An Erinnerungen hängen wie einst an Mutters Rockzipfel
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An Erinnerungen hängen wie einst an Mutters Rockzipfel
Rockzipfel
Mit letzter Kraft
Klammert sich der Verstand
An den Rockzipfel der Realität
Irgendwann wird er loslassen
Und frei sein.
Rockzipfel
Zu anhänglich für mich selbst, Meine Gefühle halten mich fest, Ich will doch nur raus, Und ein bisschen, Welt sehen.
bergpfad zum gipfel
ein fetzen stoff im gestrüpp
bunter rockzipfel
an Mutters Rockzipfel
über den Ascheplatz
der Kindheit
geschleift
Vom Loslassen in Oberschwaben
Hans Gruber war für einen Oberschwaben,
Ganz ungewöhnlich klein geraten.
Fürwahr es war ein eigen Ding,
Dass, und wie er an der Mutter hing.
Eingehakt mit einem Daum‘,
Hing er von Ihres Rockes Saum,
Berührte doch den Boden kaum.
Die Mutter nannte ihn nur Augenschmaus,
Und rief: das wächst sich aus das wächst sich aus!
Schön wär’s.
Nix wux. Hier kommt der zweite Vers.
Kam der Rock zum Waschen in den Zuber:
Er liest nicht los der kleine Gruber.
Geduldig hing er von der Leine.
Und träumte triefend von der Mutter Beine.
Die anderen Kinder warn längst groß.
Sie riefen: „Hans lass los, Hans lass los!“
„Niemals! Sonst passe ich nicht mehr in den Schoß!“
Die Mutter sagt noch immer „Augenschmaus!“
Und wenn wer fragt: „Das wächst sich aus, das wächst sich aus!“
Schön wär‘s.
Lest vom End im letzten Vers!
Eines Nachts, zu Hänschens größtem Jammer,
nahm sie nen Mann mit in die Kammer.
Da liess er los, fiel Plumps herab grad wie ein Stein.
Mach keinen Laut. Tat nicht mal schrein .
Wartet auf sein Mütterlein.
Das ihn nicht fand.
Er starb vor Kummer nach nur drei Tagen,
Drei Raben haben ihm ein kleines Grab gegraben.
Die Mutter weint bis heut’ in OberSchwaben.
rockzipfel
von anfang an war klar, dass es heute zu kühl sein würde, genau deshalb hat mich die gegenwart am rockzipfel festgehalten und dafür gesorgt, dass ich ausgerechnet heute ausgiebig durch die stadt flaniere. wenn ich nichts zu tun habe, dann wenigstens in würde, machte ich mit mir und meiner zeit aus und mich auf den weg, der kein ende nimmt, vor allem, weil ich in antizyklischen kreisen unterwegs bin, nicht etwa, weil das praktisch wäre, das ist es nämlich weder vorder- noch hintergründig, eher, weil ich dachte, das gibt mehr her, wenn ich es aufschreibe. diese montagsbeliebigkeit führt dazu, dass ich nun am eisernen steg sitze und höre, wie autos rasen und unten am main ein schiff in allerschärfster beliebigkeit popularmusik in den alltag entlässt, als wäre leben last, nicht lust. eine taube hofft, ich hätte essen. ich habe nichts. für niemanden. nur diese worte und die stehen ja jetzt hier.