas größere Ukulele, die nicht wie eine Ukulele gestimmt ist (üblicherweise g-c-e-a), sondern wie ein Bass (e-a-d-g). Das kommt mir entgegen, weil ich damit auf den wäscheleineähnlichen Gummisaiten sofort gut zurecht komme, vor allem, nachdem ich meine Ukulele mit Bundstäben versehen habe. Sie kam überraschenderweise fretless aus dem Karton.
Aber so eine Bass-Ukulele macht nicht viel Lärm. Ein recht blasses “Plöm Plöm” kommt aus dem von geschickten Händen zusammengeleimten Korpus, viel mehr nicht. Nur ein bisschen lauter: Das würde zum Proben mit unverstärkten Ukulelisten und einem Cajonisten schon reichen.
Ich erinnere mich an einen Versuch mit so einer kleinen Bluetooth-Box, die in der Regel alle auch einen AUX-Eingang haben. Eine JBL Flip4. Leider hat die zwischen Eingangssignal und dem Geräusch aus dem Lautsprecher eine Latenz von ein paar Millisekunden. Das macht beim Handy oder MP3-Player natürlich nichts, weil der eingebaute Handy-Lautsprecher ausgeschaltet wird, wenn man am Kopfhörerausgang etwas anschließt. Aber wenn man eine Saite zupft, und der Ton kommt erst kurze Zeit später, stört das extrem, um wenigstens einigermaßen tight und im Timing zu spielen. Geht also nicht. Und überhaupt: Sie hat auch nicht genügend Wumms.
Ein Kollege hat eine Bose Revolve-Box für Musikhörzwecke. Er leiht sie mir, so dass ich einen weiteren Test starten kann. Nun mit Erfolg! Über ein Adapterkabel (6,3 mm-Mono-Klinkenkupplung auf 3,5 mm-Stereo-Klinkenstecker) kommt das Signal in die Box, das mit minimaler, kaum merklicher Latenz aus dem Lautsprecher mit sattem Bass wieder hinausquillt. Gerade laut genug für meine Zwecke. Und die Bose-Dose passt sogar noch in die Ukulelentasche. Bässer geht es nicht.