#geilertyp #bookstagram #booklover #qualityland #qualityland2 #marcuwekling @marcuwekling (hier: Siegen, Germany) https://www.instagram.com/p/CJa-FShnbMM/?igshid=1d5w10v7xupqh

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Rezension: QualityLand 2.0: Kikis Geheimnis
Demnächst groß als TV-Serie, heute schon groß als Roman
„QualityLand 2.0: Kikis Geheimnis“ gibt es, anders als den Vorgänger, nicht mehr wahlweise in einer hellen oder dunklen Edition. Das passt, denn letztlich ist die Story ohnehin noch düsterer als der erste Teil. Betrachtet man dieses Buch als Teil der Känguru-Reihe, dann hat Marc-Uwe („Der Alte“) längst aufgegeben, das Känguru sorgt als Tablet-PC noch für etwas milde Anarchie, aber ansonsten haben alle resigniert. Richtig gut drauf sind nur noch die oberen Bürger, wie Hendryk Ingenieur, mit Level-99 ist der Boss von The Shop (und die offensichtliche Entsprechung von Jeff Bezos) aber auch etwas einsam, deshalb bietet er Peter Arbeitsloser seine Freundschaft an, um endlich mal keinen Schleimer und Ja-Sager um sich zu haben.
Der neue Status als Kumpel vom Tech-Genie beschert Peter einen Level-Anstieg und zieht damit Aufmerksamkeit auf sich, von seiner Ex, aber auch von dem mysteriösen kriminellen Puppenspieler. Peter arbeitet inzwischen als Therapeut für beschädigte Maschinen wie Dronen mit Flugangst und Kuschel-Roboter mit Ekel vor Berührungen. Auch außerhalb des Arbeitsalltags hat der gutmütige, aber etwas naive Held reichlich zu tun: es gilt zu ergründen, wer Kikis Eltern waren, was John of Us plante, um die Welt zu retten und nicht in Konflikte mit dem mächtigen Quantityland 1 (China) zu geraten.
Im neuen Roman ist alles deutlich direkter als im ersten Ausflug nach Qualityland, aus (überdeutlichen) Anspielungen werden nun klare Namensnennungen, so spielen Elon Musk und seine Pläne, den Mars zu besiedeln eine Rolle. Der undemokratische chinesische Überwachungsstaat wird klar thematisiert und der Frust über das Ignorieren des Klimawandels und die fehlende Bereitschaft sinn- und freudlose Jobs abzuschaffen und lieber ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen. Das wirkt etwas platt, wiederholt schon wieder Themen aus den Känguru-Büchern, ist aber deutlich weniger lustig. Die Gags weichen ziemlich gut geschilderten Actionszenen, die Stimmung ist grimmiger und trotz vieler alberner Wortspiele tatsächlich spannend und sehr unterhaltsam.
Die erste Hälfte von „Qualityland 1“ wurde bereits als Comic adaptiert. Der zweite Roman strotzt wieder vor Bezügen zur Popkultur und voll Zeitgeist und die Leser können sich schon mal gedanklich ausmalen wie Figuren wie Ernie und Bert und Tom & Jerry aus dieser Geschichte im Comic und in der HBO-Fernsehserie aussehen werden.
Die Verwandlung Klings-Texte von kurzen, auf eine Pointe hinauslaufende, lustigen Geschichten zuerst für Poetry Slams und dann fürs Radio bis hin zu einer dystopischen SF-Serie ist bemerkenswert. Wer die alten Sachen mit dem Kleinkünstler und dem Känguru lieber machte, kann diese ja erneut lesen oder anhören. Für aufgeschlossene Kling-Jünger ist es aber eine Wohltat mit „Qualityland“ zu erleben, wie der Schriftsteller wächst. Bisher ist die Welt noch nicht ganz so phantasievoll und faszinierend wie „Star Trek“ oder „Futurama“ und der Stuttgarter hält gibt sich zu oft mit dem Naheliegenden zufrieden wie Anspielungen auf den „Terminator“, erfindet aber immerhin den Nachfolger des Smartphones: den Smarm, ein Gerät mit Display am Arm. Von solchen Ideen dürfte es gerne mehr geben, hoffentlich geht diese Reihe noch lang und Kling tobt sich so furios aus wie in den ersten drei Känguru-Büchern!
Wertung: 80 %
QualityLand 2.0: Kikis Geheimnis
Roman
Ullstein Hardcover
Hardcover
432 Seiten
ISBN: 9783550201028
Erscheint: 12.10.2020
Leseprobe: https://qualityland.de/