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Vorgespielt: Tame Impala (7.2.16)
Seit letztem Jahr schmückt sich die Hansestadt mit einem neuen Veranstaltungsraum am Großmarkt. Zwischen Blumen und Apfelkisten begrüßt einem das Theater mit seiner einladend großen Bogenarchitektur. Der Großmarkt folgt einem ganz eigenen Rhythmus der Stadt, passt also zum Psychedelic-Rock der australischen Musiker Tame Impala.
Das aktuelle Album „Currents“ wurde in den Blogs, Kritiken und Kickertischgesprächen eher unterschiedlich besprochen. Die etwas lieblich, poppig geratenen Songs gefallen oder verstören. Der Wandel gegen Stillstand des Künstlers ist dennoch willkommen, Kevin Parker besingt es doch auch selbst: „Yes, I'm changing“.
Als Vorband spielen sich Jagwar Ma ca. 45 Minuten durch die kritische Hörermasse. Es läuft zu viel vom Band, aus der Retorte. Die Band hat es schwer, die Besucher zu überzeugen. Die Songs und die Show wirken statisch und einfallslos.
Fast erleichtert beobachten die vor Vorfreude geladenen Gäste dann die Umbauphase auf der Bühne. Durchgeführt von weiß bekittelten Bühnenpersonal, mutet die ganze Szene einem kleinen Schauspiel an. Hier und dort wird noch etwas korrigiert, beäugt und abgeschritten, wie in Monty Pythons „Philosophers Football”.
Dann endlich begrüßen wir Tame Impala und es geht sogleich mit einem großen Knall los: Konfetti wird kiloweise in die Luft geschleudert und die Augen werden mit einer spektakulären Laser-Licht-Show in die psychedelischen Welten der Band gezogen.
Die neuen Songs fügen sich gut in die Dynamik des Abends. Kevin Parker schnattert vom ersten Auftritt in Hamburg vor einer, in Relation gesetzt, winzigen Zuschauergruppe. Zum stechend-ansteckendem Schlagzeug und durchdringend waberndem Bass bewegen sich die tanzenden Körper. Das Publikum wird Wachs in den Händen des hypnotischen Sounds und des charismatischen Frontmannes, welcher in seinen Ansagen Bodenständigkeit zeigt und schallend hell ins Mikrofon lacht.
Mein persönlicher Höhepunkt ist das ausgiebige Gitarrensolo von Parker mit begleitendem Lichtspiel. Ich mag es, wenn sich Bandmitglieder auf der Bühne Zeit nehmen, sich auf ihrem Instrument auszudrücken. Es hat etwas direktes und kann zwischen Künstler und Gast intimste Momente schaffen.
Zusammengenommen ein großartiger musikalischer Abend mit glasklarem Sound und einer sympathischen Band. Doch bleibt mir der Eindruck, dass vor allem die älteren Lieder die Stärke besaßen, deine innere und äußere Farb-Sound-und-Gefühlswarhnehmung aus den Angeln zu heben. (Lena)