„Ich bin schöner gewesen als alle Frauen, und ich habe mehr geliebt.“
SAPPHO
Sappho lebte um 600 v. Chr. auf der Insel Lesbos, im ägäischen Raum der archaischen Dichtung. Sie gilt als eine der größten Lyrikerinnen der Antike – und als Priesterin des Eros. Ihre Verse sind Fragment und Feuer, oft nur in Bruchstücken erhalten, aber von unvergänglicher Intensität. Sappho schrieb in der lyrischen Form, begleitet von der Lyra, für kultische Feste und intime Zirkel. Ihre Sprache ist körperlich, duftend, zitternd – sie spricht nicht über Liebe, sie verkörpert sie. Sie gründete eine Art musischen Frauenzirkel, oft als „Thiasos“ bezeichnet – ein Ort der Erziehung, Ekstase und Eleganz. Ihre Dichtung wurde von späteren Autoren als obszön oder gefährlich gebrandmarkt – und dennoch überlebte sie. In der Spätantike wurde sie als „die zehnte Muse“ verehrt – eine Göttin unter Dichtern. Ihre Verse beeinflussten Platon, Catull, Rilke, George – und jeden, der das Begehren in Sprache bannen wollte. Sappho ist nicht Vergangenheit – sie ist ein Brandzeichen der Poesie, ein Eros in Silben, ein Mythos, der weiterlebt.









