Aufruf: Gerechtigkeit bei sexualisierter Gewalt
ProChange unterstützt die Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt
Die wichtigsten Informationen und Ziele:
“Vergewaltigung ist (nicht nur) in Deutschland zur Zeit ein faktisch nahezu straffreies Verbrechen. Das wollen wir ändern und wir suchen dazu noch weitere Mitstreiterinnen!
Wir zielen vor allem auf die juristischen Praktiken ab, die dazu führen, dass von den angezeigten Vergewaltigungen nur wenige Prozent (ca 13%) zu einer Verurteilung des Täters führen. Zudem gibt es eine etwa 20mal so hohe Dunkelziffer von nicht-angezeigten Vergewaltigungen: von einer Anzeige abgeschreckt werden viele Betroffene eben durch diese geringen Erfolgsaussichten, sowie durch die Art des Prozesses, der auf viele retraumatisierend wirkt.
Eine absolute Ausnahme in der Strafjustiz ist hierbei beispielsweise, dass das mutmaßliche Opfer eines Verbrechens sich einer Glaubwürdigkeitsprüfung unterziehen lassen muss.
Auch die Einstellung der Richter:innen und Staatsanwält:innen muss sich ändern, bei denen in Befragungen eine hohe Verbreitung von Vergewaltigungsmythen festgestellt wurde. Darunter fällt die Ansicht, eine betroffene Frau als Lügnerin wahrzunehmen, oder auch, die Tat zu verharmlosen. Auch dies ist ein Faktor, der die niedrige Verurteilungsrate und niedrige Strafen im Falle einer Verurteilung (zumeist Bewährungsstrafen) mit verursacht.
Im Grundgesetz wird die sexuelle Selbstbestimmung garantiert. Die Tatsachen zeigen aber, dass der deutsche Staat dem Schutz dieses Grundrechts bei weitem nicht gerecht wird. Deswegen wollen wir politisch und gesellschaftlich notwendige Änderungen durchsetzen. Hierzu gehört Aufklärung, politischer Druck, und Anwesenheit bei Prozessen.
Die Gruppe ist bislang in Frankfurt/Rhein-Main aktiv, will aber
InteressentInnen aus anderen Orten, die etwas ähnliches machen wollen,
gerne zusammenführen?
Gesucht werden prinzipiell andere Gruppen, die in derselben Richtung aktiv
sind - für Austausch und gegenseitige Inspiration, aber auch, um sich
für bundesweite Aktionen zu vernetzen.
Für die Gruppen heißt das auch, bei Prozessen anwesend sein, als kritischer
bzw. anteilnehmender Teil der Zivilgesellschaft.
Das Ziel ist eine flächendeckende bundesweite Ausbreitung.
Auch auf juristischer Ebene wird angesetzt, denn vieles aus Gesetzen, Prozessbestimmungen, Einstellungsbegründungen und
Urteilen ist traditionell und immer noch aus der Täterperspektive
(z.B. die "geschlechtsspezifische Situationsverkennung"), mit der ein
Nein der Frau für den Mann eben nicht bedeutsam war. Dadurch ist die
Rate an Verurteilungen bei sexualisierter Gewalt ungeheuerlich niedrig -
als käme es darauf nicht an.
MitstreiterInnen die mit uns ( rund um Dortmund/Ruhrgebiet) für Gerechtigkeit bei sexualisierter Gewalt sorgen wollen bitte hier melden:
MitstreiterInnen deutschlandweit bitte hier melden: Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt