Weniger ist meistens mehr 😇
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Weniger ist meistens mehr 😇
Lieferando, Stephanplatz, Karlsruhe. April 2021
Das Unternehmen prüfte die Räder seiner Kuriere jahrelang nicht auf Verkehrstauglichkeit. Für Reparaturen sollen die Beschäftigten größtente
Diese gesamte Sharing-Economy ist NICHT cool und hat nur ein Ziel: Schnell reich werden auf Kosten aller Anderen. Kunden wie Arbeitnehmer. Ich rate weiterhin dazu, sie NICHT zu nutzen. Vollkommen egal, WAS sie anbieten.
20. Januar 2021
Von 22:50 Uhr – 9:00 Uhr hat das Internet leider geschlossen
Im Homeoffice in der Pandemiezeit bestelle ich nicht so selten etwas zum Mittagessen über eine große Lieferplattform. Essen ist ja sowieso auch meine Lieblingsspeise, selber kochen hingegen nicht so, und mit so einer Bestellung kann ich die lokalen Restaurants, die geschlossen haben müssen, auch noch ein bisschen unterstützen, sage ich mir.
Meistens fällt mir so gegen halb zwei ein, dass die Familie genau jetzt Hunger hat. Wenn ich dann, zur Mittagszeit, etwas bestelle, ist die Lieferzeit meistens recht lang, so um eine knappe Stunde.
Deshalb freue ich mich heute, dass mir bereits morgens einfällt: Heute bestelle ich mal das Mittagessen schon früh und gebe als Lieferzeit mittags ein!
Ich klicke das zusammen und will – wie meist – mit Google Pay bezahlen, aber:
Eine überraschende Fehlermeldung hält mich auf. Vor 9 Uhr kann ich nicht mit Google Pay bezahlen?
Ich habe keine Lust, für ein anderes Bezahlverfahren meine Daten einzugeben (obwohl, denke ich noch, ich eigentlich mal das Bezahlen mit Bitcoin probieren sollte – das scheint nämlich seit Kurzem möglich zu sein). Stattdessen will ich die Bestellung eine halbe Stunde später erneut aufgeben. Das klappt auch – allerdings muss ich sie leider noch einmal neu zusammenstellen, der Warenkorb hat sich nach einer halben Stunde auf magische Weise wieder geleert.
Ich denke sogar wieder daran, das Häkchen zu setzen, dass bei den Croque die Soße separat geliefert werden soll.
Die Croque werden pünktlich geliefert und sind sehr gut.
(Molinarius)
Essen liefern lassen im Lockdown: Lieferando profitiert von der Corona-Krise. Doch der Konzern setzt fragwürdige Mittel ein, um den Umsatz z
Viele meinen ja, sie würden die Tricks der Internetkonzerne durchschauen und könnten sie so umgehen. Aber es ist noch viel schlimmer.
8. Juni 2020
Mein Trinkgeld geht in dieses Online. Ob und wie es da wieder rauskommt, ist ungewiss
Ich bestelle für die Söhne und mich etwas zum Mittagessen über Lieferando. Das geht ganz einfach und bequem, Lieferando erkennt meinen Standort und bietet mir in Hamburg immerhin 93 Restaurants, bei denen ich bestellen kann - unterteilt in Kategorien von Italienischer Pizza über Sushi, Chinesisch, Burger, Vegetarisch, Indisch, Griechisch usw. (In dem anderen, leider infrastrukturell weniger erschlossenen Gebiet, in dem ich mich beruflich häufiger aufhalte, gibt es leider nur fünf Restaurants auf Lieferando - und diese fünf sind alle Dönerrestaurants, drei davon mit dem Zusatzangebot “Türkische Pizza”.)
In der App wird mir angezeigt: “Die Lieferung erfolgt momentan kontaktlos.” Um Kontakte während der Coronavirus-Pandemie zu reduzieren wird der Lieferfahrer die Lieferung nur vor meiner Tür abstellen, klingeln, zurücktreten und schauen, dass ich die Lieferung entgegennehme. Ich finde diese Idee ganz gut.
Am Ende des Bestellvorgangs, nach der Online-Bezahlung mit Google Pay, wird mir angeboten, in einem neuen online Bezahlvorgang auch ein Trinkgeld zu geben. Mir werden direkt drei Summen vorgeschlagen, 5 %, 10 % oder 15 %, von denen ich nur eine anzuklicken brauche. Ich habe die Option, das Trinkgeld auch erst nach der Lieferung online zu geben – da ich die App aber nun schon mal offen habe, und nachher sicher nicht mehr dran denke, tippe ich jetzt die 10 % an und bekomme auch direkt die erneute Abbuchung von Google Pay angezeigt.
Eine halbe Stunde später kommt der Fahrer, die Essensübergabe funktioniert problemlos. Ich bedanke mich und frage: “Das Trinkgeld hab ich schon online gegeben, bekommen Sie das dann?”. Seine Antwort: “Nö, davon sehe ich nichts.”
