Der Pflegenotstand und die Behandlung von Pflegern sind ein Armutszeugnis für dieses Land.
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Der Pflegenotstand und die Behandlung von Pflegern sind ein Armutszeugnis für dieses Land.
Pflegenotstand
Die Pflege ist einer der schönsten Berufe die es gibt. Klar, ist viel Stress an der Tagesordnung und auch die Belastungen sind unglaublich hoch, aber das was einem zurück gegeben wird ist einfach unglaublich. Dankbarkeit und Wertschätzung, allerdings bleibt zu erwähnen dass man diese fast ausschließlich von zu pflegenden erhält.
Nach dem ich ein halbes Jahr in einem Pflegeheim gearbeitet habe und meine Liebe dazu entdeckte entschloss ich mich dieses Jahr die Ausbildung zur Fachkraft zu beginnen.
Trotz des erheblichen und fortschreitenden Pflegenotstands werden uns Schülern große Steine in den Weg gelegt. Natürlich kann ich nur dafür sprechen wo ich es erlebt habe oder mit bekam, aber ich denke es ist bezeichnend dass der Großteil der Azubis nicht sonderlich lange bleibt. Natürlich ist es in jedem Beruf üblich während der Probezeit die Leute die keine gute Arbeit leisten auszusortieren, aber ich frage mich wieso auch die Leute die brennen für den Beruf?
Heute am 01.12.2021 liege ich nach der dritten Operation innerhalb weniger Monate im Krankenhaus, zwar sind es jedes Mal nur minimal invasive Eingriffe gewesen trotzdem ist meist an sitzen und arbeiten innerhalb der ersten Zwei Wochen kaum zu denken.
Schon nach meiner ersten Operation wurde mir unmissverständlich klar gemacht, dass ich nicht mehr krank werden darf, da ich sonst meine Ausbildung wohl verlieren würde. Alles nur aufgrund der Fehlzeiten. Als ich wieder da war hab ich bis auf einen kleines Ausrutscher fast ausschließlich nur gute Noten geschrieben. Auch vor der Ausbildung habe ich so gekämpft diese Ausbildung zu bekommen, ich hab das Gefühl keine richtige Zukunftsperspektive mehr zu haben. Mir war es immer wichtig das zu arbeiten was ich liebe und nicht das wo ich einfach nur gut bezahlt werde.
Als dann vor 2 Wochen wieder die Schmerzen begannen und ich wusste es geht von vorne los, habe ich mich wieder jeden Tag zur Schule gequält weil ich mir die Fehltage nicht mehr leisten konnte. Vor zwei Tagen war ich dann in der Notaufnahme und heute wurde ich operiert. Ich weiß jetzt schon, dass ich mit der Entscheidung zur Operation auch in Kauf genommen habe meine Ausbildung zu verlieren.
Es ist traurig. Wie Pflegeschüler hören oft solche Dinge wie du bist zu dünn, zu dick, zu schwach, zu jung, zu alt, egal was diese Leute wollen diesen Job mit Sicherheit nicht machen weil die Vergütung so toll ist, sondern weil alle dafür brennen. Dieser Beruf den wir alle erlernen wollen er steht für Empathie und Menschlichkeit, aber wo ist genau diese Empathie und Menschlichkeit für die Leute die wirklich helfen wollen.
Warum müssen uns Steine in den Weg gelegt werden ? Wenn wir doch anderen Menschen helfen wollen ihre Steine zu überwinden ?
Wichtige Kampagne! Pflege ist schon seit den 80er Jahren im Notstand. Und keine Verbesserung nirgends! Die Bezahlung ist ein Witz gegenüber den Arbeitsbedingungen. Entsprechend stimmt das Personal ab mit den Füßen: bloß raus aus dem Job. Nötig sind wirklich weit gehende Verbesserungen zu allererst den Beruf wieder attraktiv zu machen: Aufstockung der Entlohnung für jede und jeden auf das Niveau eines Facharbeiter in der Industrie aus Bundesmitteln, also 1000€ mehr netto! Geringere Arbeitsbelastung durch weniger Patienten pro Personal. Das bedeutet auch mehr Zeit für die Betreuung der uns anvertrauten. Und die Chance das Menschen den Weg in diesen tollen Beruf finden - und nicht gleich wieder verlassen. Dies gilt übrigens auch in der ambulanten oder stationären Altenpflege. Bitte die Petition an den deutschen Bundestag unterschreiben online oder auf Papier (der Unterschriftenbogen ist natürlich auch außerhalb des STERN zu finden - trotzdem Danke für diese Unterstützung!) Immer mehr dazu auch auf @thefabulousfranzi #petition #pflegenotstand #pflegenotstandstoppen https://www.instagram.com/p/CKBXPzFHTfJ/?igshid=gcf0967rlhod
