Mein Puls schlägt nicht mehr.
Mein Herz hat aufgehört zu schlagen, es hat aufgehört, für dich zu schlagen.
Meine Gedanken wirbeln nicht mehr um dich herum wie ein Sturm, der keine Ruhe findet.
Ja… ich bin tot. Und du weisst es nicht.
Und ich werde es dir auch nie sagen können.
Vielleicht wirst du es irgendwann erahnen. Vielleicht auch nie.
Vielleicht bleibt es ein leises Verschwinden für dich so, als hätte ich mich einfach abgewendet.
Aber ich habe mich nicht abgewendet. Ich habe mich auf den Weg gemacht. Zu dir.
Ich wollte nicht gehen, ich wollte kommen. Zu dir.
Und jetzt bin ich fort. Für immer.
Wir haben gestritten. Worte wie Messer.
Ich habe geweint, hemmungslos. Weil ich dich liebe.
Weil es mir nicht egal war. Weil du mir nicht egal bist.
Ich wollte alles wieder gut machen.
Ich wollte die Kilometer zwischen uns auflösen, sie wegfahren, als wären sie nichts.
Deinen Blick. Deine Stimme. Dich.
Während der Fahrt habe ich geweint.
Die Strasse war verschwommen. Alles war verschwommen. Nur du warst klar in meinem Kopf.
Und ich habe das Auto nicht gesehen.
Und er hat mich nicht gesehen.
Er war betrunken. Aber das ist jetzt egal.
Denn ich bin tot. Und du?
Du bist vielleicht noch wütend auf mich.
Vielleicht sitzt du zu Hause und fragst dich, warum ich mich nicht melde.
Vielleicht denkst du, ich hätte dich einfach geghostet.
Aber nein. Ich bin nicht verschwunden ich bin gestorben.
Und du wirst es nicht erfahren. Nicht heute. Vielleicht nie.
Mein Handy liegt zertrümmert irgendwo am Strassenrand.
Keiner kennt dich. Keiner weiss, dass ich auf dem Weg zu dir war.
Keiner wird dich anrufen. Dir sagen, was passiert ist. Du wirst warten. Hoffen. Zweifeln.
Du wirst vielleicht meiner Freundin schreiben, Bekannten.
Aber sie wissen nicht wer du bist.
Wir kommen aus zwei verschiedenen Ländern.
Zwei Welten, die sich für einen kurzen Moment berührt haben.
Und jetzt liege ich irgendwo.
Wenig Schmerz. Viel Stille.
Vielleicht liest du irgendwann von einem Unfall in einem fremden Land.
Vielleicht zuckst du nur mit den Schultern.
Vielleicht spürst du in deinem Herzen für einen Moment einen Schatten.
Und vielleicht war es dann meine Seele, die dich noch einmal berührt hat.
Ich wollte doch nur zu dir.
Weil ich das nicht so stehen lassen wollte.
Weil du mir so viel bedeutest.
Und ich wollte es dir zeigen.
Ich wollte es dir beweisen.
Aber ich habe es nicht geschafft.
Und du wirst es nie wirklich wissen.
Aber ich werde dich vermissen.