Huch?
Leider spricht der Fahrer nur gebrochen Deutsch und ist nicht so gesprächig; ich hätte gern gefragt, ob er das dann wirklich gar nicht bekommt, oder ob da am Ende der Schicht oder der Woche oder so vielleicht eine gleichmäßige Aufteilung oder was-weiß-ich erfolgt??
Auf der Lieferando-Webseite heißt es dazu*:
“Erhält der/die Fahrer/-in das komplette Trinkgeld direkt? Fahrer/-innen, welche direkt bei Lieferando.de angestellt sind, erhalten das Trinkgeld mit ihrer Gehaltszahlung. Restaurants, die ihr eigenes Lieferpersonal beschäftigen, sind selbst dafür verantwortlich, das Trinkgeld an ihr Personal weiterzuleiten. Wir appelieren [sic] nachdrücklich an unsere Partner, das Trinkgeld direkt an ihr Personal weiterzugeben und haben diese über unsere neue Online-Trinkgeld-Funktion informiert.”
* Wir haben diese Seite nicht zeitgleich im Internet Archive gesichert, weshalb sich die verlinkte Version von 2021 von der zitierten Version aus dem Sommer 2020 leicht unterscheidet.
Ich weiß nicht, wie viele Fahrer tatsächlich bei Lieferando direkt angestellt sind.
Die Pizza ist ok. Aber die Zukunft, in der ich auf Bargeld werde verzichten können, ist wohl doch noch ein Stückchen hin.
(Molinarius)
19. Oktober 2019
Das merkwürdige Verhalten hungriger Großstädter zur Abendessenszeit
Abends kommt ein befreundetes Paar zu Besuch. Eigentlich wollten wir gemeinsam essen gehen, aber wir haben es nicht geschafft, einen Babysitter anzuheuern. Daher sitzen wir nun gemeinsam in unserer Küche und überlegen, was wir bestellen könnten.
Die Gattin hat den Stapel an Flyern, die sich im Laufe der Zeit in unserem Briefkasten angesammelt haben, auf dem Küchentisch ausgebreitet. Relativ rasch fällt die Wahl auf Sushi und wir entscheiden uns für eine Platte für mehrere Personen und ein paar Extras. Meine Frau ruft die angegebene Nummer an, es dauert aber eine ganze Weile, bis die die Botschaft verstanden hat, die ihr offenbar von einem Band vorgespielt wird: "Wir bauen gerade für sie um!"
Meine Frau legt auf und zerreißt den Flyer. Wir nehmen uns die Speisekarte eines anderen Asia-Restaurants vor, auf der es so ziemlich dieselbe Auswahl an Speisen gibt. Meine Frau ruft an, erfährt aber erst nach Angabe unserer Wünsche, dass man zwar telefonisch bestellen kann, dass aber nicht geliefert wird, sondern man sich die Bestellung selbst abholen müsste (Entfernung ca. 10 min mit dem Auto). Das steht auch verklausuliert als "Alle Speisen auch außer Haus" auf dem Flyer. Meine Frau storniert genervt die Bestellung, legt auf und zerreißt auch diesen Flyer.
Mittlerweile haben die Gäste und ich eine Unterhaltung über die asiatischen Restaurants in der Umgebung begonnen. Eines davon kennen wir zwar alle, uns fällt aber der Name nicht ein. Ich öffne Google Maps auf dem Smartphone und zoome an die Adresse des Restaurants heran und kann verkünden, dass es "Asia Dream" heißt. Man kann sich auch die Speisekarte anzeigen lassen, auf der es ebenfalls Sushi gibt, und per Lieferando online bestellen.
So erfolgt der nächste Versuch. Ich gebe – offenbar in einer Lieferando-Website im Browser des Smartphones – unsere Bestellung ein, indem ich die Gerichte zu einem Warenkorb hinzufüge. Dann Adresse, Kontaktdaten und Barzahlung bei Lieferung als Zahlungsmethode. (Sofort-Überweisung und PayPal wären auch möglich gewesen.)
Nachdem ich meinen Standort für diese Anwendung freigegeben habe, wird mir "Lieferung verfolgen" als Funktion angeboten. Auf einer Kartenansicht werden das Restaurant, unsere Wohnung und der Weg dazwischen angezeigt sowie ein Timer, der von 60 Minuten ausgehend rückwärts läuft.
Nach ca. 20 Minuten wird zusätzlich die beruhigende Meldung eingeblendet, das Restaurant habe die vorgesehene Lieferzeit bestätigt. Weitere 10 Minuten später fragt meine Frau ungeduldig, wie lange es noch dauere. Mit einem Blick auf den Timer sage ich "halbe Stunde". Wenige Sekunden später klingelt der Lieferant an der Tür.
(Virtualista)
Eine Woche vor der WWDC zeigt sich die Schattenseite der App-Ökonomie von Apple #lieferando https://www.hightech-und-blech.de/dark-side-of-the-app-29074/