Ich denk oft zurück wie ich vor 1 1/2 Jahren so stolz war in diesen Klinikum als Gesundheits und krankenpflegerin anzufangen. Unfallchirurgie, Orthopädie, Neurologie - ja es war nahezu mein Traum. Ich weiß noch wie ich frisch examiniert meinen ersten Tag auf Station hatte. Die Kollegen die waren so lieb. Jeder hat mich aufgenommen hatte Geduld denn oft geht das Lernen erst nach der Ausbildung an. Und ich wurde eingearbeitet. Der Pflegealltag war damals schon stressig aber machbar. Ich konnte Patientenorientiert handeln und pflegen. Und ich war so glücklich um meinen Beruf. Ich lernte in kurzer Zeit unfassbar viel an Fachwissen. Wir waren zu 3 in der Frühschicht. Zu 2 in Spätdienst und allein in der Nachtschicht für 20 Patienten. Und jetzt 1 1/2 Jahre später kämpfe ich jeden Tag ums überleben. Ich bin allein mit einen Schüler für 20 Patienten am Tag, ich muss in Notfall alleine handeln da ein Schüler in dieser Situation maßlos überfordert ist. Ich verliere Zeit im Notfall und gefährde somit Patienten. Ich muss alles allein regeln weil ein Schüler darf keinen Patienten vom Aufwachraum holen der frisch operiert ist. Er ist in dieser Zeit allein auf Station was eigentlich verboten ist. Denn wenn in dieser kurzen Zeit ein Notfall auf Station ist dann haben wir ein verdammt großes Problem. Ich bin diejenige die zur Verantwortung gezogen wird. Der Druck jedem Tag macht mich fertig. Man redet mit den Vorgesetzten, sagt ihnen dass der Aufwand der Patienten unter dieser Besetzung nicht mehr möglich ist zu bewältigen . Doch man bekommt immer wieder zu hören dass ein Pflegenotstand herrsche. Dass es nichts hilft. Sie können nichts ändern. Ich muss ehrlich sagen dass ich diese Aussagen verstehe aber keiner von diesen Menschen kann sich vorstellen wie hart es jeden Tag ist so zu arbeiten. Jeden Tag nach der Arbeit so fertig ist dass man Kopfschmerzen hat. Die Patienten klagen, sind unzufrieden, fordern. Und ich würde mir verdammt gerne Zeit für sie nehmen. Aber ich hab auch nur 2 Hände und 2 Füße. Ich kann mich nicht teilen. Eigentlich bin ich aus einen Grund Krankenschwester geworden und zwa weil Ich Menschen helfen will. Ich wollt ihnen genau das geben was sie brauchen. Auch in Krisensituationen im Leben ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Denn Mut und Hoffnung ist der Grundbaustein zur Genesung. Ich muss mittlerweile echt sagen dass Krankenschwester ein Knochenjob ist mit einer riesigen Verantwortung. Ein Job in den ein Fehler fatale Folgen haben kann. Wir müssen trotz dieser Besetzung den Überblick behalten. Insulin verabreichen, einen Herzinfarkt erkennen, reanimieren bei Herzstillstand, einen Schlaganfall erkennen. Ich hab unter diesen Bedingungen echt Angst dass ich versage.
Das ist alles nicht neu
(C) Jan Tomaschoff, 6/2015
Es sind nicht die Pflegekräfte die am meisten unter dem Notstand leiden
Alle eure Leben
Eure Betten stehen Seit an Seit, eure Schicksale kreuzen sich für einen Moment. Ihr seid in unserer Obhut, vertraut und glaubt an uns, denkt wir werden es schon richtig machen.
Für euch ist es ein Einschnitt, für uns nur ein Abschnitt - unserer Routine. Ich würde gern mehr über euch wissen, ich würde gerne für euch da sein. Es gäb so viel mehr was ich tun könnte für euch, wir alle. Hätten wir die Zeit, hätten wir die Leute.
Doch ihr wisst das nicht, ihr wollt nicht zur Last fallen. Oft fragt ihr nicht, sagt ihr nichts, ihr habt Angst oder schämt euch. Ihr seid die Patienten. Wir das Personal. Doch alle sind wir gefangene des Systems. Das uns die Zeit nimmt, die Freude, die Menschlichkeit. Wir können unsere Arbeit nicht mehr tun, ihr euren Fortschritt nicht. Das Zwischenmenschliche wird wegrationalisiert. Und auch das Menschliche. Satt, sauber, trocken, Medikamente. Mehr gesteht man uns nicht zu, uns nicht und euch nicht.
Wieso? Wieso erlauben wir das man uns das antut? Wir sind doch keine Schafe. Und dennoch lassen wir uns treiben von den scharfen Hunden der freien Wirtschaft.
Steht endlich auf. Ihr habt eure Stimme. So wie wir! Es geht um euer Leben.
Pflegenotstand? Hier nicht!
Angesichts dieser Schlagzeilen machen sich viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen Sorgen, vor allem in den ländlichen Regionen. Regelmäßig Titel die Zeitungen mit Pflegenotstand und Fachkräftemangel. Angesichts dieser Schlagzeilen machen sich viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen Sorgen, vor allem in den ländlichen Regionen. Doch Experten geben etwas Entwarnung: gebündelte Kompetenz…
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