Juni 2019
Radio mit Mehrwert
Überall ist zu lesen: demnächst gibt es kein Radio mehr. Damit ist analoge Ausstrahlung der Sender über UKW gemeint, doch das habe ich bei uns sowieso nie benutzt. Wir liegen am nördlichen Rand von Köln genau in der Ausstrahlungs-Randzone der örtlichen Sender. Was man da über ein altmodisches Radio empfangen kann, rauscht und ist selten Stereo. Ist auch egal, es gibt ja alles digital, über Kabel oder Satellit.
Im Wohnzimmer übernimmt der Fernseher die Radioversorgung. Warum? Weil er es kann. Wozu soll ich mir einen extra Empfänger hinstellen, wenn die Radio-Programme sowieso über den gleichen Weg ins Haus kommen. Und bei einigen Sendern gibt es einen Mehrwert: Der Fernsehbildschirm zeigt nicht nur einen Lautsprecher (als Symbol, dass man jetzt Radio hört), sondern eine Infotafel mit den Moderatoren und dem gerade laufenden Stück. Weil sich damit 48 Zoll nicht füllen lassen, gibt es zudem Nachrichtenschnipsel aus aller Welt und der Region sowie Fotos, um das zu illustrieren.
Die Liedanzeige geht etwas nach, hat leichte Probleme bei Sonderzeichen und die Handvoll News wiederholen sich – doch früher beim Radio hatten wir das ja nicht! Da gab es höchstens RDS mit Lauftext. Wenn ich alles weiß, schalte ich den Fernseh-Bildschirm schwarz und höre nur noch, so spare ich Strom. Das geht nämlich auch.
(Thomas Jungbluth)














