Manchmal wünsche ich mir, einfach zu verschwinden. Nicht nur wegzulaufen, sondern wirklich zu entgleiten, wie ein Blatt, das der Wind davonträgt, in eine andere Welt, eine, die nur mir gehört. Eine Welt, in der es keine Bürden gibt, keinen Alltag, keine Schatten der Realität, die mich verfolgen. Ich möchte eintauchen, versinken, mich verlieren, nicht im Nichts, sondern in einem Ort voller Wunder und Magie. Ein Ort, an dem alles möglich ist und an dem die Sehnsucht in meinem Herzen endlich zur Ruhe kommt.
Ich möchte vergessen. Alles, was mich niederdrückt, alles, was mich geformt hat zu jemandem, den ich kaum noch erkenne. Ich möchte diese Last von mir abwerfen und einfach wieder ich sein. Aber ich weiss nicht mehr, wer ich bin. Ich habe mich verloren, irgendwo zwischen den Anforderungen des Lebens und den grauen Fassaden der Wirklichkeit. Und ich weiss nicht, wie ich den Weg zurück finde. Ich sehne mich so sehr danach, mich wiederzufinden, mich in meiner Essenz zu spüren, voller Freude, Leichtigkeit, Staunen.
Früher hatte ich das. Früher hatte ich Fantasie. Früher war die Welt voller Zauber. Ich habe an die Elfen geglaubt, die in den Bäumen wohnten, verborgen in ihren flüsternden Kronen. Ich habe an Einhörner geglaubt, die mit sanften Schritten durch den Wald schritten, ihre Hufe lautlos auf dem Moos. Und ich habe die Gnomen gesehen, wie sie aus den Höhlen in den Baumwurzeln krochen, winzige Wesen voller Geheimnisse und Geschichten, die nur der Wind erzählte.
Wo ist das alles hin? Wo ist der Zauber geblieben? Es fühlt sich an, als hätte jemand die Farben meiner Welt gestohlen und sie durch ein kaltes Grau ersetzt. Ich vermisse den Glanz in meinen Augen, wenn ich etwas Neues entdeckte. Ich vermisse das Kribbeln in meinem Bauch, wenn ich mir ausmalte, dass hinter der nächsten Ecke etwas Wundervolles warten könnte. Ich vermisse die Magie, die mir früher so real erschien, als wäre sie ein unsichtbarer Faden, der alles miteinander verband.
Und jetzt? Jetzt ist da nur noch Stille. Die Magie ist verschwunden, so lange schon, dass ich kaum noch weiss, wie sie sich anfühlte. Aber ich vermisse sie. So sehr. Es tut weh, sie zu vermissen. Ich möchte sie zurück, diese Welt voller Wunder, diese Leichtigkeit, diese Freiheit, einfach zu glauben.
Vielleicht, wenn ich ganz still werde, kann ich sie wiederfinden. Vielleicht versteckt sich der Zauber irgendwo, in einem unbedachten Augenblick, in einem Flüstern der Natur oder einem unerwarteten Lichtstrahl. Vielleicht wartet er nur darauf, dass ich ihn sehe. Aber bis dahin bleibt diese Leere und die Sehnsucht nach einer Zeit, in der ich wusste, wie es sich anfühlt, zu träumen.