Lukas (*Essen), NAHhaft e.V., Berlin
English text below
Lukas‘ bisheriger Werdegang ist ungleich vieler anderer StudentInnen-Lebensläufe durch einen deutlichen roten Faden gekennzeichnet. Die Problematik, die ihm preisgekrönte Erfolgserlebnisse und schlaflose Nächte bereitet, fasst er pointiert zusammen: „Welche Strukturen müssten geschaffen werden, damit städtische Verbraucher regionale, saisonale und biologische Lebensmittel im täglichen Leben konsumieren können?“
Der Mittzwanziger, der zurzeit an seiner Masterarbeit an der Hertie School feilt, entdeckte früh sein Interesse für Agrarpolitik und die damit verbundenen Themenbereiche Umweltschutz, faire Marktwirtschaft und Ernährungsphilosophie. Aufgewachsen im ländlichen Langenberg, trieb er sich oft auf Bauernhöfen rum. Und bekam die Chance, den vollständigen Prozess von der Lebensmittelerzeugung bis hin zum Verzehr mitverfolgen zu können – eine prägende Erfahrung, die den meisten Stadtkindern in der Regel verwehrt bleibt.
In den USA forschte er im Zuge seines Zivildienstaufenthaltes an Freihandelsabkommen zwischen Nord- und Südamerika und entschloss sich danach für ein Studium an dem University College in Maastricht, wo er sich in seiner Abschlussarbeit der europäischen Agrarpolitik widmete. Als Student der Hertie School gründete er schließlich mit seiner Kollegin von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Paula Voigt, und Studierenden der HU, TU und dem Studienkolleg zu Berlin im Januar 2014 den Verein NAHhaft e.V. „Das Thema ist ja etwas trendy, es gibt bereits viele Initiativen und Organisationen, die sich in dem Bereich urbane Ernährungsstrategien engagieren. Was uns unterscheidet ist die Motivation, als zivilpolitischer Akteur diese unterschiedlichen Initiativen zu bündeln.“ Insofern sieht sich NAHhaft als forschender Impulsgeber, der Netzwerke zwischen regionalen Landwirten, Lieferanten, GroßabnehmerInnen und schließlich auch den Besuchern der Großmensen bildet. Beteiligte, die allesamt oftmals konträre Ziele verfolgen. NAHhaft initiiert auch Projekte. Darunter die im Frühsommer 2014 organisierte Mensa-Essens-Aktion, bei der Bauern aus einem Umkreis von 180 Kilometern täglich die zwölf größten Mensen Berlins mit ihrem Essen belieferten. Ein Erfolg unter Landwirten ebenso wie StudentInnen.
Beim Erzählen ist Lukas enthusiastisch. Passion für die dahinterstehenden Ideale nennt er als Kernpunkt der Projektrealisierung, ebenso wie Vertrauen und den Wunsch, als Brückenbauer zwischen den Fronten zu agieren. Er ist viel unterwegs und spricht mit den unterschiedlichsten Menschen. Sein „study space“ wurde bereits mit dem dm Engagementpreis ausgezeichnet und wird von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft gefördert. Es ist vielversprechend – es bleibt die Hoffnung, dass eine reflektierte Essenseinstellung in der Mehrheitsgesellschaft bald ankommt.
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Unlike the resumes of other students, Lukas‘s resume is characterized by a distinct red thread. He clearly summarises the problems which have earned him awarding-winning results and caused him sleepless nights: “What structures must be created to give urban consumers access to regional, seasonal and biological produce?”
The twenty-something, who is currently working on his master’s degree at the Hertie School, discovered his interest in agricultural policy and the related areas of environmentalism, fair market economy and nutrition philosophy early on. He grew up in rural Langenberg and often roamed around farms. This provided him the chance to follow the entire process of agri-food production, right down to putting the food on the table………a profound experience which the majority of urban children will never have.
During his civilian service in the USA he carried out research on the free trade agreements between North and South America; afterwards, he decided to pursue his studies at the University College in Masstricht and devoted his final paper to European agricultural policy. As a student at the Hertie School, he co-founded the association NAHhaft e.V. with Paula Voigt, a student at the Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, and students from HU, TU and the Studienkolleg zu Berlin in January 2014. “The topic is admittedly a bit trendy but there already exist several initiatives and organisations that are very committed to and involved in the area of urban nutrition strategy. What distinguishes us is the motivation as civil-political actors to bundle these various initiatives.” As such, NAHhaft considers itself to be a research-oriented impetus in establishing networks between regional farmers, suppliers, wholesale buyers and those who frequent the large cafeterias……groups that very often pursue contrary goals. NAHhaft also initiates projects, including the cafeteria-food-action during the early summer in which farmers from a surrounding radius of 180 kilometres supplied their produce daily to the 12 largest cafeterias in Berlin. A success not only for the farmers but also for the students.
Lukas is very enthusiastic when talking about the subject. He cites passion for the underlying idea as the core of the project’s realisation, as well as trust and the desire to act as bridge builder between fronts. He is often on the go and meets with the most diverse of people. His “study space” has already received the dm Engagementpreis and is supported by the Zukunftsstiftung Landwirtschaft. It is very promising…….a definite hope that a reflective attitude about nutrition and food will find its way among mainstream society.
Ana-Marija Cvitic












