“Das älteste erhaltene Reliquiar in Form eines menschlichen Fingers, aus Gold, eingeschlossen in ein Ostensorium von 1888, stammt aus dem Eichstätter Domschatz [...] Ein kleiner kubischer, 2 cm hoher und auch auf der Standfläche mit Filigran verzierter Sockel trägt den mit tordiertem Rankenfiligran umhüllten, deutlich gegliederten, leicht gekrümmten Finger; appliziert sind Edelsteine und Perlen sowie ein Medaillon aus Goldzellenschmelz mit der Halbfigur eines Heiligen mit Schriftrolle, bezeichnet mit den lateinischen Buchstaben „S̅ Ā“. Das in der Filigrananordnung vorn in der Mitte des Fingers berücksichtigte Türchen zur damit auf byzantinische Weise sichtbar und zugänglich gemachten, unverhüllten Reliquie ist mit „S.IĀC / fr̅. DN̅I“ (Sanctus Iacobus frater Domini) beschriftet (bei Erneuerung des Scharniers verkehrt herum angebracht; Abb. 1 c). Dem Reliquiar wurden im 14. Jh. am Sockel drei Saphire aufgesetzt, vielleicht auch das krönchenartige Ringband mit Lilienaufsätzen und Goldkügelchen unten am Fingeransatz; auch der Rubin (?) mit abgestumpftem Pyramidenschliff an der Stelle des Fingernagels ist nicht ursprünglich. “
http://www.rdklabor.de/wiki/Fingerreliquiar











